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Inhaltsverzeichnis

Motorola C550 Testbericht

Lieferumfang & Verpackung

Das Motorola C550 wird in einem kleinen blauen Karton ausgeliefert, der bereits einen ersten Vorgeschmack auf das Handy gibt. Die Oberseite zeigt das Mobiltelefon frontal, auf dem Display verstrahlt eine junge Asiatin einen Hauch von japanischem Flair und jugendlicher Frische. Insofern trifft die Gestaltung der Verpackung doch ziemlich genau ins Herz der Zielgruppe des Handys, auch wenn die Abbildung der Vorderseite stark über die wahren Fähigkeiten des Displays hinwegtäuscht.

Motorola C550 Lieferumfang

Foto: AMB | Motorola C550 Lieferumfang

 

Der Lieferumfang beschränkt sich auf das Nötigste und hält ein 120 Seiten starkes Handbuch, ein kleines Heft mit Hotline-Nummern von Motorola, einen Lithium-Ionen Akku mit 750 mAh, ein Ladegerät und selbstverständlich das Motorola C550 für den Käufer bereit. Für ein Einsteigerhandy kann der Lieferumfang des C550 den Käufer damit zwar nicht begeistern, aber zumindest zufriedenstellen.

Design & Verarbeitung

Das Design ist mit Abstand die größte Stärke des Motorola C550 und wird vermutlich in erster Linie ein junges Publikum ansprechen, die ihr Mobiltelefon als Blickfang brauchen. Dank modischem Design und dem edlen Touch, den Motorola mit den silbernen Gehäuseseiten erzielt, wird man auch auf den angesagtesten Partys ein willkommener Gast sein.

Motorola C550 seitliches Profil

Foto: AMB | C550 Design

Für die Damenwelt wird außerdem die zierliche Größe und das geringe Gewicht des Gerätes praktisch sein, da es mit den Maßen 98x43x19 mm und einem Gewicht von nur knapp über 90 g auch in das kleinste Handtäschchen passt und angenehm leicht in der Hand liegt, zumal Motorola trotz der Gerätegröße auf eine Außenantenne verzichtet. Links und rechts oben eingebrachte Ösen können dazu verwendet werden, um das kleine Schmuckstück um den Hals zu tragen.

Hält man das erste Mal das Motorola C550 in der Hand, fallen einem aber schnell die nicht zu verleugnenden Mängel auf, die die billige Produktionsweise des Einsteigergeräts mit sich bringt: Das Gehäuse wurde aus minderwertigem Kunststoff gefertigt und gibt unter jeder etwas weniger behutsamen Berührung ächzende Geräusche von sich. Hier zollen vermutlich die auswechselbaren Gehäuseschalen ihren Tribut an die Verarbeitung.

Motorola C550 Rückseite

Foto: AMB | C550 Rückseite

Widmet man sein Augenmerk der Rückseite des Mobiltelefons, entdeckt man sofort den Akkuverschluss, der zugleich auch die Unterschale des Handys bildet. Er lässt sich durch einen Druck auf die an der Oberseite befindlichen Entriegelung nur mühselig entfernen.

Hinzu kommt, dass sich Ober- und Unterschale miteinander verhaken können, da die Innenseiten an einigen Stellen scharfe Kanten aufweisen. Der Akku kann hingegen leicht aus seinem Fach entnommen und wieder eingesetzt werden.

Für die Entnahme der SIM-Karte gilt dies ebenfalls: man drückt einfach die entsprechende Entriegelung nach vorne, und entnimmt die Karte mit einem Handgriff. Um sie wieder einzusetzen, schiebt man sie einfach nur zwischen eine stabile Verankerung.

Die VGA-Digitalkamera ist fest auf der Rückseite des Handys integriert, wird allerdings durch keine Schutzklappe vor Staub geschützt. Auch für Selbstportraits wurde leider kein brauchbarer Spiegel oder eine andere Vorrichtung von den Konstrukteuren vorgesehen.

Display & Tastatur

Motorola C550 Vorderseite

Foto: AMB | C550 Display & Tastatur

Heutzutage versuchen sich die meisten Hersteller bei der Größe der Displays ihrer Neuvorstellungen gegenseitig zu übertreffen. In dieser Hinsicht stellt das Motorola C550 ein absolutes Novum dar, denn hier scheint man sich mit umgekehrten Vorzeichen von der Konkurrenz absetzen zu wollen. Mit den Maßen 30x20 mm ist das unter einer kratzfesten Plastikglas-Abdeckung eingefasste Farbdisplay selbst im Vergleich zu älteren Prepaid-Geräten geradezu winzig. Es bietet gerade einmal Platz für drei Zeilen Text und verhindert so die Verwendung des Handys als Organizer oder Spieleplattform. Geradezu lächerlich mutet da die Zoomfunktion der Menüführung an, die durch erst kurzes, dann langes Drücken der Menütaste aktiviert wird und den Text auf maximal zwei Zeilen vergrößert. Einmal mehr spricht dies für die anvisierte Zielgruppe von Motorola, die mit Sicherheit nicht in der Altersgruppe der 30- bis 40-Jährigen angesiedelt sein wird.

Bedauerlicherweise stellt das CSTN-Farbdisplay trotz oder gerade wegen seinen geringen Abmessungen nur 4096 Farben bei einer Auflösung von 96x65 Pixel dar. Für ein Fotohandy ist auch dies definitiv zu wenig, so dass man sich nach kurzer Überlegung fragt, ob Motorola mit der Integration der Digicam nur seine alten Lagerbestände abtragen wollte. Immerhin lässt sich jedoch die Bildschirmdarstellung bei Lichteinstrahlung oder aus verschiedenen Blickwinkeln noch gut erkennen, auch wenn Spiegeleffekte der Plastikabdeckung recht stark ins Auge fallen.

Auf dem unteren Drittel des Gehäuses sind die sehr eng beieinander liegenden und nur für zierliche Hände geeigneten schmalen Plastiktasten des C550 untergebracht. Beim Tippen von Kurznachrichten liegt das Handy wegen seines nach oben verschobenen Schwerpunkts dermaßen schlecht in der Hand, dass es häufig droht, nach oben aus der Hand zu rutschen. Auch sonst erweist sich das Tippen mit dem C550 als kleines Trauerspiel: die alphanumerischen Tasten und insbesondere die beiden Softkeys besitzen einen völlig ungleichmäßigen Druckpunkt und ein fast unmerkliches Feedback. Noch schlimmer stellte sich dabei heraus, dass man hin und wieder eine Taste zweimal drücken muss, da nicht ausnahmslos jeder Knopfdruck auch wirklich vom Gerät registriert wird.

Über den 5-Wege Navkey lässt sich hingegen fast nur Positives berichten: er hebt sich weit genug vom Gehäuse ab, verläuft nach außen hin immer höher und lässt sich hervorragend bedienen. In der Mitte des Steuerungsinstruments wurde die Motorola-typische Menütaste eingefasst, mit der man komfortabel ins Hauptmenü gelangt. Schade, dass die Taste nicht als Bestätigungs-Key dient, sondern den Nutzer immer ins Menü bringt - so geht ein Stück potenzielle Bedienbarkeit verloren.

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