Dass die Videotelefoniefunktion des Z105 nicht gerade Bestnoten einfährt, könnte auch der Varianz des Empfangsbalkens liegen: dieser hüpfte völlig unabhängig von der Bewegung des Nutzers auf und ab: selbst im Stadtzentrum von Berlin, wo man eigentlich hätte viel mehr erwarten können, war es uns nicht möglich, bessere Resultate zu erzielen: selbst bei absoluter Ruhelage beginnt die Balkenanzeige zu flattern.
Dies wirkte sich empfindlich auf die Empfangsleistung aus und schränkte auch erheblich die Multimedia-Funktionen des UMTS-Handy ein. Dienste, wie z.B. die Betrachtung von Videoclips sind ohne vorherigen vollständigen Download praktisch wertlos, da sie hier über absolut unsteten UMTS-Empfang gestreamt werden müssen; der Kunde zahlt das Übel trotzdem. Gleiches gilt auch für die Videotelefonie, da die übertragenen Bilder nur sehr abgehackt und die Sprache etwas zeitverzögert oder sogar mit Aussetzern auf dem Handy ankommen. In einem fahrenden Pkw war es uns sogar fast unmöglich, eine funktionierende 3G-Verbindung mit dem Z105 herzustellen.
Bei der normalen Sprachtelefonie ist der Empfang zwar wesentlich besser, aber eben noch nicht einmal dann wirklich einwandfrei. Da hilft selbst die externe Antenne nicht wirklich weiter, wobei es vermutlich noch mehr Aussetzer geben würde, wäre sie in das Mobiltelefon integriert worden. Wenn aber aus uns in den meisten Fällen aus unerfindlichen Gründen der Empfang einmal stimmt, ist auch Sprachqualität relativ rauschfrei und mindestens zufriedenstellend - einen deutlichen Qualitätsvorteil gegenüber 2G-Gesprächen konnten wir aber subjektiv nicht heraushören.
Laut Hersteller beträgt die maximale Standby-Zeit des Z105 230 Stunden und die maximale Gesprächszeit 210 Minuten. Im Praxistest konnten wir diese Werte definitiv nicht erreichen. Der Akku scheint aber wirklich alles gegeben zu haben, nach einer gewissen Nutzungsdauer konnte man auf dem Z105 fast schon ein Spiegelei braten - die Tastaturoberfläche erwärmt sich dabei am stärksten.
Der zweite Akku im Lieferumfang wurde von Samsung bzw. Vodafone dabei extra groß gewählt: er steht hinten aus dem Gehäuse weiter heraus als der Standardakku und macht das Z105 zu einem echten UMTS-Klotz, garantiert dafür aber immerhin mit 1300 mAh Leistung etwas längere Betriebszeiten als der Standardakku mit 900 mAh.
Wie bereits bei vielen anderen neuen Technologien, die das erste Mal für den Massenmarkt erschlossen werden sollen, so ist es auch erneut bei UMTS der Fall, dass sich die ersten Anläufe als wenig ausgereift erweisen. Das Samsung SGH-Z105 reiht sich hierbei ein in eine Reihe von UMTS-Handys, die zwar mit 3G-Technik so vollgestopft sind, dass sie von ihren Maßen her recht klobig wirken, aber noch nicht vollständig die hochgesteckten Erwartungen erfüllen, die man generell mit UMTS verknüpft. Videotelefonie und Datentransfers im Allgemeinen funktionieren noch nicht mit der Zuverlässigkeit, als dass man sie uneingeschränkt nutzen könnte. Es lässt sich allerdings nicht so recht entscheiden, wer dabei mehr Verantwortung zu tragen hat: Netzbetreiber oder Hersteller - im Falle des Z105 hält es sich vermutlich die Waage zwischen der zur Zeit noch unvollständigen UMTS-Netzabdeckung und dem Endgerät. Unser Tip: wer Videotelefonie nutzen möchte, sollte derzeit eher mit einem Z1010 liebäugeln oder vorher das Gerät unbedingt auf Herz und Nieren in seinem Umfeld testen - auch wir hätten uns ja vier Wochen lang ausschließlich in Funklöchern aufgehalten haben können...
Ronny Skrzeba
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