Es war immer eine Herausforderung für die Entwickler des finnischen Herstellers, in ihrer Fünfer-Serie das Nützliche mit dem Schönen zu verbinden. Den zarten Anfang eines stylischen Outdoor-Modells machte das 6250, dessen Ober- und Unterkante von Nokia extra verstärkt und dessen Tastatur aus wasserabweisendem Gummi gefertigt und dank seiner wenig ästhetischen Bauweise als "Bauarbeiter-Handy" verschrien war. Es folgten die Geräte der 5er-Reihe: das 5210 wurde deutlich als Outdoor-Gerät konzipiert und verfügte neben einem wasserfesten Gehäuse und vielen Gummistopfen auch über wechselbare Cover, einem mehr oder weniger präzisen Digitalthermometer und die Möglichkeit, einen Trageriemen am Rücken des Geräts zu befestigen. Dank der ausgefallenen und gesellschaftsfähigen Optik konnte man sich mit dem 5210 auch auf Partys sehen lassen oder bei den angesagteren Laufgruppen im Tiergarten teilnehmen. Das Zebra unter den Handys markierte Nokias letzter Versuch, ein Handy für die Zielgruppe anspruchsvoller Allwetternutzer herauszubringen: Die Tastatur des 5100 war vollständig aus einem Stück Gummi gefertigt, so dass Spritzwasser keinerlei Chancen hatte. Außerdem kam es mit einem zeitgemäßen Series40-Interface, Farbdisplay, UKW-Radio und Taschenlampe zum Kunden und erfreute sich dank der exklusiven Tragekonzepte gerade bei Radfahrern erhöhter Beliebtheit. Das 5140 ist vom Stil her der Nachfolger des 5210, ausstattungsmäßig hingegen die konsequente Weiterentwicklung des 5100.
Der Lieferumfang des 5140 ist ziemlich umfangreich ausgefallen: Neben dem Gerät, das aus einem ziemlich zerbrechlich wirkenden nacktem Grundgerät, einem Akku und zwei Schalen besteht, findet man ein Kabelheadset mit Ohrbügeln und einen Trageriemen in der Verpackung, mit dem sich das 5140 verhältnismäßig sicher an Arm, Bein, Gürtel oder Tasche befestigen lässt. Das Standard-Ladegerät und eine umfangreiche deutsche und für das Handy angepasste Bedienungsanleitung komplettieren den Verpackungsinhalt. Das Verpackungsdesign selbst wird dem Gerät nicht ganz gerecht: hier hätte man vielleicht mehr Wert auf die speziellen Outdoor-Qualitäten des 5140 legen können.
Wie es sich für ein Outdoorgerät des gehobenen Lifestyle-Bereichs gehört, ist das 5140 designtechnisch äußerst ansprechend: leicht durchsichtiger, griffester Kunststoff bestimmt die Grundkonstruktion des Gehäuses, Ecken und Kanten sind aus flexiblem, stoß- und bruchfestem Material gefertigt. Experimente hatten im Design des 5140 keinen Platz: das Mobiltelefon wirkt ausgesprochen sportlich, aber alles andere als verspielt.
Falls sich wirklich einmal Wasser ins Gehäuse vorgewagt haben sollte oder man sich an der roten Standardverschalung sattgesehen hat, lassen sich Gehäuseober- und Unterseite mit einem festen Handgriff vom Gehäuse abziehen; übrig bleibt nun ein nackter Handy-Kern ohne Tastaturfeld, der zwar etwas zerbrechlich aussieht, aber offenbar auch mit Blick auf wasserabweisendes Design gestaltet wurde.
Der Rücken des eigentlichen Geräts verfügt nicht über einen abnehmbaren Akkudeckel, sondern über eine einfache am Gehäuse befestigte Plastikplatte deren Rand mit einer schmalen Gummilippe gesäumt ist. Diese verdeckt Standard-Akku und SIM-Karte und hält in geschlossenem Zustand jeden letzten verirrten Wassertropfen vom Akkufach fern. Auch der Hör-Lautsprecher an der Oberseite des Geräts und die Seiten des Displays werden mit Gummilippen vor seitlich einfließendem Wasser geschützt. Mit in die Badewanne sollte man das 5140 allerdings nicht nehmen, alle Sicherheitsmaßnahmen sollen in erster Linie das Gerhäuse vor dem Eindringen von Kondens- und Spritzwasser hindern, wasserdicht ist das Gerät definitiv nicht.
Die Schalung besteht aus zwei Komponenten und wurde in der Mitte geteilt. Während die Oberseite kleine Löcher für Taschenlampe, Aktivlautsprecher, Kompass und Hörlautsprecher aufweist, wurde auf dem Boden der unteren Hälfte eine stramm gefederte und sauber einrastende Gummilasche eingesetzt, die POP-Port und Ladekabelanschluss vor äußeren Einflüssen schützt. Das Tastaturfeld aus Gummi ist auf Plastikgitter geklebt, das dem ganzen die nötige Stabilität und Rutschfestigkeit gibt.
Das Zusammensetzen und Zerlegen des Telefons ist eigentlich eine relativ simple Angelegenheit, erfordert aber starken Druck auf die Klammern, die die Schalen am Gerätekern halten. Ist das 5140 zusammengesetzt, fordern die großen Bauteile ihren Tribut: Sie lassen sich etwas gegeneinander verdrehen und antworten bei normalem Druck gegen die Seiten des Geräts mit leisem Knarzen. Angesichts der Funktionalität lässt sich das aber verschmerzen. Verglichen mit einem Siemens M65 scheint das 5140 ähnlich wasserfest zu sein, möglicherweise aber noch etwas resistenter gegen Stöße: beim M65 sichert eine Metallklammer und ein spezieller Riegel für die Akkuabdeckung die Gehäusebauteile gegen mechanische Gewalt, gerade das Display ist der Umwelt dort aber schutzlos exponiert. Beim 5140 ist das Display unter einem Plastikfenster untergebracht und besser vor Kratzern etc. geschützt.
Das Display des 5140 kommt aus grauer Handy-Vorzeit – gemessen am schallschnellen Ticken der Handyentwicklungsuhr: 128x128 Pixel Auflösung und 4096 Farben bringt das Gerät aufs STN. Das ist definitiv nicht mehr zeitgemäß, aber offenbar immer noch häufig in den Schubladen der Nokia-Konstrukteure zu finden. Weder Leuchtkraft noch Brillanz können subjektiv mit den starken Displays anderer Hersteller mithalten – Siemens zeigt mit dem M65, dass es auch anders geht. Für die Applikationen, die man mit dem 5140 normalerweise nutzen möchte, reicht das Display natürlich aus, mit dem 6230 hat der finnische Hersteller allerdings bereits bewiesen, dass man auf dieser Größe auch durchaus bessere Displays bauen kann.
Die Tastatur ist ein noch etwas heikleres Thema: Da man nur auf einer Gummimatte herumdrückt und der Druck ausreichen muss, um die darunterliegenden Kontakte zu aktivieren, sind die Druckpunkte alles andere als gleichmäßig; gerade bei der 0 gibt es keinerlei mechanisches Feedback über die Eingabe des Nutzers. Im Allgemeinen muss man recht fest zudrücken, um das gewünschte Ergebnis zu erhalten.
Demgegenüber steht der gut gedachte 5-Wege-Navkey im Zentrum des Geräts und die vergleichsweise kleinen Softkeys. Hier sind Verdrücker an der Tagesordnung, auch nach einiger Übung ist man selbst mit gewöhnlichen Fingern kaum in der Lage, mit dem Navkey präzise Eingaben vorzunehmen. Hier fordert die Wasserfestigkeit einen deutlichen Tribut von der Bedienung.
Neben dem gewöhnlichen Tastenfeld verfügt das 5140 wie auch schon das 5210 über zwei Volume-Tasten am linken Rand, die sich ebenfalls nur mit etwas Kraft bedienen lassen.
Wer auf sanfte und responsive Bedienbarkeit besteht, sollte die Finger vom 5140 lassen, das Siemens M65 ist um Längen besser bedienbar, wenn auch dort nicht alles Gold ist, was glänzt. Auf der rechten Seite findet man einen Knopf, der Push-To-Talk aktiviert, sofern man sich für diesen Dienst angemeldet hat. Die Oberseite des Geräts ziert schließlich der Nokia-typische Power-Button, der den Nutzer nach einem kurzen Druck in die Profile-Auswahl bringt.
Gut gelungen ist entgegen aller Mängel die Tastaturbeleuchtung, die das Tastenfeld im Dunkeln angenehm scharf in Erscheinung treten lässt, bei Tageslicht aber fast nicht auffällt.
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