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Inhaltsverzeichnis

Sharp GX30 Testberichte

Empfang & Sprachqualität

Laut Anzeige war der Empfang in nahezu jeder Situation bei 100%, nur selten wurden weniger als drei der vier Empfangsbalken angezeigt. Während Geräte, wie etwa das T630 von Sony Ericsson, nur noch einen Strich zu bieten hatten, konnte das GX30 vermutlich dank seiner externen Antenne einen sehr guten Empfang im Netz verzeichnen. Optisch passt sie zwar nicht ganz in die kompakte Formgebung des GX30, dafür werden sich aber die wenigsten Nutzer über abgebrochene Gespräche oder zerrissene Sprachübertragungen beschweren können.

Die Sprachqualität war grundsätzlich zufriedenstellend. In einigen Fällen stellten wir ein lästiges Rauschen fest, das trotz augenscheinlich guter Empfangslage die Übertragung störte - es war aber in allen Fällen so leise, dass man sich recht schnell damit abfinden kann. Bei hoher Umgebungsdynamik hat das GX30 wie viele seiner Konkurrenten zu kämpfen: Bei einem Telefonat auf einem belebten Bahnhof konnte uns unser Gegenüber fast überhaupt nicht mehr verstehen. Konkurrent Samsung oder Smartphones wie das Siemens SX1 haben uns hier mit starkem Rauschfilter und Sprachprozessor eher überzeugen können. top

Foto: AMB | Sharp GX30 Antenne und IrDA-Port

 

Standby- & Gesprächszeit

Der Lithium-Ionen Akku liefert eine Leistung von 780 mAh, was für ein Handy dieser Ausstattungsklasse nicht wirklich berauschend ist. Obwohl man als Kunde heute davon ausgehen dürfte, dass ein Mobiltelefon auch ohne die Verbindung an das Stromnetz einige Tage durchhalten müsste, konnte das GX30 im Dauertest nicht so recht überzeugen: spätestens jeden zweiten bis dritten Tag musste es wieder aufgeladen werden. Zwar wird der gewöhnliche User das GX30 nicht jeden Tag ununterbrochen nutzen, doch auch Vieltelefonierer sollten sich an dem Telefon erfreuen dürfen - diese sollten sich vielleicht einen Zweitakku beschaffen, wie er bei asiatischen Handys standardmäßig beiliegt.

Laut Hersteller hält der Akku im Standby-Modus rund 230 Stunden durch, Telefonate sollen bis zu einer Dauer von 210 Minuten möglich sein. Diese Werte können wir nicht bestätigen. Wie auch schon bei den Vorgängermodellen GX10 und GX20 ist der Akku für die Geräte, speziell wegen der stetig an Farbumfang und Auflösung wachsenden Displays, vollkommen überlastet.

Nicht befriedigend war darüber hinaus die Ladestandsanzeige, die schon innerhalb von 24 Stunden um bis zu drei der vier Balken absinken kann, und in vielen Fällen nicht dem tatsächlichen Ladestand entsprach. Eine genaue Einschätzung des Akkustandes ist so nur bedingt möglich und bringt des öfteren unangenehme Überraschungen mit sich. Geht man beispielsweise morgens aus dem Haus und denkt, der Akku würde bei drei Balken noch den Tag über halten, kann sich diese Anzeige bereits zum Mittag auf unter einen Balken verringert haben. Im ungünstigen Fall geht das Gerät noch am gleichen Tag von allein aus.

Zu bemängeln ist vor allem die enorme Ladezeit des Akkus. Sollte es vorkommen, dass man ein vollkommen leeres GX30 an das Stromnetz hängt, muss man sich auf gute drei bis vier Stunden einstellen, bis die rote Kontrolllampe am Gerät wieder erlischt.

 

Fazit

Das Sharp GX30 wird von Vodafone als Imaging-Lifestyle-Gerät in Reinkultur vermarktet - es ist für diese Kategorie mit einer 1-Megapixel-Kamera auf jeden Fall prädestiniert und dank der guten Qualität der Fotos auch für diesen Bereich äußerst empfehlenswert. Doch viele kleine Kinderkrankheiten rütteln an den Wertungsbalken für das jüngste Sharp-Handy des weltweit größten Netzbetreibers:

Um das Handy sinnvoll als MP3-Player oder Fotoarchiv einsetzen zu können, ist der interne wie auch der mitgelieferte Erweiterungsspeicher viel zu gering ausgefallen: bei insgesamt 14,8MB lassen sich nicht viel mehr als 3 MP3-Dateien und ein paar Fotos in höchster Auflösung speichern. Der Nutzer muss hier auf Speicherlösungen von Drittanbietern zurückgreifen, die zum Glück mittlerweile in ausreichenden Stückzahlen und zu attraktiven Preisen am Markt erhältlich sind. Das große und hochauflösende 262.144-Farben-Display erweist sich als äußerst energiehungrig, könnte aber dank ausgereifter Steuerungselemente vielleicht eine ganze Reihe von mobilen Spielefreunden begeistern - die getroffene Vorauswahl entspricht aber mit Sicherheit nicht den Möglichkeiten, die die Hardware eigentlich bietet. Und ein Preis von 600 Euro ohne Vertrag ist für ein Gaming-Handy definitiv zu hoch.

Eine Empfehlung der Redaktion verpasst das Gerät aber vor allem wegen der Connectivity-Mängel: eine nur zu Headsets kompatible Bluetooth-Schnittstelle, ein äußerst langsamer, wenn auch funktionierender, Infrarotport und vor allem das Unvermögen heutiger MMS-Standards, Megapixel-Bilder zu versenden, werfen die Frage auf, was man überhaupt mit Bildern dieser Größe auf dem Handy anfangen soll. Als Wegbereiter der neuen Generation von Multimedia-Geräten im GSM-Bereich und dank seines stilvollen Äußeren wird aber auch das GX30 seine Käufer finden.
Frank Kabodt

Mehr Bilder

Größenvergleich: Motorola V600 | Sharp GX30

 
 
 
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