Das 6220 von Nokia kommt in der für aktuelle Nokia-Geräte typischen Pappschachtel mit Fotoaufdruck zum Kunden. Neben dem Barren-Handy findet sich in der Schachtel ein Kabel-Headset mit integrierter UKW-Antenne, ein mittelgroßes Reise-Schnellladegerät CP-12 und ein recht ausdauernder Standard-Akku BLD-3 720 mAh Leistungsabgabe. Neben der Hardware findet man außerdem eine CD mit der aktuellen Nokia PC Suite-Version und eine relativ ausführliche Anleitung in Form eines 80-seitigen Booklets.
Das Nokia 6220 wird vom Hersteller in den Farben Dark Gray, Rose, Light Green und Silver angeboten. Man erkennt schnell, wo die Wurzeln des 6220 liegen: der Vier-Wege-Navigationskey und das sich nach unten verjüngende Gehäusedesign erinnert an den Vorgänger 6610. Alle Bauteile wurden jedoch beim 6220 überarbeitet: ganz besonders die legendäre Akkudeckel-Diskussion wird vom 6220 auf eine neue Ebene gehoben. Der Akkudeckel umschließt bei diesem Gerät sogar Teile der Vorderseite und versucht so, besseren Halt als seine Vorgänger zu finden und Knarzgeräusche endlich auszuschließen; leider sind diese Bemühungen wieder einmal nur von mäßigem Erfolg gekrönt: Die Abdeckung hat ein wenig Spiel und lässt sich, wenn sie versehentlich nicht vollständig eingerastet ist, mit einem einfachen Handgriff abziehen.
Dafür ist das 6220 alleine wegen seines Designs eine Empfehlung für Ästhetik-Fanatiker oder Business-User, die ihre Persönlichkeit in Verhandlungen unter anderem auch mit ihrem Handy auf dem Tisch des Meetingraums unterstreichen wollen. Gerade das Vorderseitendesign des uns vorliegenden Testmusters in edlem grau-metallic trifft den Zeitgeist - auch wenn die Verarbeitung bei weitem nicht so perfekt ist, wie es das Design vermuten lässt: alle Tasten sind aus einfachem kratzresistenten Plastik gefertigt - in der Tat eine Verbesserung zum Vorgänger 6610, bei dem noch eine Tastaturmatte aus Gummi Verwendung fand. Die Außenseite des Gehäuses inklusive Akkudeckel ist aus glattem glänzenden schwarzen Kunststoff gefertigt. Zwei Einarbeitungen aus geripptem Gummi am oberen Gehäuserand sorgen dafür, dass einem das Gerät nicht aus den Händen rutscht, wenn es im Büroalltag mal hektischer zugeht.
Mit den Maßen 107x45x19mm und einem Gewicht von 92g fühlt sich das 6220 handlich an und liegt angenehm schwer in der Hand, ist aber immer noch klein und leicht genug, um auch in der Hosentasche transportiert zu werden.
Mit 128x128 Pixeln Displayauflösung und einer Farbtiefe von 4096 Farben spielt das Nokia 6220 mittlerweile nur in der zweiten Liga. Nokia scheint nach wie vor größere Kontingente dieses Displaytyps im Lager zu haben, der selbst noch in High-End-Geräten wie dem Nokia verwendet wird. Das Display lässt sich im Allgemeinen gut ablesen, die Flüssigkristalle sind kaum zu erkennen. Anders verhält es sich im Sonnenlicht: draußen geht die Ablesbarkeit nicht zuletzt auch wegen der reflektierenden Plastikglasverkleidung gegen Null.
Schon viel positiver ist unsere Meinung von der Tastatur: dank zwei Mulden, die sich jeweils über mehrere Tasten erstrecken, findet sich der Daumen des Benutzers stets gut zurecht, die zentrale Taste "5" ist sogar mit zwei "blinden" Punkten ausgestattet. Als Hauptnavigationselement setzt Nokia auf einen 4-Wege-NavKey, dessen Druckpunkte zwar nicht in allen vier Richtungen gleich definiert sind, was die Bedienbarkeit aber nicht hochgradig verschlechtert.
Die Tasten sind darüberhinaus verschieden groß, gerade * und #, die bei Nokia ja essentielle Texteingabefeatures wie T9-Eingabe und Symbolauswahl auslösen, sind für unseren Geschmack allerdings etwas zu klein geraten. Die Druckpunkte der Zifferntastatur sind generell nur relativ schwer fühlbar, aber noch ausreichend - Hersteller wie Samsung oder Motorola zeigen, wie man auch flache Tastaturen mit vernünftigen Tastendruckpunkten versehen kann.
Ein Makel, der uns sofort aufgefallen ist, sind die großen Abstände zwischen den einzelnen Tasten, die Schmutz und Staub fast schon magnetisch anziehen, Raucher sollten das Gerät weit von Aschenbechern fernhalten.
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