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Inhaltsverzeichnis

Nokia 7610 Testbericht

Nokia 7610

Nachdem Nokia das 7610 auf der CeBIT zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorstellte, wartet nun die Mobilfunk-Generation sehnsüchtig auf den Start des Verkaufs des neuen Alleskönners mit Megapixel-Kamera. Die Finnen hatten im September 2003 mit dem 7600 das erste UMTS-fähige Handy auf dem deutschen Markt vorgestellt, das hinsichtlich seiner Form allerdings eher gewöhnungsbedürftig war und sich vermutlich alleine wegen seiner UMTS-Fähigkeit dennoch höherer Beliebtheit erfreut.

Das 7610 hingegen spielt trotz seiner unverkennbaren optischen Ähnlichkeit zum Vorgängermodell in der ersten Liga, kann bis auf die Unterstützung von UMTS auch technisch mithalten oder es sogar übertreffen. Nur wenige Mobiltelefone sind zur Zeit mit einer Megapixel-Kamera ausgestattet, so beispielsweise das von Vodafone in Deutschland angebotene GX30 des japanischen Herstellers Sharp. Doch auch Nokia setzt nun auf andere Pferde und hat die Idee hinter sich gelassen, bevorzugt den Low-Budget Bereich bedienen zu wollen. Stattdessen wird wieder mehr Wert auf Qualität und Technik gelegt - in dieser Rolle machen die Finnen eine bessere Figur.

Der Konzern hat eine schwierige Zeit hinter sich, jedoch war sie bei weitem nicht so finster, wie sie von manchen Experten und Informationsmedien dargestellt wurde. Vielmehr hatte sich das Management für einen anderen Weg entschieden, der im Zuge geringer werdender Verkaufszahlen jedoch wieder geändert wurde. Neben dem 7610 hat der Konzern noch weitere Highend- und Multimedia-Produkte im Sortiment - das Nokia 7700 kann sich hinsichtlich Display und Funktionsumfang mit nahezu jedem Gerät der Konkurrenz messen.

Lieferumfang & Verpackung

Der Lieferumfang des Nokia 7610 kann sich durchaus sehen lassen, schließlich handelt es sich bei diesem Handset um ein Highend-Gerät, mit welchem die Finnen nun auch die Oberklasse bereichern wollen. Ob dies klappt bleibt zunächst abzuwarten, das mitgelieferte Zubehör ist jedoch recht ansehnlich. Auschlaggebend ist hier in erster Linie das Datenkabel, welches sich der Kunde in den meisten Fällen zusätzlich kaufen muss. Abgesehen davon entspricht der Lieferumfang dem gängigen Standard, neben dem 7610 und entsprechendem Lithium-Ionen Akku gehört selbstverständlich ein Ladegerät zur Grundausstattung. Auf einer CD-ROM befindet sich eine Synchronisations-Software, wodurch Daten mit dem PC oder Laptop ausgetauscht werden können. Eine umfangreiche Bedienungsanleitung hilft auch bei komplizierten Problemen schnell weiter.

 

Design & Verarbeitung

In Sachen Form und Aussehen hat die Konkurrenz dem 7610 bis auf weiteres wohl nur wenig entgegen zu setzen. Mit den Abmessungen von 108x53x18 mm ist es ausgesprochen flach, wiegt für ein Barren-Handset mit einem Gewicht von 118 Gramm jedoch mehr als vergleichbare Geräte. Sony Ericssons Modell T630, das prinzipiell eine ähnliche Zielgruppe anspricht, wiegt gut 26 Gramm weniger. Die diagonal gegenüberliegenden stark abgerundeten Kanten erinnern an das Design von 7600, dessen Linienführung zwar zur Handlichkeit beitrug, aber nicht wirklich viele Nutzer begeistern kann. Das 7610 wirkt nun wie eine verlängerte Version seines UMTS-Vorgängers, büßt damit zwar an Kompaktheit ein, überzeugt aber mit besserer Bedienbarkeit.

Neben der Form haben sich Nokias Designer auch viel Arbeit mit der Farbkombination der Oberschalen gemacht. Die Nokia Xpress-on Style Packs sind in den Grundfarben Schwarz-Rot und Weiß-Grau geplant, zukünftig kann man mit weiteren Covern rechnen. Die Verarbeitung des 7610 ist grundsätzlich gut, leider weist das Modell wegen der glätzenden Oberfläche schon nach kurzer Nutzung weniger schöne Verbrauchsspuren auf und kann leicht zerkratzen. Die Kamera befindet sich in der Rückseite des Geräts, auf eine Staubschutzklappe wurde verzichtet. Für das Tragen an einem Lanyard befindet sich eine ziemlich große Öse an der unteren rechten Ecke.

Ein wesentlicher Vorteil des 7610 ist der einfache Mechanismus, mit welchem man den Akkudeckel öffnen kann. Ist dieser abgenommen, kann bei Bedarf gleich die gesamte Schale entfernt werden, somit ist eine Reinigung auch im Inneren des Gehäuse und unter dem Tastenfeld möglich. Trotz dieser Eigenschaft gibt es kaum Gründe, die Verarbeitung im Bereich der Kanten und Spalten zu beanstanden, da diese kaum sichtbar sind. Lediglich ein kleiner schmaler Streifen ist rings um das Telefon zu erkennen, dafür muss man das Gerät jedoch direkt unter das Licht halten und ganz genau hinsehen.

Ein weiterer Vorteil des 7610 ist die Verwendung meherer Materialien für die Oberfläche. Während Front und Rückseite glänzen und dem Gerät einen elegantes Aussehen verleihen, besteht der Rand aus matten Kunststoff - dies ist wohl auch einer der Gründe, weshalb die Spalten zwischen den einzelnen Bauteilen kaum auffallen. Der Knopf zum Ein- und Ausschalten befindet sich typischerweise auf der Oberseite des Geräts und ist im Gegensatz zu anderen Handys des Herstellers gut zu erreichen und leicht zu bedienen.

Auf der linken Seite befinden sich im Rand drei kleine Schlitze, diese für den Lautsprecher vorgesehen; leider neigen diese ein wenig zur Verschmutzung und sollten nach Möglichkeit hin und wieder gereinigt werden. Während die glänzende Font noch einen edlen Eindruck verleiht, so stößt die Rückseite des 7610 bei einigen Nutzern sicher auf Kritik: den Akkudeckel verziert ein Aluminium-farbenes Tribal, welches nicht von jedem gern gesehen wird. Darüber liegt die Kamera, welche eher rechts orientiert ist und sich für die Aufnahme von Fotos in einer guten Höhe befindet. Somit besteht nur ein geringes Risiko, dass aus Versehen der Finger für der Linse ist.

Leider ist die Verteilung des Gewichts nicht so gut geraten wie der Rest des Geräts. Denn möchte man es einhändig bedienen, so neigt es sich sehr schnell nach hinten, weshalb es bei Unachtsamkeit auch aus der Hand fallen kann. Display und Tastatur liegen im Verhältnis zu anderen Geräten sehr weit unten, dennoch besteht diese schlechte Verteilung des Gewichts. Was bei vielen anderen Geräten ein Problem darstellte, fällt hier kaum ins Gewicht: da sich sowohl das Display wie auch der Navkey-Bereich und die Tastatur sehr weit unten befinden, ist es nicht von Nachteil, dass sich die untere Tastenreihe fast am Rad befindet. In anderen Fällen ist diese Reihe mit dem Daumen bei einhändiger Bedienung kaum noch zu erreichen.

Display & Tastatur

Das TFT-Display verfügt über eine Farbtiefe von 16 Bit (65.536 Farben) und eine Auflösung von 176x208 Pixeln. Damit ist es zwar ebenso groß wie das des 6600, Siemens hingegen hat sein Series60-Gerät SX1 mit einem 12 Pixel höheren Display ausgestattet. Wie mittlerweile bei fast jedem Hersteller üblich befindet sich der Bildschirm unter einem Schutzfenster aus Plexiglas, so dass Schmutz und Beschädigungen kaum noch ein Problem darstellen.

Foto: AMB | Nokia 7610

Das Design der Tastatur passt sich der gesamten Form des Handsets an, die geschwungene Linienführung wurde auf die Tasten übertragen. Trotz der Größe ist die Bedienbarkeit aber leider nur mäßig: Während die Tasten auf der rechten Seite noch konventionell angeordnet sind und eine rechteckige Form aufweisen, passen sie sich nach links gehend immer mehr der Linie des 7610 an und werden etwas unübersichtlich.

Gerade in den ersten Stunden, die man mit dem 7610 verbringt, sind Vertipper wegen der unkonventionellen Anordnung kaum auszuschließen - ganz so dramatisch wie beim 7600 ist es aber nicht. Die untere Tastenreihe liegt ziemlich weit am unteren Rand des Geräts, was bei einhändiger Bedienung das Tippen zu einem Balanceakt werden lässt.

Als zentrales Bedienelement hat sich Nokia für einen 5-Wege Navkey entschieden, vielleicht wäre man hier mit einem Joystick besser beraten gewesen, denn dieser hätte sowohl der Optik gut getan, als auch die Navigation weiter vereinfacht; er ist im Vergleich zu den Zifferntasten zu klein geraten und nicht ausreichend abgehoben. Die Bedienung ist mit ihm zwar gegenüber dem Vorgänger-Fiasko recht angenehm, so überzeugend wie der Navkey eines 6230 ist er aber lange nicht.

Zu bemängeln ist auch der Abstand zwischen den einzelnen Tasten. Auf Grund des Spielraums von teilweise mehr als einem Millimeter können Staub und Schmutz oder kleine Wasserspritzer schnell eindringen. Andererseits erweckt die Tastatur den Anschein, dass sie nur nach Gesichtspunkten der Optik völlig planlos zusammengepuzzlet wurde, was auch nicht gerade zur intuitiven Bedienbarkeit beiträgt.

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