Bei dem uns vorliegenden Testmuster des Motorola V600 fehlte leider die Umhüllung der weißen Pappschachtel, die der Netzbetreiber Vodafone seinen Geräten im Allgemeinen mitgibt, so dass wir nur über den Inhalt berichten können: Der Lieferumfang an sich ist nicht überwältigend. So fanden wir lediglich das V600, einen Lithium-Ionen Akku mit einer Leistung von 780 mAh, ein Ladekabel und eine ausführliche Bedienungsanleitung nebst einer Kurzfassung für Ungeduldige. Motorola lieferte uns gleichzeitig ein Bluetooth-Headset BCE-HS810 mit, dass im normalen Lieferumfang für Endkunden vermutlich nicht enthalten ist - man kann es im Fachhandel für etwa 90 Euro nachkaufen. Doch Vorsicht! Auch nach mehrmaligen intensiven Bemühungen, ein Pairing zwischen V600 und Headset herzustellen, war es uns nicht möglich die beiden Geräte miteinander bekanntzumachen und zusammen zu verwenden! Vor der Entscheidung für ein Headset sollte man am besten beim Fachhändler vor Ort testen, ob das Zubehör auch tatsächlich mit dem Handy funktioniert.
Das Äußere des V600 erinnert ein wenig an seinen schon etwas älteren Bruder, das Motorola V525. Der obere Teil des Folders ist ähnlich aufgebaut wie der des V525, wirkt aber nicht so verspielt wie ein Lifestyle-Gerät, sondern soll mit Chromapplikationen und glänzendem schwarzen Kunststoff eher den anspruchsvollen Business-User überzeugen.
Das V600 ist zeitgleich mit dem V300 auf dem Markt erschienen und bildet so das obere Ende von Motorolas V-Reihe, die sich in etwa folgendermaßen charakterisieren lässt:
Auf den ersten Blick wirkt das V600 durch das metallfarbene Gehäuse und das schwarze, von einem verchromten Rahmen eingeschlossene Designelement sehr elegant, wenn nicht gar luxuriös. Das in die Gehäuseoberseite eingefasste Außendisplay fügt sich darüberhinaus ausgezeichnet in dieses Bild ein.
Sehr elegant wirkt hingegen die Integration der Kamera in den oberen linken Teil des Gehäuses. Rechts neben ihr befindet sich ein kleiner Spiegel, der gerade groß genug für Selbstportraits ausgefallen ist und ebenfalls als Designelement des Gehäuses liegt. Auf eine Staubschutzklappe wie wenige Hersteller sie mittlerweile verwenden, wurde abermals verzichtet.
Vodafone versteht es mittlerweile recht gut, sich auf den von ihnen verkauften Geräten in Szene zu setzen. Diesmal prangt ihr Logo im Zentrum des Gehäuseoberteils, was in diesem Fall sogar das Design noch ein wenig aufwertet - ein kleiner fröhlicher Farbtupfer, der die strenge Eleganz des V600 auffrischt. Das prüde silberne Motorola-Logo lässt aber nicht vergessen, wer der wirkliche Hersteller des Telefons ist und sitzt beständig wie eine Galleonsfigur unter dem Vodafone-Logo.
Der Akkudeckel überdeckt diesmal die gesamte Rückseite, die daher keine auffälligen Spalte oder Unregelmäßigkeiten aufweist. Trotzdem sitzt er bombenfest und entwickelt keine Geräusche, wenn man das Handy etwas fester zu greifen bekommt. Kleinere Unzulänglichkeiten im Sinne von größeren unregelmäßigen Spalten treten im Gegenzug umso deutlicher an den Seiten des V600 auf, was das Bild eines sonst ausgesprochen gut verarbeiteten Geräts aber nicht besonders schmälert. Alleine das Folder-Oberteil hat leichtes seitliches Spiel, ist dafür aber sehr leichtgängig zu öffnen und rastet sauber und fest in den offenen Zustand ein.
Wem das edle glatte Design des V600 zu langweilig wird, kann hier erstmals die Oberschalen des Geräts austauschen: der silberne Teil des oberen Gehäuses lässt sich mit einem kräftigem Druck abschieben, sitzt aber in aufgeschobenem Zustand bombenfest und lässt nicht vermuten, dass er überhaupt beweglich ist. Unter einem kleinen Gummipfropfen auf der Rückseite versteckt sich ein externer Antennenanschluss.
Auch der Abstand zwischen den beiden Folderteilen hat sich im Vergleich zu den beiden kleineren Brüdern des V600 verringert, was auf eine bessere Verarbeitung des Scharniers zurückzuführen ist, das die beiden Teile miteinander verbindet. Obwohl bereits das V525 ein designtechnisch echter Hingucker gewesen ist, sollte Motorola mit dem V600 der Sprung in die oberste Liga des Handy-Designs für europäische Märkte gelingen und sich an Kunden verkaufen lassen, die größten Wert auf Eleganz und Ästhetik legen - auf einer 7er BMW-Konsole macht es jedenfalls keinen schlechten Eindruck.
Das Display hat sich gegenüber dem V525 nicht verändert. Es gibt Inhalte nach wie vor mit einer Farbtiefe von 16 Bit (65.536 Farben) bei einer Auflösung von 176 x 220 Pixeln wieder. Es ist von einem verchromten Rahmen eingefasst und macht einen eleganten Eindruck. Das Display wird von einem Schutzfester aus Plexiglas geschützt, was Verschmutzungen und Beschädigungen des Displays vermeidet. Leider ist die Abdeckung etwas anfällig für Fingerabdrücke und sonstige Gebrauchsspuren.
Das monochrome Außendisplay leuchtet in blauem Hintergrund und hat wie seine Vorgänger eine Auflösung von 96 x 32 Pixel. Es werden auf insgesamt zwei Zeilen Angaben zum Empfang, der verbleibenden Energieressourcen sowie der Uhrzeit dargestellt
Die Tastatur erinnert ebenfalls deutlich an das Vorgänger-Modell V525, insbesondere die Vertiefung im Bereich der mittleren Keypad-Reihe trägt nicht nur positiv zum Design bei, sondern ist auch sehr praktisch für die blinde Navigation auf der Bedienoberfläche.
Blickfang ist noch immer der 5-Wege-Navkey, der von fünf weiteren Tasten umgeben ist. Auf der linken Seite befindet sich der Knopf zum Beenden eines Gesprächs oder für den Abbruch eines Menüs. Darüber liegt der Bestätigungsbutton, mit dessen Betätigung der Benutzer vom Hauptmenü aus direkt in den Nachrichten-Ordner kommt, um auf diese Weise schnell eine Nachricht zu schreiben oder bereits eingegangene Messages zu lesen. Oberhalb des Navkeys liegt der Menübutton, mit dem man aus jeder Situation schnell in das Hauptmenü oder in Kontextmenüs wechseln kann. Die Taste rechts davon dient ebenfalls der Navigation im Menü und dient dem Zurücknavigieren in die nächsthöhere Menüebene.
Das Tastaturfeld ist sehr übersichtlich, doch obwohl die unterste Tastenreihe recht weit oben liegt, ist das einhändige Schreiben einer Kurznachricht relativ unbequem, da der Schwerpunkt des V600 recht weit oben liegt und das Telefon deshalb dazu neigt, nach hinten wegzufallen.
Die Bedienbarkeit der Tasten ist auch sonst eher mittelmäßig, verglichen mit dem V525; auch bei stärkerem Druck reagieren einige Tasten nicht besonders zuverlässig. Dies fiel uns insbesondere beim Schreiben von Kurznachrichten auf: möchte man beispielsweise Sonderzeichen verwenden, muss der gewünschte Character in einer kleinen Liste mit dem Navkey ausgewählt werden. Mangels fühlbarem Druckpunkt klappte es erst nach mehreren Anläufen, den Cursor bis zu dem Element voranzubringen.
Auch nicht ganz ins Gesamtbild will der Abstand zwischen den Tasten passen. Dieser ist gerade bei den Buttons, die den Navkey säumen, besonders groß und sorgt auch im Ziffernbereich nicht gerade für Begeisterungsstürme. Ansonsten gibt es alles, was man von einem Motorola gewohnt ist: an der linken Seite des V600 befindet sich eine Wippe zum Einstellen der Lautstärke, darunter liegt ein Button zum Aktivieren des Menüs für den Voice-Recorder. Auf der rechten Seite findet der Benutzer eine Taste zur Aktivierung gespeicherter Sprachkommandos.
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