Unsere Redaktion erreichte eine weiße Schachtel in der Größe eines mittleren Schuhkartons. Dies ist mittlerweile ein bekanntes Versandmittel der Hersteller, von denen wir Geräte zugesandt bekommen, doch leider wird auf diese Weise der erste Eindruck ein wenig verfälscht. Der Inhalt konnte sich dafür sehen lassen. Neben dem obligatorischen Lieferumfangumfang (Hiptop und Lithium-Ionen Akku) konnten wir ein Headset, ein Lederetui sowie ein Netzteil mit aufsteckbaren Adaptern für Deutschland und Nordamerika finden.
In unserer Verpackung fehlte leider die Anleitung für Endkunden, die vermutlich aufgrund des Funktionsumfangs des Hiptop relativ umfangreich ausfallen wird. Das Headset ist nur etwas für Gelegenheitstelefonierer, mangels Bluetooth wird man aber auch keine schnurlosen Headsets für den Hiptop bekommen können.
Der Akku des Hiptop ist fest in das Gerät integriert, das Auswechseln muss ein EPlus-Servicepartner übernehmen bzw. der handwerklich begnadete Nutzer selbst, sofern er über einen neuen Akku verfügen sollte.
Die Entwickler des Hiptop scheinen ihre Priorität nicht unbedingt auf die Größe und Handlichkeit des Produkts gelegt zu haben, denn mit 116 x 65 x 29 mm ist der Hiptop trotz revolutionärer Flip-Open-Technik immer noch sehr groß. Wirklich störend ist vor allem die extreme Tiefe des Geräts, die beispielsweise den Transport in der Hosentasche nicht sehr angenehm gestaltet. Verbunden mit dem Gewicht von 180 Gramm könnte das Gerät bei so manchem Besitzer den Eindruck eines Ziegelsteins erwecken. Eigentlich schade, denn das Gerät hätte noch viel bessere Wertungen bekommen können, wenn das Design kompakter ausgefallen wäre.
In Sachen Verarbeitung kann der Hiptop ebenfalls nicht punkten. Unterschiedliche Spaltmaße mit einer permanent zu großen Breite bieten Staub und Schmutz sehr gute Möglichkeiten in das Innere zu gelangen. Mitunter betragen die Spaltmaße mehrere Millimeter und die Kanten treffen nicht immer aufeinander, weshalb Unebenheiten durchaus auftreten können. Unter leichtem Druck auf die Gehäusewand vernimmt man leichtes Knarzen, was nicht gerade auf Robustheit schließen lässt. Der Flip-Open-Mechanismus funktioniert auf den ersten Blick ausgezeichnet und absolut reibungslos, beschäftigt man sich über einen längeren Zeitraum mit dem Gerät, ist er aber nicht mehr ganz so zuverlässig - Das Displayteil bleibt manchmal in einer stabilen Zwischenposition hängen und steht dann ziemlich unförmig vom Gerät ab.
Die Kamera des Hiptop endet in einem 1,5mm Klinkenstecker, mit dem sie sich an das Gerät anstecken lässt. Wird sie nicht gebraucht, wird ein durchsichtiger Plastikfuß aufgesteckt, der sich mit einem Haken an dem mitgelieferten Leder-Etui befestigen lässt. Wir gehen davon aus, dass die uns vorliegende Kamera der Endversion entspricht und fragen uns, warum Danger offenbar keinen einzigen Designer bei der Konzeption konsultiert hat - das matte grau-weiß der Kamera passt jedenfalls definitiv nicht Hiptop-Grau und so werden weniger ambitionierte Hobby-Fotografen das kleine Zubehörteil wahrscheinlich öfter in der Schachtel lassen als es mit sich herumzutragen, zumal die Qualität der Aufnahmen auch nicht unbedingt zum besten gehört, was man von zeitgemäßen Smartphones erwarten würde.
Das große TFT-Display mit einer Auflösung von 320 x 240 Pixeln und einer Farbtiefe von 16 Bit (65.536 Farben) ist gut gelungen. Schade nur, dass das Bild trotz einer möglichen Helligkeitsabstufung permanent zu dunkel ist. Der Bildschirm befindet sich wie bei nahezu jedem anderen aktuellen Mobiltelefon unter einem Schutzfenster, so dass eine Beschädigung durch direkte Einwirkung nur schwer möglich ist.
Mit den Maßen von 56 x 37 mm erstreckt sich das Display fast über die gesamte Geräteoberseite. Auf der linken Seite von ihm findet man zwei verschiedene Knöpfe. Der obere dient zum Öffnen von Menüs. Mit der unteren Taste gelangt man auf direktem Wege in das Telefonmenü.
Rechts des Bildschirms befindet sich oben der Lautsprecher, in der Mitte ein Jog-Dial, mit welchem man im Menü navigiert und darunter liegt die Zurück/Schließen/Abbruch-Taste. Perfektion legten die Konstrukteure aber beim wichtigsten Bauelement des Hiptop an den Tag: die QWERTZ-Tastatur das Hiptop. Bei einer durchschnittlichen Tastengröße von 6x6 mm und entsprechend großen Abständen, sollten Vertipper nach einiger Übung der Vergangenheit angehören. Dank Flip-Open-Mechanismus bringt es die Tastatur auf eine Gesamtbreite von 8cm und gilt damit als rekordverdächtig im Vergleich zu anderen Smartphones. Zusätzlich zum Steuerrad an der rechten Seite des Bildschirm befindet sich ein 4-Wege-Navkey in der Tastatur.
Der Tastaturhintergrund leuchtet im Dunkeln bernsteinfarben, trägt aber trotz netter Optik nicht besonders zur Lesbarkeit bei. Die Druckpunkte der Tasten sind klar definiert und sehr leicht zu finden. Ein leichtes Knacken zeigt dem Benutzer an, wann eine Taste betätigt wurde. Mit 47 Knöpfen findet der Käufer des Hiptop eine vollwertige Tastatur vor, die auch geübte Sekretärinnen vermutlich nicht im 10-Fingersystem bedienen können, aber dennoch im EMail-Dauertest die schnellsten Tippraten verzeichnen kann.
Es wurden noch keine Kommentare abgegeben.