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Inhaltsverzeichnis

Sony Ericsson Z1010 Testbericht

Empfang & Sprachqualität

Das Z1010 ist wie viele 3G-Geräte der zweiten Stunde ein Dualmode-Gerät und kann notfalls in den GSM-Betrieb zurückschalten: hierfür stehen allerdings nur die beiden in Deutschland und Europa gebräuchlichen Frequenzen GSM 900 und 1800 Mhz zur Verfügung. Während des gesamten Testzeitraums fiel uns auf, dass die 5 Balken der Signalstärke-Anzeige ziemlich zappelig waren und ohne größeren Anlass gerne mal anwuchsen und wieder abfielen. Selbst wenn man 40 Meter neben der nächsten Basisstation steht, ist die Anzeige kein einziges Mal zum Stillstand gekommen. Zeigt sie nur noch einen Balken an, lässt es sich zwar noch im 3G-Netz telefonieren, die Gespräche werden dann aber regelmäßig durch kurze Aussetzer begleitet. Ob man dem Z1010 die alleinige Schuld für diesen nicht sehr befriedigenden Zustand geben muss, können wir aber nicht letztlich entscheiden. Bei gutem Empfang muss man sich dafür nicht über die Sprachqualität streiten: Der kleine Lautsprecher über dem Display liefert eine ausgesprochen gute Wiedergabequalität und selbst bei einer einfahrenden U-Bahn konnten wir unseren Gesprächspartner dank der 8-fach steigerbaren Lautstärke noch verstehen – das ist deutlich besser als bei Low-End Handy-Modellen; nur zu oft sollte man diesen Test nicht wiederholen, Gehörschäden sind bei dieser Lautstärke vorprogrammiert. Polyphone Klingeltöne sowie Mp3 Dateien werden ebenfalls über den kleinen Lautsprecher abgespielt, auf einen Aktivlautsprecher wie bei Motorolas A835, dem Nokia7600 oder dem K700i wurde verzichtet. Auch die für Videocalls unentbehrliche Freisprecheinrichtung leistet gute Dienste, könnte aber noch einen Tick lauter sein: Bei der höchsten Lautstärkeregelung ist auch beim Z1010 der ungestörte Hörgenuss vorbei; vor Klirren, Rauschen und Krachen ist auch dieser Mini-Lautsprecher nicht gefeit.

Standby- & Gesprächszeit

Wer schon einmal UMTS-Mobiles in der Praxis getestet hat, assoziert mit der 3G-Technologie vor allem eines: katastrophale Akkulaufzeiten. Genau in diesem Bereich zeigt das Z1010 seine wahrscheinlich deutlichste Stärke: Der Lithium-Polymer Akku fängt mit 1260 mAh genau dort an wo andere schon lange aufhören. Vorbei sind die Zeiten, da das 3G-Handy noch allabendlich in seine Dockingstation gehörte und in denen amn man idealerweise noch den Zweitakku mit sich herumtrug: im UMTS-Netz der Mobilkom Austria (A1) konnten wir eine Bereitschaftszeit von rund 6 Tagen verzeichnen.

Erstmals können wir auch die Dauergesprächswerte des Herstellers bestätigen bzw. noch positiv korrigieren: Während Sony Ericsson lediglich 3 Stunden Dauergesprächsleistung angibt, hielt unser Testmuster exakt 357 Minuten bei aktivem 3G-Gespräch (allerdings ohne Sprachübertragung) und eingeschaltetem Display durch, das sind etwa sechs Stunden. Anschließend schaltete sich das Z1010 ab und ließ sich auch nach 5 Minuten Ruhe nicht mehr einschalten. Im Normalfall kommt das Z1010 bei voll geladenem Akku und einem regen Telefonieraufkommen rund 3,5 Tage ohne Ladegerät zurecht und muss anschließend wieder etwa 4 Stunden geladen werden, bis der Akku seine volle Kapazität erreicht hat.

Nach dem Ertönen des Akkuwarnsignals bleiben Quasselstrippen immerhin noch etwa fünfzehn Minuten Gesprächszeit, um sich pathetisch zu verabschieden. Auch die verbleibende Leistung wird – typisch für Sony Ericsson – äußerst exakt dargestellt: Genau 10 verschiedenfarbige Zwischenstände im kleinen Akkusymbol informieren über die verbleibenden Stromreserven.

Fazit

Das Z1010 ist definitiv das derzeit beste UMTS-Handset am deutschen Markt; auch für Österreich und manches andere europäische Land mit 3G-Netz stellt Sony Ericssons lange erwartetes Erstgerät ein Referenz der aktuellen UMTS-Endgerätetechnik dar. Form und Gewicht lassen sicherlich noch Platz für Verbesserungen, deutlich schlechter als die Konkurrenz ist das Z1010 diesbezüglich aber sicherlich nicht. Eine qualitativ eher mittelmäßige Kamera und ein 65.536-Farben-Display sind mittlerweile zumindest bei GSM-Geräten nicht mehr ganz aktuell, aber für den Multimedia-Spaß im UTMS-Netz durchaus brauchbar. Gerade die Akkuzeiten bringen Leben in die graue 3G-Landschaft: so lange we das Z1010 hält kein anderes UMTS-Handset durch. Mit einem für Österreich derzeit anvisierten Preis von €499 inklusive 12-Monatsvertrag ist das Z1010 allerdings ziemlich teuer, Vodafone Deutschland bietet das Gerät derzeit mit UMTS-Vertrag (24-Monate) für €299 an. So bleibt auch das Z1010 ein Gerät für EarlyAdopters mit finanziellen Sicherheiten: technisch und vor allem ausstattungsmäßig setzt es sich aber an die Spitze der Liga der UMTS-Geräte im Handy-Design. Nur Motorolas A925 und A1000 leisten mehr, sind aber auch deutlich größer und schwerer als der UMTS-Folder von Sony Ericsson.
(Sebastian Scherl)

 
 
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