Das Nokia 1100 wurde von Nokia bereits Ende Jahr 2003 zusammen mit dem Einsteiger-Gerät 3100 und dem Imaging-Handy 3200 angekündigt und bildet sozusagen das Schlusslicht von Nokias Produktpalette, gemessen an Ausstattung und Features. Es wurde offenbar insbesondere für Prepaidkundschaft konzipiert und kommt in der für aktuelle Nokia-Geräte typischen Pappschachtel mit Fotoaufdruck zum Kunden. Neben dem Barren-Handy findet sich in der Schachtel kein zusätzliches Zubehör. Vielmehr wird es ganz spartanisch nur mit dem obligatorischen Li-Ionenakku, dem Netzteil und einem Handbuch ausgeliefert.
Das Nokia 1100 könnte man als eine Art Basishandy bezeichnen, da es über keine technischen Zusatzfunktionen verfügt. Mit seinen Maßen von 106x46x20 mm ist das Nokia 1100 sehr kompakt. Die Antenne wurde in das Mobiltelefon integriert, was das 1100 bequem in der Hosentasche verschwinden lässt. Die Formen des 1100 sind schlicht, zeugen aber mit viel Fantasie von einem Retro-Industrie-Style. Das Gewicht von 93 Gramm hätte bei dieser Einfachheit ein wenig niedriger ausfallen können, vergleichbare Geräte wie das Siemens C60 oder das Sony Ericsson T230 wiegen bei weitaus besserer Ausstattung etwa gleich viel.
Das Aussehen hat durchaus Chancen, gewisse Käufergruppen anzuziehen: wer sich einfach nicht vom Minimaldesign seines liebgewonnenen 3330 trennen möchte, wird sich auch in der Bedienung beim 1100 schnell heimisch fühlen. Die Oberschalen sind austauschbar und die Tastaturmatte verbirgt sich unter einer zusammenhängenden Oberfläche, die das Eindringen von Staub oder Schmutz im wesentlichen völlig ausschließt.
Erstaunlicherweise schafft es Nokia gerade bei seinem einfachsten Produkt, die Geräuschkulisse des Akkudeckels in engen Grenzen zu halten. Auch stärkeres Drücken an für Knarzgeräusche prädestinierten Stellen ließ keine Anzeichen einer schlechten Verarbeitung erkennen.
Die Kanten des Geräts wurden mit leicht gewelltem Hartgummi umrahmt, so dass das Gerät ausgesprochen gut in der Hand liegt. Dank der zusammenhängenden Tastaturabdeckung sollte das 1100 außerdem auch gegen Spritzwasser geschützt sein.
Das Display des Nokia 1100 ist mittlerweile selbst für PrePaidhandys nicht mehr zeitgemäß. Obwohl es ähnlich dimensioniert ist, wie das des Dauerbrenners 3410, wurden weder Leuchtkraft noch Ablesbarkeit sonderlich verbessert. Höchstens wahre Puristen oder Hygiene-Fanatiker, die alle drei Wochen ein neues Handy kaufen müssen, können diesem Display vielleicht noch etwas abgewinnen. Konkurrenten wie Sagem und Sony Ericsson zeigen gerade im Prepaidbereich, dass auch dort fortgeschrittenere Technik zu Tiefstpreisen möglich ist. Vielleicht ergab die Zielgruppenanalyse bei Nokia auch, dass diese gar keine Farben mag. Mit 96 x 65 Pixeln ist das Schwarz/Weiß-Display das wahrscheinlich kleinste Display (Aussen-Displays bei Klapphandys mal ausgenommen), das mit einem neuen Mobiltelefon mit auf den Weg gegeben wird. Dementsprechend stehen dem Besitzer beim SMS-Tippen auch maximal vier Zeilen zur Verfügung. Alle hier erwähnten Eigenschaften des Displays unterbieten als Paket selbst absolute Low-End-Stars wie die Nokias 5110, 3210, 3310, 3330 und 2100. Ganz klar, die 1000er Serie ist eine Klasse für sich.
Wesentlich besser schneidet da schon die Tastatur ab. Diese wurde äußerst kompakt gestaltet und in das Wechselcover-Design integriert. Mit der zusammenhängenden Tastaturabdeckung schließt Nokia einerseits das Eindringen von Staub und Fusseln in die Tastenzwischenräume aus und bietet dem Nutzer ansprechenden Tippkomfort. Die Abstände zwischen den einzelnen Tasten sind gut gewählt und die Tasten selbst ausreichend groß und vor allem gleich groß bemessen, so dass Vertipper nur selten vorkommen dürften.
Getreu dem Bedienungsfeeling der älteren Nokia-Garde wurde auf eine Vierwege-Navigation verzichtet, eine vertikaler Navkey ist für die grobe Menünavigation verantwortlich und wird durch einen Druck auf die mit einem blauen Strich gekennzeichnete Taste in der Mitte bestätigt.
Auch die Löschtaste C ist beim 1100 wie bei seinen Vorgängern separat zur übrigen Tastatur angeordnet worden, die Power-Taste liegt für Nokia-Handys etwas ungewöhnlich direkt auf der Haupttastatur. Alle Tasten verfügen über einen guten Druckpunkt und das Handy reagiert schnell auf eingegebene Kommandos.
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