Für ein Lifestyle-Handy ist der Lieferumfang des 7200 recht üppig: neben dem Handy selbst erhält der Kunde ein Lederbeutelchen und -bändchen im 7200-eigenen Schnörkelstil, eine gut formulierte und ausführliche Bedienungsanleitung, ein weißes Kabelheadset mit zwei Kopfhörern, das gleichzeitig als Antenne fürs integrierte Radio dient und ein Ladegerät der mittlerweile üblichen schmalen Bauform. Da die Schalung des Geräts in 6 verschiedenen Designs verfügbar ist, sind die mitgelieferten Abdeckungen von der Entscheidung des Nutzers abhängig.
Die Schachtel selbst ist Nokia-typisch auf die Personengruppe zugeschnitten, die der finnische Hersteller mit dem 7200 ansprechen will: sie zeigt ein etwas extravagantes Rockerpärchen, das sich vor dem stilvoll dunklen Hintergrund räkelt. Vom Telefon selbst ist auf der Schachtel nicht viel zu sehen.
Das 7200 ist mit Sicherheit ein Folderhandy mit Hinguck-Garantie: zwei Gehäusekomponenten auf Vorder- und Rückseite sind mit schicken Lederimitaten ausgestattet, die sich außerdem bei Bedarf auch austauschen lassen. Dafür, dass es sich beim 7200 um eines der ersten Folderhandys handelt, die der finnische Hersteller auf den Markt bringt (für europäische Märkte ist es das erste), hat Nokia ausgezeichnete Arbeit geleistet und neue Wege für das Handydesign beschritten. Mit herstellerseitig angegebenen 115g und den Maßen 86x50x26 mm liegt das Gerät allerdings ziemlich schwer in der Hand, die kantige Form ist ebenfalls im Vergleich zu den jahrelang evolutorisch gewachsenen Samsung-Folders nicht unbedingt bedienerfreundlich. Auf der Vorderseite der Oberklappe findet der Nutzer Kamera und Multimedia-Lautsprecher, die Rückseite schließt mit einer vernünftig groß bemessenen Öse für Lanyards. Das Scharnier, das die beiden Folderteile zusammenhält, steht an der Rückseite etwas heraus, was sich aber in der Praxis nicht als sonderlich störend erwiesen hat.
Die Lederverkleidung ist leider alles andere als schmutzresistent. Nokia rät seinen Kunden daher, die Oberfläche regelmäßig mit einer Lederbürste zu reinigen; bereits nach drei Wochen regelmäßiger Bedienung konnten auch wir die ersten Flecken auf der Verkleidung beobachten. Unter der abnehmbaren Verkleidung der Oberseite findet der Nutzer den SIM-Schacht. Durch die günstige Anordnung muss zu einem Wechsel der SIM-Karte der Akku nicht entnommen werden, so dass man im laufenden Betrieb die SIM wechseln kann. Der Befestigungsmechanismus für die Schalung ist Nokia-typisch wackelig, aber noch akzeptabel: nur minimale Knarzgeräusche lassen sich den Deckeln im alltäglichen Gebrauch entlocken.
Dass man es mit einer Premiere für den finnischen Hersteller zu tun hat, entdeckt man bei der ersten Bedienung des Folders: in geöffnetem Zustand faltet er sich zu etwa 170° auf, das Scharnier lässt allerdings noch etwas Spielraum, so dass sich das Gerät auch auf 180° aufklappen lässt, was zum Beispiel beim Telefonieren zum Tragen kommt. Alles in allem wirkt die Verarbeitung recht gekonnt, weist allerdings stellenweise noch einige Mängel auf. Gerade wer zumeist hochwertig verarbeitete asiatischen Folder-Geräte gewöhnt ist, wird das 7200 als Lego-Baustein beschmunzeln - das wird ihm zwar nicht ganz gerecht, ein Fünkchen Kritik ist aber auf jeden Fall angemessen. top
Wie es sich für ein vernünftiges Folder-Gerät gehört, verfügt das 7200 über zwei Displays: das Innendisplay ist mit 128x128 Pixeln Auflösung und 65.536 Farben anderen Nokias ebenbürtig. Die reine Fläche der Folderinnenseite hätte aber auch noch mehr hergegeben. So lässt sich das 7200 am ehesten mit einem Z200 von Sony Ericsson messen.
Beim monochromen Außendisplay hat Nokia versucht, etwas Individualität zu schaffen: im aktiven Zustand wird es weiß beleuchtet und zeigt Uhrzeit und Nokia-Logo an. Darüber hinaus lassen sich Bildschirmschoner in Form von zweifarbigen Animated GIFs festlegen, die auch im Standby-Betrieb über das kleine Display huschen. Mit den hochfarbigen Äquivalenten bereits am Markt etablierter Geräte kann sich das Display allerdings nicht messen und auch die in Werbefotos versprochene Leuchtkraft ist bei weitem nicht so hoch, wie man es sich wünschen würde.
Das Tastenfeld ist in zwei Ebenen geteilt: die obere Navigationsebene besteht aus einem 5-Wege-Navkey, dessen Hotkey über einen etwas festeren Druckpunkt als die übrigen Tasten verfügt. Er wird gesäumt von zwei Softkeys und den Telefonietasten. Die Zifferntastatur überzeugt mit einem ähnlichen Design wie dem des 6230, sind aber in ihren Druckpunkten weniger exakt gearbeitet.
Das Tippen auf dem 7200 erweist sich auch nicht als sonderlich komfortabel: der relativ weit in der Gerätemitte liegende Schwerpunkt macht gerade die einhändige Bedienung nicht gerade einfach. Auch bei der Verarbeitung der Tastaturmatte könnte man noch nachbessern: Sie wurde einfach in das Gehäuse geschoben und lässt sich daher leicht hin- und herbewegen. Das wirkt insgesamt gesehen etwas schwammig. Die nicht vorhandenen Abstände zwischen den Tasten und die glatte einheitliche Oberfläche sorgten im Test für den einen oder anderen Vertipper.
Auf der rechten Seite des Geräts findet man neben dem äußerst schmal gehaltenen Infrarot-Auge die kleine, in das Gehäuse versetzte Power-Taste, auf der linken Seite wurde eine recht wackelige Tastenwippe angebracht, die die Navigation in Listen erleichtern soll und für die Lautstärkeregelung zuständig ist. Die Tastaturbeleuchtung ist angenehm hell und beleuchtet die Aufschriften auf den Tasten in verschiedenen Farben, so dass das 7200 auch im Dunkeln ausgezeichnet bedienbar bleibt.
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