Dank der großen Außenantenne ist das D410 auch in abgeschirmten und weniger gut abgedeckten Lagen immer gut zu erreichen. Den höchsten Empfangswert erreicht das Telefon aber nur, wenn die Antenne nicht abgedeckt ist. Auch bei nur zwei dargestellten Balken lassen sich noch vernünftige Gespräche mit dem Gerät führen, wenn auch mit den üblichen Einschränkungen wie Aussetzern und Verschlechterungen des Sprachsignals.
Die Sprachqualität ist verglichen zu manch früherem Samsung-Gerät sehr gut, im Gegensatz zum E700 sogar ziemlich dumpf gefiltert. Leider krankt die Wertung am etwas klein und undynamisch ausgefallenen Lautsprecher, der zwar Sprache mit vernünftiger Lautstärke wiedergibt, Töne und Sprachmemos aber auch bei höchster Lautstärkeregelung noch vergleichsweise leise sind. Konkurrenten wie Nokias 7650 oder 6230 leisten hier dank Aktivlautsprecher oder rückwärtig verbautem Lautsprecher weitaus mehr.
Trotz 262.144 Farben, viel Ruftondynamik, ständiger Displaybeleuchtung und LED-Aktivität ist der Standard-Akku mit 900mAh des D410 kaum kleinzukriegen: im harten Praxistest hält er das D410 gut und gerne zwei bis drei Tage am Leben, Dauertelefonierer können sich über herstellerseitig angegebene vier Stunden Gesprächszeit freuen, die zwar nicht rekordverdächtig aber unseren Erfahrungen entsprechend realistisch sind. Wer das Telefon wirklich intensiv nutzt kann darüber hinaus vom mitgelieferten Zweitakku Gebrauch machen, der auch bei längeren Stromausfällen das D410 am Leben halten kann.
Das D410 war eines der heißesten Gerüchte des letzten Winters. Die Ernüchterung folgt wie so oft, wenn man das Gerät zum ersten Mal in der Hand hält: der Slider-Mechanismus ist zwar ausgereift, aber zu leichtgängig um einen grundsoliden und brauchbaren Eindruck zu hinterlassen. Die Klingeltöne zwar klanggewaltig, aber nach wie vor kitschig, die Connectivity auf kaum funktionierendes IrDA beschränkt und die Bedienung hakelig. So steht das D410 zwar ausstattungsmäßig weit oben bei den derzeit am Markt erhältlichen Multimedia- und Fungeräten, aber ist wirklich nur Kunden zu empfehlen, die vom Slidermechanismus und der gelungenen Verarbeitung begeistert sind - alles andere gibt's woanders mittlerweile besser.
Das D410 fungiert als Lückenmodell zwischen der alten Garde Samsungs wie dem E700, P400 oder dem S300 und der kommenden Generation E800, Z105 (UMTS) und P730. Damit ist sein Schicksal zwar noch nicht besiegelt, aber Interessenten sollten zunächst einen Blick auf das kleinere aber ähnlich ausgestattete E800 werfen, bevor sie sich für das D410 entscheiden.
Stefan Adolf
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