„Alter Chipsatz, neue Hülle“ ist meistens der erste Gedanke, welcher einem Betrachter, der das A920 kennt, durch den Kopf geistert.. Tatsächlich stecken aber doch einige Verbesserungen mehr in den Gehäusebauteilen des A925, als man zuerst vermuten würde: Die neue Farbkombination aus Silber und Schwarz vermittelt den Eindruck, als wäre das A925 gegenüber seinem Vorgänger schlanker geworden - die Maße sind aber absolut gleich geblieben (148x60x24 mm bei 209 Gramm). Passend zu den Gehäusefarben wurde auch der Stylus in dunklem Grau an die Gehäusefarben angepasst. Ein Punkt, den wir am A925 seinerzeit bemängelt hatten, wurde beim A925 abgestellt: Der Spalt zwischen Display und Gehäuse wurde so weit reduziert, dass kaum noch Fremdkörper, Staub oder Fusseln ins Innere des Handys eindringen können; Beim A920 war der Spalt noch ungefähr 1-2mm groß.
Mit dem A925 hat Motorola ein Smartphone im Angebot, das gegenüber seinem Vorgänger neben den offensichtlichen äußeren Unterschieden auch mit vielen kleinen Detailverbesserungen aufwarten kann. In erster Linie rechtfertigt der brillantere und besser verbaute TFT-Touchscreen den um 50€ höheren Preis gegenüber dem A920.
Der Teufel liegt wie so oft im Detail: zwar wurde erfreulicherweise die hardwaremäßig längst vorhandene Bluetooth-Connectivity auch softwaremäßig endlich aktiviert, dafür musste aber der IrDA-Port sein Leben lassen. Das intuitive Bedienkonzept von UIQ2.0, die auch für Videotelefonate geeignete drehbare Digitalkamera und der zur Lokalisierung unverzichtbare AGPS-Empfänger machen das A925 aber zur derzeit besten Wahl für Nutzer, die die Möglichkeiten, die UMTS Business-Kunden bietet, in vollen Zügen genießen wollen.
Immer häufiger erreichten uns in letzter Zeit EMails von Lesern, die etwas über die Unterschiede zwischen den beiden eng verwandten UMTS-Handsets Motorola A920 Motorola A925 wissen wollen. Da sich die beiden Geräte nur in wenigen Punkten voneinander unterscheiden, haben wir uns dazu entschlossen, nur ein Update zum A920-Test vom 20.11.2003 zu veröffentlichen: wenn Sie sich für das Gerät interessieren, empfehlen wir Ihnen daher die Lektüre des Tests zum Vorgängermodell.
Der Lieferumfang ist bis auf wenige Details identisch mit dem des A920: Neben dem Handset selbst findet man einen weiteren Akku, der mit 850 mAH genau wie der seines Vorgängers relativ schwach ausfällt. Auch die beiden Schnellladegeräte und eine Dockingstation, mit der man den zweiten Akku separat laden kann, finden sich wieder im weißen Karton und ein USB Kabel ist selbstverständlich nach wie vor fester Bestandteil des mitgelieferten Zubehörs. Vergleicht man den Lieferumfang der beiden Smartphones, wird man bis auf die angepassten Handbücher und die CD-ROM keinen Unterschied feststellen. Angesichts des höheren Kaufpreises des A925 hätte man als Zugabe vielleicht eine SD-Karte erwarten können.
Das berührungsempfindliche TFT Display ist das zentrale Bauteil des UMTS Handsets und bietet im wesentlichen Zugriff auf alle Funktionen, die sich mit dem Handset ausführen lassen. Es wurde beim A925 noch einmal deutlich verbessert. Während die Displaykomponente des A920 der von Sony Ericssons P800 glich, hat Motorola dieselbe Evolution wie der schwedisch-japanische Hersteller vollzogen und verbaut beim A925 ein dem beliebten Smartphone P900 vergleichbares Display. Die etwas unschönen Konturen des TFTs, die bei seitlicher Betrachtung auftraten, wurden erfolgreich eliminiert und machen das A925 schon alleine aus verarbeitungstechnischen Gründen zu einem ausgereifteren Gerät als das A920.
Die wenigen Softkeys, die dem UMTS-Handy neben dem Touchscreen noch zur Verfügung stehen, heben sich dank des neuen Gehäuses kontrastreicher vom Untergrund ab und alles zusammen wirkt eine Spur hochwertiger. Zugunsten der Bedienbarkeit des am unteren Rand des Gehäuses angebrachten 5-Wege-NavKeys wurden die anliegenden Tasten ein wenig ins Gehäuse hineinversetzt. So entsteht der Eindruck, als würde der Navkey ein wenig herausragen. Eine Frischzellenkur wurde auch den A und B-Tasten verpasst, denen vor allem beim mobilen Gaming eine zentrale Rolle beigemessen wird: sie sind im Gegensatz zum Vorgänger in die Länge gezogen worden und nun noch besser bedienbar als beim A920.
Die deutlichste Veränderung gegenüber dem A920 haben beim A925 die Connectivity-Features erfahren: ärgerten wir uns damals noch über die von der Software nicht unterstützte, auf der Hauptplatine aber durchaus vorgesehene Bluetooth-Schnittstelle, wurde beim A925 lediglich durch eine Anpassung der Software die Nutzung von Bluetooth in der Verkaufsversion des Geräts ermöglicht. Das war aber offensichtlich zuviel fürs Mainboard: bei der uns vorliegenden Version funktioniert dafür die IrDA-Schnittstelle nicht mehr.
Leider verbraucht das A925 genau wie sein Vorgänger von seinem 32 MB großen internen Speicher alleine ca. 24 MB für die Betriebssoftware Symbian und die Oberfläche UIQ. Dem Anwender bleiben also lediglich ca. 8 Megabyte für die freie Nutzung übrig.
Wer kennt das nicht: das Telefon klingelt, aber man hört es nicht! Das A925 verfügt zwar über einen Vibrationsalarm, aber leider haben es die Programmierer auch in dieser Version nicht geschafft, den Fehler der Software zu beheben, der es unmöglich macht, sich gleichzeitig mittels Vibration und Tonruf auf einen Anruf aufmerksam machen zu lassen. Da stellt man sich doch glatt die Frage, ob Motorola seine UMTS Kunden als Versuchskaninchen missbraucht oder ob die Softwareabteilung derzeit unterbesetzt ist. Ärgerlich bleiben auch die unzumutbaren Einschaltzeiten: Das Handset benötigt immer noch gut eine Minute und 10 Sekunden, bis man nach dem Loslassen des Einschaltknopfs zum Eingabefeld für die PIN kommt, dafür ist nun aber das Zusammenspiel zwischen Hard- und Software wesentlich stabiler: die auf dem A920 noch häufig vorkommenden Abstürze gehören der Vergangenheit an. Eingefleischte Nutzer der Software wird es freuen, dass sich mit dem A925 nun auch endlich Programme und Anwendungen im von Drittanbietern und freien Entwicklern installieren lassen. Das wäre theoretisch zwar auch mit dem A920 möglich gewesen, da beide Handsets über ein Symbian7.0-basiertes Betriebssystem mit UIQ2.0-Oberfläche verfügen; allerdings ließen sich beim A920 keine *.sis-Files installieren, die nicht signiert waren – eine Hürde für Entwickler, die einfach nur ihre Applikation ohne größere Deploymentschwierigkeiten auf dem Handset testen wollten.
An der Menüführung findet man beim A925 nur Änderungen kosmetischer Natur. Wie auch sein Vorgänger läuft auf dem Handset UIQ2.0 mit der bekannten Oberfläche, die sich von den meisten Nutzern absolut intuitiv bedienen lässt. Alle wesentlichen Funktionen des Systems sind am oberen Rand unter 5 Hauptmenüpunkten zugänglich: darunter fallen die bekannte und beliebte Startseite, auf der man alle aktuellen Termine, ToDo-Einträge und Notizen auf einmal sieht, Telefonmenü, Internetzugang, Nachrichtenzentrale, Kontaktverwaltung und die Toolbox, in der einem alle installierten Programme in einer Übersicht zur Verfügung stehen.
Die beiden einzigen Unterschiede, die wir sonst bemerkten, waren die unterschiedliche Anordnung der Icons auf der Startseite und die erweiterte Email-Voransicht, die beim Empfang einer Nachricht unter der Zeile für den Absender auch den Betreff der Email anzeigt.
Nach wie vor ist das zweieiige Zwillingspaar A920/A925 gutes Mittelmaß auf dem Gebiet der Empfangsleistung; wenn es darum geht, Hutchisons UMTS Signal zu empfangen, verhält es sich etwas schwächer als das Urgestein e606, ist aber noch wesentlich empfangsfreudiger als das auch von Siemens unter dem Decknamen U15 unter Vertrag genommene Schwestermodell A835.Die kleine knubbelige freistehende Außenantenne entfaltet hier ihre Wirkung und zaubert immer ein bis zwei von maximal 5 erreichbaren Signalstärke-Balken auf das Display. An der Sprachqualität hat sich ebenfalls nichts geändert: sie ist einem Smartphone dieser Preisklasse angemessen gut und gerade die Leistung des Mikrofons lässt Gesprächspartner nicht erkennen, ob er es mit einem Fest- oder Mobilnetz-Anruf zu tun hat. Die Freisprechfunktion sollte man jedoch besser nicht auf volle Leistung schalten, sonst bekommt man die Unzulänglichkeiten des großen auf der Rückseite verbauten Lautsprechers zu spüren, der bei hoher Dynamik zu Knacksern und Überschwingern neigt.
Wer sein A925 einfach nur in der Tasche mit sich herumträgt und sich im UMTS(3G)-Netz über guten Empfang erfreut sowie nur ein bis zwei kurze Anrufe am Tag tätigt, kommt ca. einen Tag mit einem voll geladenen Akku aus. Stürzt man sich aber ungehemmt in das Abenteuer UMTS und lädt sich Videoclips herunter, streamt Multimediainhalte und telefoniert bis das Ohr glüht, wird man feststellen, das sich der 850mAh Akku schon nach einem halben bis dreiviertel Tag nach einer Steckdose sehnt. Im 2G-Netz hielt der Akku bei sparsamer Anwendung und sehr gutem Empfang rund 49 Stunden. Wer es mit dem Telefonieren nicht übertreibt und sich vorrangig im 2G Netz aufhält, benötigt den zweiten Akku oder eine Steckdose erst nach eineinhalb Tagen.
Mit dem A925 hat Motorola ein Smartphone im Angebot, das gegenüber seinem Vorgänger neben den offensichtlichen äußeren Unterschieden auch mit vielen kleinen Detailverbesserungen aufwarten kann. In erster Linie rechtfertigt der brillantere und besser verbaute TFT-Touchscreen den um 50€ höheren Preis gegenüber dem A920.
Der Teufel liegt wie so oft im Detail: zwar wurde erfreulicherweise die hardwaremäßig längst vorhandene Bluetooth-Connectivity auch softwaremäßig endlich aktiviert, dafür musste aber der IrDA-Port sein Leben lassen. Das intuitive Bedienkonzept von UIQ2.0, die auch für Videotelefonate geeignete drehbare Digitalkamera und der zur Lokalisierung unverzichtbare AGPS-Empfänger machen das A925 aber zur derzeit besten Wahl für Nutzer, die die Möglichkeiten, die UMTS Business-Kunden bietet, in vollen Zügen genießen wollen.
Sebastian Scherl
Es wurden noch keine Kommentare abgegeben.