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Inhaltsverzeichnis

Siemens SL65 Testbericht

Lieferumfang & Verpackung

Nachdem wir bereits kurz nach der Cebit Gelegentheit hatten, uns Siemens Design-Stück SL65 etwas näher anzuschauen, konnten wir nun ein Seriengerät ausgiebig testen. Nach den Problemen, die Siemens mit einem Software Bug zum Release der 65er-Serie hatte, sollten eigentlich alle auf dem Markt erhältlichen Geräte mit der Software Version 12 ausgestattet sein - diese war auch die Grundlage unseres Tests.

Das Siemens SL65 wird wie jedes Siemens-Handy in einer schlichten weißen Verpackung mit Abbildungen des Geräts aus verschiedenen Ansichten auf der Oberseite und den beiden Seitenklappen ausgeliefert. Dieser typisch zurückhaltende Auftritt unterstreicht den hohen, aber nicht aufdringlichen Stilanspruch des Handys. Im Lieferumfang befinden sich zusätzlich zum Mobiltelefon und dem Li-Ionen-Polymer Akku mit 700mAh Leistung noch ein Ladegerät, das Handbuch, eine Werbebroschüre über verfügbares Zubehör und eine Mini-CD-ROM mit Anleitungen für die Software des Handys und Synchronisationstools. Auf 160 Seiten bietet das Handbuch ausführliche Erklärungen in Deutsch und Englisch. Anders als man es bei einem Lifestyle-Slider eigentlich erwarten könnte, spart sich Siemens Lanyard, Tasche, oder ein Headset im Lieferumfang – sogar Konkurrent Nokia dachte beim 7200 an entsprechendes Zubehör. Auch ein Datenkabel, das mangels Bluetooth Supports für die Bildübertragung hilfreich wäre, muss der Kunde bei Bedarf zusätzlich erwerben.

Foto: AMB | SL65 Lieferumfang

 

Design & Verarbeitung

Zur Markteinführung gibt's das SL65 in den Farbkombinationen Ebony (Ebenholz) und Ivory (Elfenbein) - vereinfacht bedeutet das also schwarz und weiß. Später könnten ähnlich wie beim Vorgängermodell SL55 weitere Farbvarianten folgen, das man mittlerweile mit dem nötigen Taschengeld auch in exklusivem pinkfarbenen Escada-Design erstehen kann.

Nicht mehr die allerneueste Technik soll Siemens-Kunden von den deutschen Telefonen begeistern, sondern insbesondere Design und Gesamteindruck der Handys. Diese Strategie wurde bereits mit der ersten Ankündigung der neuen 65er-Generation zur CeBIT 2004 begonnen und tritt mit dem SL65 am deutlichsten in Erscheinung. Getreu dem selbst auferlegten „Function follows Form“-Prinzip halten sich die Siemens-Ingenieure auch beim SL65 erst an die vermeintlichen Bedürfnisse der Zielgruppe, bevor sie ihr Telefon mit Technik vollstopfen.

Foto: AMB | SL65 Design

 

Das SL65 ist ein echter Hingucker - ganz genau so wie Siemens es sich gedacht hat. Dabei fällt zuerst nicht einmal auf, das der Slider gegenüber seinem Vorgänger an Größe zugelegt hat. Mit den Außenmaßen 90 x 48 x 21 mm und einem Gewicht von 99g ist es kürzer als jedes Barrenhandy, dafür aber auch ein ganzes Stück dicker, was sich beim Tragen in der Hosentasche als nachteilig herausstellt. Da Siemens das SL65 zumindest im Marketing aber lieber in Frauenhandtaschen sehen möchte und das Gerät wie die zugegebenermaßen ziemlich misslungene Xelibri-Serie als Lifestyle-Accessoire dienen soll, fällt dies weniger ins Gewicht. Wer sein SL65 stattdessen der Öffentlichkeit ständig präsentieren will, findet eine Öse für Lanyards mittig oben am Gerät.

Das Designkonzept des SL65 ist im Ansatz identisch mit den anderen Handys der 65er-Reihe von Siemens. Ein Kunststück ist Siemens mit der Integration der Steuerelemente auf der Slideroberseite gelungen, indem sie in die Streifen, die das Gehäusedesign umschließen, eingearbeitet wurden und trotz des beschränkten Platzangebots angenehm groß ausfallen. Wie schon beim Prototypen, der uns Anfang des Jahres vorlag, ist die innere Rückseite des Sliders ziemlich unansehnlich: lediglich eine simple Aluminiumplatte, die mit zwei Schrauben an der Slider-Oberseite befestigt ist, verbirgt die Innereien vor den Blicken des Nutzers – wie es besser geht, zeigen z.B. Samsungs Slider D410 oder E800, bei denen diese Stelle mit rauhem Plastik ausgeschlagen war.

Der Akkudeckel und auch die sonstige Verarbeitung des Gehäuses sind mittelmäßig: bei stärkerem Druck konnten wir von den Plastikbauteilen leise aber deutliche Knarzgeräusche vernehmen und wirklich sicher sitzt die Abdeckung des Akkus nicht in ihrer Fassung. Zwar haben es die Siemens-Ingenieure geschafft, die Probleme des Vorgängers etwas zu verringern und von alleine wird der Deckel auch nicht abfallen, aber die Konkurrenz aus Korea zeigt deutlich, wie man es besser machen kann. Immerhin sitzt die SIM-Karte fest in ihrer Halterung, kann allerdings nur mit etwas Fingerspitzengefühl wieder entfernt werden.

Foto: AMB | SL65 Tastaturdesign / Slider

 

Das zentrale Merkmal des SL65 wird dem kleinen Gerät leider zum Verhängnis. So interessant wie der Slidermechanismus des Geräts aussieht, so unpraktisch funktioniert er. Weder Feder noch Gummilasche helfen beim Aufschieben des Geräts. Der Mechanismus ist darüber hinaus relativ schwergängig und beim einen oder anderen schnellen Öffnungsversuch fiel uns das Gerät einfach aus der Hand. Versucht man, das SL65 durch Druck auf die Unterseite aufzuschieben, drückt man fast unweigerlich auf den großen Browserkey unterhalb des Joysticks und gelangt nach dem Öffnen erstmal ins Internet. Auch beidhändige Öffnungsversuche sind nicht immer von Erfolg gekrönt, da sich das Gehäuse in verkantetem Zustand kaum aufschieben lässt. Nach längerer Zeit der Gewöhnung an den widerspenstigen Slider bekommt man allerdings ein Gefühl für ihn – wir entwickelten irgendwann eine Art Hassliebe für Siemens Umsetzung des Formfaktors.

Display & Tastatur

Foto: AMB | SL65 Display und Tastatur

Foto: AMB | SL65 Tastaturbeleuchtung

Das Display des SL65 ist eindeutig zu klein geraten. Das Gehäuse bietet Platz für mehr - dennoch verbaut Siemens nur ein 130 x 130 Pixel großes TFT-LCD mit 65.536 Farben. Dargestellt werden können bis zu 7 Zeilen Text, in manchen Menüs mit großer Schrift auch nur 5. Dafür ist das Display sauber im Gehäuse eingefasst und recht gleichmäßig ausgeleuchtet, an der Farbbrillanz muss Siemens Communications noch arbeiten. Die Oberfläche der Displayverschalung ist nicht besonders resistent – bereits nach einigen Tagen bemerkten wir die ersten winzigen Kratzer.

Der neben drei Softkeys und den zwei obligatorischen Telefonietasten auf der Oberseite integrierte Joystick des SL65 ist eine von Siemens in der 65er-Reihe erstmals verwendete Komponente und ähnelt dem des S65. Leider ist die Oberfläche trotz einer groß ausgefallenen Griffmulde sehr rutschig, sodass man auch nach längerer Übung noch häufig versehentlich falsche Eingaben tätigt.

Bereits nach kurzem Gebrauch des Joysticks bemerkt man, dass dieser ziemlich großes seitliches Spiel hat - hier wäre Siemens mit einem SX1- oder M65-ähnlichen Modell oder einem Navkey besser gefahren. Die Bedienwege sind etwas länger als beim festen SX1-Joystick und erinnern uns etwas an das wenig beachtete ST60. Neben den beiden Siemens-typischen Softkeys, die zur Auswahl von Kontextmenüs und der Zurück-Navigation dienen, hat Siemens beim SL65 einen großen dritten Softkey vorgesehen, der nach einem kurzen Druck zur Startseite und bei längerem Halten ins voreingestellte Internet-Portal führt.

Die Zifferntastatur ist etwas größer ausgefallen als beim SL55, erinnert mit seiner Präzision und im Aufbau ans CF62 oder und lässt sich einwandfrei bedienen. Leider wird die Oberseite der obersten Tastenreihe immer noch etwas vom Slider verdeckt, aber dank der vergrößerten Tasten und der leichten Abschrägungen, hat die Bedienbarkeit eindeutig profitiert.

Die Druckpunkte sind knackig und völlig gleichmäßig, Vertipper bei der Nummern- oder Texteingabe bleiben die absolute Ausnahme. Die Tastaturbeleuchtung des Handys fällt hell aber etwas ungleichmäßig aus und nimmt zu den Seiten des Tastenfeldes ein wenig ab. In der Ebony-Farbversion lassen sich die beiden Softkeys auf der Oberseite des Sliders ohne Beleuchtung nur erahnen, im Dunkeln erscheinen sie als zwei feine Striche.

Auch die Seiten des SL65 haben neben ihrem integrativen Design etwas zu bieten: auf der linken Seite des SL65 befindet sich eine gut bedienbare vertikale Wippe, die primär zur Lautstärkeregelung dient und beim Scrolling durch Texte und Listenmenüs hilft. Eine große schwarze Taste führt den Nutzer zur Direktansteuerung von Sprachmemos oder hilft bei der Auswahl von Listenelementen. Die rechte Seite ziert ein angenehm groß ausgefallenes Infrarot-Auge für die drahtlose Datenübertragung.

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