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Relativ professionell gestaltet sich auch die Terminverwaltung des CF62, die man über den im Extras-Menü versteckten Organizer vornehmen kann: ein Termin kann vom Typ Geburtstag, Jahrestag, Memo,Anruf oder Treffen sein und definiert sich über seinen Namen, Datum, Alarmfunktion (bis zu 99 Minuten vor Terminbeginn) und Wiederholung (tgl, wöchentlich, monatlich). 499 Einträge stehen dem Nutzer hier zur Verfügung, so dass man ältere Einträge möglichst zügig wieder löschen sollte. Schade, dass Siemens eine Wochenansicht der Agenda vergessen hat und der Kalender auch sonst den Charme einer reinen Zahlenwüste versprüht.
Neben dem Terminkalender kann man sich alle anstehenden Termine in einer Art ToDo-Liste anschauen ("Termine"), Notizen auf dem CF62 speichern und die Zeitzone einstellen, in der man sich gerade aufhält.
Ein Feature, das Siemens jedem seiner Geräte mitliefert und das auch beim CF62 nicht zu kurz gekommen ist, ist die Möglichkeit der Sprachwahl, die souverän Sprachkommandos entgegennimmt und entsprechende Kontakte anwählt. Sprachkommandos werden ebenfalls im relativ beschränkten reservierten Adresspeicher abgelegt, so dass man sich hier etwas zurückhalten sollte, wenn man viele Kontakte speichern möchte. Als Extras stehen darüber hinaus Taschen- und Währungsrechner, Stoppuhr und Countdown zur Verfügung.
Der Weckfunktion hat Siemens beim CF62 sogar einen eigenen Menüpunkt im Hauptmenü spendiert. Sie ist leicht zu handhaben und nervt den aufwachenden Nutzer bei Bedarf stundenlang zum Aufstehen, bzw. genau so lange, wie er den Wecker nicht explizit deaktiviert.
Wer gerne mit seinem Handy im mobilen Internet unterwegs ist, greift beim CF62 auf einen WAP1.2.1 kompatiblen Browser zurück, der GPRS mit bis zu 53,6kBps beherrscht. Einen integrierten Email-Client sucht man hingegen vergeblich. Mit Hilfe eines Fernsynchronisations-Features lassen sich Kalender- und Kontakdaten, Notizen und Aufgaben mit einem Internet-Server synchronisieren.
Einen ganz dicken Minuspunkt muss man dem CF62 allerdings in bezug auf seine Java-Fähigkeit aufs Konto schreiben. Als Virtual Machine setzt Siemens auf eine veraltete MIDP1.0 kompatible Sun-konforme J2ME-Implementierung. Das ist für viele Nutzer derzeit noch kein allzu großer Nachteil, da die wenigsten Applikationen Gebrauch von MIPD2.0-spezifischen Features machen; schlimm sind hingegen die Ladezeiten, die selbst bei simplen Java-Spielen mehr als zwei Minuten betragen !
Auch wenn das Entpacken der Applikations-Files aus den JAR-Dateien der Applikationen ein relativ zeitaufwändiger Prozess ist, zeigen im wesentlichen alle anderen Hersteller, dass diese Aufgabe auch in weniger als 10 Sekunden erledigt sein kann. Der Grund für den Einsatz einer alten JVM könnte allerdings der "Dynamic Light Composer" sein, der Gebrauch von einem Siemens-eigenen Addon macht, das es erlaubt, die Lichterkette am Rand der Tastatur zu programmieren. Da die Entwickler diese Applikation offenbar auf MIDP1.0 angepasst haben, "leidet" auch andere Software unter der alten Version.
Laufen die Spiele erst einmal, ist die standardmäßige Auswahl auf dem CF62 recht gut: neben dem Light Composer werden zwei Spiele mitgeliefert. Bei Wappo handelt es sich um ein Knobelspiel, bei dem es darum geht, einem blauen Monster durch geschickte Wahl seiner Spielzüge zu entkommen. Da das Wesen immer einen Schritt schneller läuft als man selbst, muss man es geschickt gegen Wände lenken, die es aufhalten: im Gegensatz zum Spieler bevorzugt es horizontale Bewegung gegenüber der vertikalen, was die Wahl seines Weges gewissermaßen beschränkt.
Mobiloko dürfte vor allem kleine Japaner ansprechen: eine Ameise will tanzen und die Aufgabe des Spielers ist es, ihr den Takt anhand eines im Hintergrund laufenden Beats vorzugeben. Zwischen den Taktschlägen müssen verschiedene Tastenkombinationen gedrückt werden, was das pünktliche Anschlagen des Taktes ziemlich erschwert. Da es sich bei diesem Game um eine Art primitives Geschicklichkeitsspiel handelt, fällt es um so schwerer ins Gewicht, dass die MIDP1.0-konforme JVM ihre Befehle nur gähnend langsam in Empfang gibt; spätestens ab Level 2 verliert der Spieler das Match nicht wegen seiner unmusikalischen Natur, sondern wegen der Verweigerung des Prozessors zur Annahme von Tastenbefehlen. top
Das CF62 ist das erste von Siemens auf den Markt gebrachte Mobiltelefon, das über das neue Look&Feel verfügt, welches in die kommenden Geräte der 6Xer-Serie integriert wird. Die Icons sind zwar bonbonbunt, dafür nett anzusehen und lustig animiert: sie blasen sich förmlich zu voller Größe auf, wenn sie selektiert werden. Wer sich am Einheitsblau der Menübalken sattgesehen hat, kann sich auch zwischen vier anderen Farbprofilen entscheiden: blau, braun, hellblau und gelb. Die Bedienung des 4-Wege-Hautpmenüs und der sequentiellen Untermenüs geht dank präzisem Navkey und großen Softkeys schnell und sicher von der Hand. Solange man keine Java-Applikationen startet, ist auch das Browsing durch die Menüschichten angenehm schnell und responsiv.
Bei Bedarf kann man die Menüpunkte auch in "Großschrift" anzeigen, was der Übersichtlichkeit leider nicht sehr entgegenkommt: da nun pro Unterseite nur genau ein Menüpunkt angezeigt wird, verliert man sich schnell in den vielen Punkten, die das Menü einem anbietet. Neben der Möglichkeit zur Definition einer Kurzwahl bietet sich leider keine Möglichkeit, die Standardbelegung von Softkeys oder Navkey-Shortcuts zu ändern; der linke Softkey führt vom Startscreen ins Telefonbuch, der rechte ins Menü. Der Navkey ist wie folgt vorbelegt: unten - Adressbuch, rechts - Mitteilungsmenü, links - GPRS-Info, oben - Sprachkommando / Sprachwahl.
Die Menüpunkte im Einzelnen:
Telefonbuch:
Ruflisten
Surf & Fun
Wecker
Mitteilungen
Klingeltöne
Extras
Eigene Dateien
Einstellungen
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