Netzbetreiber E-Plus wird in den kommenden Wochen eine neue Gerätegeneration für sein Portal i-Mode in die Läden stellen. Das Mitsubishi m341i ist dabei eines der Handys, die die breite Masse von Kunden mit durchdachtem Design und hochauflösenden Displays begeistern soll. In Asien ist es allerdings schon seit längerem unter dem Namen M720 erhältlich. Aus diesem Grunde hat die AreaMobile-Readaktion ein asiatisches Testgerät bestellt, um es noch vor dem offiziellen Start des m341i in Deutschland auf Herz und Nieren testen zu können. Der Name hat Bedeutung: Sowohl beim japanischen Mobilfunkkonzern NTT DoCoMo als auch bei i-Mode-Geräten von E-Plus korrespondiert der erste Buchstabe einer Gerätereihe mit dem Anfangsbuchstaben des Herstellers.
Die Verpackung zeigt in asiatischer Aufmachung Front- und Innendisplay des M720 getrennt durch ein YinYang-Linie, die wohl implizieren soll, dass Innen- als auch Außenansicht sich hervorragend ergänzen. Im Inneren findet man eine Styroporeinlage, die den Inhalt in zwei Ebenen teilt: oben ruht das Handy, im unteren Bereich findet man den Akku, ein Ladekabel, ein kabelgebundenes Headset, das schlichte Handbuch, Kurzanleitungen, und einen asiatischen Zubehörkatalog von Mitsubishi. Leider ist in der detschen Version von E-Plus das Headset wieder aus dem Lieferumfang herausgenommen worden.
Das auffallendste Merkmal am Gehäuse des m341i ist die integrierte Antenne, die sich in einem über die gesamte Breite der Unterseite gezogenen "Höcker" befindet, der seitlich betrachtet ein wenig an die Rammböcke alter römischer Galeeren erinnert. Direkt unterhalb der Antenne ist auf der rechten Seite das Infrarotauge integriert worden. Auf der gegenüberliegenden Seite findet man dafür einen Softkey, der die Kamera- bzw. Sprachaufnahmefunktion aktiviert.
Mit 96x47x24mm ist das Handy ziemlich stämmig und mit 100 Gramm Gewicht auch nicht gerade leicht - die Dimensionen unterstreichen aber das Image eines i-Mode Handys, die seit dem legendären NEC n21i immer etwas größer ausgefallen sind. Der obere Folderteil ist übrigens etwas kürzer als der Tastaturteil und das Scharnier ist angenehm fest gefedert. Das behindert zwar das einhändige Aufklappen ein wenig, sorgt aber auch dafür, das bei dem Gerät nichts wackelt oder klappert oder der Folder unbeabsichtigt geöffnet wird.
Das Display fügt sich nahtlos in den Gesamteindruck des m341i ein und nutzt eine große Fläche des oberen Folderteils. Alleine die Kamera auf der Außenseite wirkt in ihrer abgehobenen Position ein wenig deplaziert. Das Mikrofon findet man auf der Innenseite des Handys unter der Zifferntastatur - Sprachaufnahmen in geschlossenem Zustand werden durch diese Platzierung erheblich beeinträchtigt.
Die Verarbeitung des m341i ist durchgehend gut, kleinere Grate an den Gehäusebauteilen lassen zwar nicht auf erstklassige Produktionsverfahren schließen, tun dem Gesamteindruck aber keinen Abbruch. Zwei schmale Gummistopper auf der Folder-Oberseite sorgen dafür, dass der Klappmechanismus sauber und leise schließt und keine Plastikflächen aufeinanderliegen. Trotz der Abstandhalter schließt der Folder perfekt, der Abstand zwischen Ober- und Unterseite ist minimal.
Zumindest findet man keine klaffenden Lücken zwischen beweglichen Teilen des Geräts wie es z.B. bei Os X1 der Fall ist. Die 2mm dicken blauen Umrandungen der Tasten und die vielen kleinen Einkerbungen und Applikationen verleihen dem m341i den typischen Stil eines i-Mode-Folders.
Display und Tastatur sind die Highlights des Geräts: Bei 128x160 Pixeln kann das Display 262.144 Farben darstellen - damit betritt das m341i neben dem kommenden Sharp GX30 absolutes Neuland auf dem deutschen Markt. Das Bild wirkt gestochen scharf, kontrastreich und farblich äußerst brillant. Gerade der Kameramodus zeigt, zu was die hohe Farbanzahl gut ist: Auch Details des Bildhintergrundes werden scharf, klar und in allen Farbnuancen wiedergegeben.
Das Außendisplay wirkt ebenfalls sehr ansprechend und stellt Vorschaubilder ebenfalls mit überzeugender Qualität dar. Im Standby-Betrieb zeigt das Außendisplay Batteriestand, Empfangsleistung, Uhrzeit, Netzbetreiber und ein frei wählbares Hintergrundbild an.
Zu dem fast schon perfekten Eindruck des Displays tragen außerdem die anpassbare gute Helligkeit und die nicht mehr wahrnehmbaren Abstände zwischen den Flüssigkristallen bei. Gegen Kratzer auf dem TFT schützt eine durchsichtige, leider etwas stark spiegelnde Plastikverglasung.
Wer hochwertige asiatische Handys kennt, weiß die meistens perfekt verarbeiteten Tastaturen zu schätzen; das m341i sammelt auch in diesem Bereich Bestnoten: Große Abstände zwischen den Tasten, leicht gewölbte und ergonomisch angeordnete Softkeys mit kleinen Reliefs sorgen auch dann noch für gute Bedienbarkeit, wenn man sich nicht zu 100% aufs Tippen konzentriert. Der Abstand zwischen den Tasten ist darüberhinaus so groß gewählt, das Vertipper durch Abrutscher fast unmöglich werden.
Der Druckpunkt aller Tasten ist präzise und leicht fühlbar, so dass der Nutzer verlässliches Feedback über seine Aktionen bekommt. Für wenig feinfühlige Menschen könnten die Tasten eine Spur zu klein geraten sein - gerade der Kranz mit den 4 Navigationsrichtungen ist ziemlich schmal und nur wenige Millimeter von den 4 Softkeys abgesetzt, so dass man bei der Navigation etwas aufpassen muss, nicht ungewollt ein Gespräch zu beginnen oder zu beenden.
Nur die Funktionalität des NavKeys könnte man bemängeln: statt einer Bestätigunstaste dient die zentrale blaue Taste nicht der Aktionsbestätigung, sondern führt den Nutzer ins von der Software festgelegte Internet-Portal, im Falle von E-Plus i-Mode.
Die Tasten sind von blauem lichtdurchlässigen Kunststoff gesäumt, so dass im Dunkeln alle Funktions- und Zifferntasten ausgezeichnet gefunden und betätigt werden können. Die Helligkeit der Beleuchtung ist ebenfalls ein Pluspunkt einer gut durchdachten und ausgezeichnet umgesetzten Tastatur.
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