Die blaue Verpackung des Samsung SGH-X600 ist recht dezent und ansprechend - die dunklen blauen Töne heben sie von der Konkurrenz ab. Nach dem X100 ist das X600 ein weiterer Versuch von Samsung, sich mit einem Barrenhandy auf dem europäischen Markt zu positionieren. Gegenüber dem Vorgängermodell hat sich technisch und optisch nichts weltbewegendes getan: Einziger Unterschied ist nun die drehbare integrierte Digtialkamera am oberen Rand des Gehäuses und die kleine Außenantenne.
Wie schon beim X100 werden auf allen Seiten des Kartons Bilder des Geräts gezeigt und auf der Rückseite befindet sich eine Kurzbeschreibung in den wichtigsten europäischen Sprachen. Die Lieferung beinhaltet das SGH-X600, einen Akku, der gleichzeitig als Rücken des Geräts dient, ein Ladegerät, ein Kabel-Headset in stilvollem beige-grau, ein Tragebändchen für das Handy, ein Registrierungsbogen, die Samsung FanChat-Broschüre, der Garantiebogen und natürlich das Handbuch in einer englischen und deutschen Fassung.
Das Samsung SGH-X600 ist mit 102x43x20mm ein wenig kleiner als das frühere Modell SGH-X100, liegt jedoch trotz der relativ geringen Größe komfortabel in der Hand. Das Design hat sich gegenüber dem Vormodell kaum geändert - selbst wenn beide Geräte nebeneinander liegen, wäre ein Unterschied in den Gehäusefronten kaum festzustellen.
Alleine die kleine Außenantenne unterscheidet die beiden Geräte auf den ersten Blick voneinander. Der kompakte Gesamteindruck kann allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass kaum weitere Besonderheiten am Design vorzufinden sind. Auch ist die Individualisierbarkeit des Geräts mangels austauschbarer Oberschalen sehr begrenzt.
Genausowenig kann der Kunde auf eine hohe Farbauswahl der Modelle zurückgreifen. Sowohl unser Testmodell als auch die Fotos auf Samsungs Internetpräsenz weisen die gleichen blau-silbernen Farbtöne auf und in in der Beschreibung fanden wir keine Hinweise auf eine andere Farbauswahl.
Die Halterung des Akkus, der gleichzeitig die Rückseite des Handys bildet, integriert sich einwandfrei in das Gesamtbild des Geräts und ist gut verarbeitet. Konkurrent Nokia hatte mit Akkus dieser Bauweise in der Vergangenheit mehrmals Probleme, weil der feste Sitz des Bauteils unter dem Snap-Mechanismus gelitten hat, der den Akku mit dem Gehäuse verbindet. Bei Samsung sind die beweglichen Teile besser verarbeitet.
Das Innenleben des SGH-X600 wirkt daher sehr übersichtlich. Die Oberfläche des Kunststoffs scheint überdies recht resistent gegen Kratzer zu sein. Die konstanten Spaltmaße des SGH-X600 unterstreichen den guten Eindruck, der uns zu dem Schluss führt, dass wir ein qualitativ hochwertiges Mid-Range-Handy aus Fernost in den Händen halten.
Das LCD-TFT Display mit UFD-Technologie erreicht eine Farbtiefe von 16 Bit bzw. 65.536 Farben bei einer Auflösung von 128x128 Pixeln und gleicht dem Bauelement, das auch beim X100 Verwendung fand. Qualitativ daher recht hochwertig lässt der Bildschirm nur im Sonnenlicht an Ablesbarkeit zu wünschen übrig.
Natürlich ist er aufgrund der etwas beschränkten Fläche nicht mit Geräten höherer Klassen vergleichbar, übersteigt aber an Brillanz und Qualität zumindest die Bildschirme seiner direkten Konkurrenten von Siemens (MC60, ST55) oder Nokia (z.B. 3200).
Das 128x128 Pixel große Display hat eine Diagonale von 3cm und ist ausreichend groß und gut abzulesen. Farbverfälschungen wegen mangelnder Qualität des Displays sind uns nicht aufgefallen. Positiv ist anzumerken, dass die Plastikverkleidung das empfindliche Glas des Displays gut vor eventuellen Kratzern schützt. Für den SMS-Versand ist eine Abbildung von fünf Zeilen zu je 16 Zeichen möglich. Der Kontrast kann in fünfzehn unterschiedlichen Stufen angepasst werden.
Die Tastatur ist sehr übersichtlich gestaltet und bedarf nur wenig Gewöhnung. Oberhalb des Ziffernblocks befindet sich in der Mtte eine Fünf-Wege-Navigationstaste, deren Bedienbarkeit im Gegensatz zu den anderen Tasten schon etwas gewöhnungsbedürftig ist, da der zentrale HotKey seiner eigentlichen Funktion als Bestätigungstaste entraubt wurde. Stattdessen führt sie je nach Anbieter in das Multimediaangebot des eigenen Netzbetreibers. Die beiden oberen Softkeys übernehmen die Bestätigen-Funktion und sind durch ihre abgesetzte Lage gut zu bedienen.
Das numerische Tastenfeld wurde von Samsung nicht überarbeitet und besticht wie schon das X100 nur durch die schräge Anordnung der Tasten, die das Tastenfeld sehr übersichtlich und gut bedienbar macht. Störend ist jedoch, dass die Taste 5 nicht hervorgehoben wurde, was die Bedienbarkeit beim "Blindtippen" etwas einschränkt.
Die exzellente Beleuchtung der Tastatur kompensiert diesen Punkt etwas. Die Tasten sind breit, aber in ihrer vertikalen Dimension etwas schmal geraten, doch durch die großen Zwischenräume dennoch gut zu bedienen.
Der Kunststoff der Tasten ist griffig und wurde überlackiert, so dass die Tastenbeschriftung bei normaler Benutzung lange halten wird. Der Druckpunkt ist bei allen Tasten identisch und relativ gut fühlbar. Insgesamt betrachtet hat es aber Samsung bei seinem Versuch, ein Barrenhandy zu bauen, weder beim X100 noch beim X600 wirklich geschafft, die ausgezeichnete Tastaturhaptik seiner Clamshell-Phones auf die begrenzte Fläche des Candybar-Designs zu bringen. Andere Hersteller wie Siemens oder Nokia geben in diesem Segment immer noch den Ton an, doch wird sich jeder Nutzer auch mit einer Samsung-Tastatur anfreunden können, wenn es ihr auch etwas an Präzision mangelt.
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