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Siemens ST60

Update zum Siemens ST60

Mit dem ST55 hat Siemens vor einigen Monaten ein Gerät für Handynutzer mit gehobenen Ansprüchen auf den Markt gebracht - tatsächlich entpuppte sich das Gerät eher als Reinfall: weder Connectivity-Features noch ausgereifte Business-Funktionalität oder herausragende Kameraqualitäten zeichneten das Zugpferd der Siemens-Produktpalette aus. Der Nachfolger ST60 soll nun bereit seit einigen Monaten den Karren aus dem Dreck ziehen und das Image der ST-Reihe wieder aufpolieren. Siemens hat das Gerät in Asien eingekauft und mit einer speziellen T-Mobile-Software den Wünschen des Netzbetreibers angepasst. Die typische Siemensbedienung blieb dabei auf der Strecke, was nicht unbedingt als Nachteil bewertet werden soll.

Foto: Sony Ericsson T68i | Siemens ST55

Mit dem Design des ST55 schielt Siemens in Richtung des schwedisch-japanische Joint Ventures Sony Ericsson und dessen Modell T68i. Sowohl Farbe (electric blue) als auch Form, auf welche AreaMobile in seinem Designspecial näher eingeht, ähnelten dem besser ausgestatteten T68i. Durch den großen Erfolg bedingt, entschloss sich Sony Ericsson zu einer Neuauflage des T68i, diesmal allerdings in der Farbe "mineral grey".

Und genau hier setzt man mit dem Siemens ST60 an; rein äußerlich ist es dem ST55 absolut ähnlich - nur die Farbe wurde von "electric blue" auf einen "mineral-grey"-ähnlichen Farbton geändert. Analogien zu Sony Ericsson sind hier schwer zu verneinen.

Der Lieferumfang des Siemens ST60 fiel im Vergleich zum ST55 weitestgehend unverändert aus. Neben dem Mobiltelefon befinden sich wie gehabt eine Bedienungsanleitung, das obligatorische Ladegerät und ein 750 mAh Li-Ionen Akku in dem Paket.

Foto: AMB | Siemens ST60 Verpackungsinhalt

Das ST60 ist - wie auch schon sein Vorgänger - optisch ein sehr attraktives Gerät mit kleinen Schönheitsfehlern. Dank des großen Displays (160x128 Pixel) wurden die Tasten in das untere Drittel des Handys komprimiert. Bedauerlicherweise liegen diese so dicht zusammen, dass Vertipper oftmals nicht zu vermeiden sind.

Foto: AMB | Siemens ST60

Auch der Funktionsumfang des ST60 wurde lediglich marginal verändert. Abgesehen von einem neuem Outfit konnten wir aber immerhin drei Verbesserungen am Nachfolgemodell feststellen.

Der Joystick-Knopf hat ein Usabilty-Update erfahren und wurde mit einer gummierten Oberfläche zur besseren Bedienung versehen. Gerade hier liegt aber auch der Schwachpunkt des sonst sehr staubsicheren da sauber verarbeiteten Geräts: bereits nach wenigen Tagen konnten wir aus der Joystick-Fassung kleine Staubfussel herauspulen, die sich im Alltagsgebrauch dort ansammeln.

Foto: ST60 Fotoqualität

Foto: Kameraeinstellungen

Die zweite Verbesserung gegenüber dem Siemens ST55 fand an der rückseitig angebrachten VGA-Kamera (640 x 480 Pixel) statt.

Diese kann nun auch für kurze Videoaufzeichnungen genutzt werden. Allerdings ist deren maximale Länge mit sieben Sekunden äußerst knapp bemessen, so dass man nur schwer von einer wirklichen Verbesserung sprechen kann.

Stattdessen hätte Siemens sich besser um den unangenehm weit hervorstehenden Spiegel für Selbstportraits kümmern sollen, der nicht gerade einen Design-Award ernten wird. Die kleine Spiegellinse ist nur bedingt zu gebrauchen, das Vorschaubild wird aufgrund ihrer Wölbung ziemlich stark verzerrt.

Nach unseren Informationen ist die Herstellung einer qualitativ hochwertigen Spiegellinse nur wenigen Unternehmen möglich, da es sich offenbar um einen sehr komplizierten Produktionsprozess handelt - Auch hier gilt also: Der Teufel steckt im Detail.

Längst überfällig war die dritte Verbesserung: Das ST60 unterstützt nun auch Java mit der Version MIDP2.0. Somit steht dem Download von java-fähigen Spielen und anderen Software-Applikationen nichts mehr im Weg.

Foto: AMB | Siemens ST60 rechte Seite

Die Aufnahme und Verwendung der Sprachbefehle des ST60 bereiteten uns, wie schon beim Vorgänger, einige Probleme. Die Umgebung mußte zur Aufnahme absolut ruhig sein und die Stimme mußte in exakt gleicher Stimmenlage, -höhe und Betonungslänge erfolgen. Diese Randbedinungen entsprechen allerdings in den seltensten Fällen den realen Gegebenheiten. In dem Bereich Sprachsteuerung konnten uns andere Hersteller wie Sony Ericsson und Motorola mehr überzeugen.

Beim Testen der Klingeltöne hatten wir mit unerwarteten Problemen zu kämpfen, denn das Gerät stürzte reproduzierbar beim Durchhören der Töne immer wieder ab. Die gleiche Erfahrung haben wir beim Aufnehmen der Sprachsteuerungsbefehle gemacht.

Die Qualität der Klingeltöne ist akzeptabel, aber lange nicht das Maß aller Dinge. Gerade das verwundert, denn das ST60 ist ein taiwanenisches Modell und kommt damit aus dem Land der Klingeltöne und des satten Sounds. Die vorinstallierten Töne sind ernüchternd langweilig.

Somit bleibt der Klick ins t-zones-Portal unerlässlich, um sich mit neuem Audiospaß zu vergnügen.

An der maximalen Standby- und Gesprächszeit wurde im Vergleich zum ST55 nichts verändert. Laut Herstellerangaben kann das ST60 140 Stunden ohne Unterbrechung in Bereitschaft gehalten und 270 Minuten zum telefonieren genutzt werden.

Foto: AMB | ST60 Akku und Verschluss sind identisch

Fazit

Mit dem exklusiv bei T-Mobile erhältlichen Lifestyle-Handy ST60 hat Siemens sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Wir waren mit der Lupe unterwegs, um Änderungen im Vergleich zum ST55 aufzuspüren - größtenteils ohne Erfolg. Die technischen Verbesserungen fielen mit Java und einer Videofunktion recht dürftig aus und sind nicht weiter erwähnenswert. Es handelt sich dabei um Features, die heute entweder zum Mobilfunk-Standard gehören oder durch die viel zu kurze Aufnahmezeit keinen wirklichen Mehrwert für den Kunden liefern.

Gerade für Freunde ausgeprägter Connectivity ist das Gerät daher doch recht enttäuschend. Auch Vieltelefonierer werden beim ST60 nicht auf ihre Kosten kommen, dafür ist die Akkuleistung einfach zu schwach.

Wer allerdings in erster Linie Wert auf elegantes Design sowie hervorragende Verarbeitung legt und zugleich gut mit all den genannten Makeln leben kann, der erhält mit dem ST60 ein auf ihn zugeschnittenes Mobiltelefon zu einem guten Preis. Wir empfehlen dennoch dringend, den Test des Siemens ST55 ebenfalls durchzulesen, um sich ein vollständiges Bild des ST60 machen zu können.

Größenvergleich

Foto: AMB | Vergleich Siemens ST60 und Sony Ericsson T610

 
 
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