Das 7600 kommt in der asiatischen Version, die uns vorlag, in einer hell gehaltetenen Verpackung zum Kunden - die europäische Variante erscheint in einem kleineren und bunteren Karton. Jedes Zubehörteil wurde einzeln in Folie verschweißt eingefasst und sollte so den Transport schadfrei überstehen.
Der Inhalt ist recht übersichtlich und so umfangreich, dass der nette Einkaufsbummel im Nokia Zubehör-Shop für den gewöhnlichen Nutzer überflüssig wird. Neben dem Multimediatalent 7600 erhält der Kunde einen handelsüblichen Akku mit 850 mAh, die beiden Verkleidungen für den Rand des Handys, einen weißen Stoffbeutel zum sicheren Transport, eine Schlaufe zur Befestigung an der Öse, einen Kopfhörer, ein USB-Datenkabel, eine Bedienungsanleitung und eine Software-CD.
Einige Pluspunkte hätte Nokia noch mit einer vernünftigen Tasche anstelle eines Stoffbeutels sowie mit einem zusätzlichen Satz an Geräteverkleidungen einfahren können. Die austauschbaren Schalen unseres Testgeräts waren in dem undefinierbaren Farbton gehalten, der die meisten Käufer des 7600 standardmäßig erwartet: man könnte ihn grob als eine Mischung aus dunkelgelb und hellbraun umschreiben. Bislang gibt es hierfür keine Alternativen, aber die Zubehörshops werden mit Sicherheit in naher Zukunft auch andere Farbvarianten anbieten.
Das 7600 ist alleine seines Designs wegen ein echter Hingucker - mit diesem Gerät erntet man allerortens überraschte Blicke von Uneingeweihten. Ob man den hohen Publicity-Faktor positiv bewertet, steht und fällt natürlich mit dem Charakter des Nutzers; Nokia hat aber definitiv ein ein Handy vorgestellt, das die klassischen Designelemente hinter sich lässt. Ob die Bedienbarkeit unter dem innovativen Design gelitten hat, lesen Sie im Abschnitt Display und Tastatur.
Die Kamera befindet sich beim 7600 in exponierter Stellung und ragt deutlich aus dem Gehäuse heraus. Da sie über keinerlei Abdeckung oder Schutzklappe verfügt, und das Gerät sonst sehr flach und kompakt gehalten ist, ist die Kameralinse äußeren Einflüssen mehr als bei den meisten anderen Kamerahandys schutzlos ausgeliefert.
Leider hat Nokia es versäumt, neben der Kamera einen Spiegel für Selbstportraits zu integrieren, so dass Schnappschüsse des eigenen Gemütszustandes zum Glücksspiel mutieren. Für Videotelefonie, einer der wichtigsten Applikationen des neuen UMTS-Netzes ist das Gerät ebenfalls gänzlich ungeeignet.
Bei der Verarbeitung ist das 7600 zwiespältig. Immerhin hat es Nokia erstmals geschafft, einen Akkudeckel zu produzieren, der keinerlei Nebengeräusche produziert. Dafür bestehen die austauschbaren Schalen aus billigem Kunststoff, lassen sich leicht verbiegen und verdrehen, und da sie mit jedem Zugriff auf die (U)SIM-Karte abgenommen werden müssen, ist es vermutlich nur eine Frage der Zeit, bis sich aus Versehen eine der Befestigungsklammern in die ewigen Jagdgründe begibt. Die Spaltmaße sind mit Ausnahme der Kanten der Oberschalen dagegen relativ klein und das Display wurde hinter einer dünnen Schutzscheibe sauber eingefasst. Unter den Schalen befinden sich viele kleine Vertiefungen, die einen lohnenswerten Sammelpunkt für Schmutzpartikel aller Coloeur bilden.
Das Nokia 7600 verfügt über ein TFT Farbdisplay mit 65.536 Farben bei einer Auflösung von 128x160 Pixeln. Nokia verbaute eine Standardkomponente, die auch in gängigen Barren-Handys des finnischen Herstellers Verwendung findet. Für ein UMTS-Gerät ist das Display bezüglich Auflösung, Farbtiefe und physischer Fläche nach Meinung der Redaktion zu klein ausgefallen, verdankt aber seine Dimensionen der Tatstatur, die ihren Platz an beiden Rändern des Displays gefunden hat.
Kaum stellt ein Hersteller mit einem High-End-Smartphone ein Gerät mit seitlichem Tastenfeld vor (Siemens SX1), zieht Nokia mit einem Lifestyle-Gerät nach. Obwohl diese nach wie vor ungewöhnliche Anordung selbst geschickten Benutzern die beidhändige Bedienung aufzwingt, fanden wir das 7600 aufgrund präziserer Druckpunkte und sanftem Tastenklick insgesamt besser bedienbar als das SX1 - bezogen auf die Zifferntastatur. Menschen mit großen Händen werden etwas üben müssen, um auch sicher die kleineren der unterschiedlich großen Tasten zu erwischen. Den Tiefpunkt eines sonst gut durchdachten Geräts markiert der 5-Wege-Navkey, der keinen deutlichen zentralen Punkt definiert und sich auch sonst unter dem Daumen etwas schwammig anfühlt.
Die Tastenoberfläche ist durch das verwendete Plastik spiegelglatt und da die Tastatur zudem völlig eben eingefasst ist, muss der Benutzer die Tasten im Blick haben, um das Handy fehlerfrei bedienen zu können. Dafür wird die Tastatur bei Dunkelheit von einem sanften blauen Hintergrundleuchten hervorgehoben, das auch schon beim SX1 für Aufsehen sorgte.
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