Mittlerweile größer als das Logo des Herstellers Sagem prangt auf der Schachtel zum MyV-55 das Brand des Netzbetreibers Vodafone. Ein wenig Vergleichen, ein wenig drehen - das Handy kennt man doch. Das MyV-55 ist nichts weiter als die Vodafone-Version von Sagems , das der französische Multikonzern bereits seit Anfang des Jahres in den Läden anbietet - Vodafone war das Design des X5-2 wohl zu bieder und hat etwas an der Linienführung auf dem Gehäuse gefeilt. Mehr dazu im Kapitel Design und Verarbeitung.
Würde ein Käufer aus Asien die Vodafone-Schachtel öffnen, die uns zur Verfügung gestellt wurde, würde er vor Schreck vermutlich erstarren: Wirklich gerade das Notwendigste wurde vom Betreiber dazugepackt: Telefon, Li-Ionen-Akku mit (920 mAh), Netzteil und eine Vodafone-eigene Bedienungsanleitung sowie ein Quickstart-Heft für ungeduldige Nutzer. Einziges Highlight, wenn mittlerweile auch bei allen modernen Telefonen mit Kamera dabei: die Zusatzsoftware auf CD hier findet der Nutzer das Programm Wellphone zur Synchronisierung der PIM-Daten mit dem PC und die sog. MPAS-Software zur einfachen Übertragung von Bildern. Weder Schalen noch Anhänger oder gar ein zweiter Akku bekommt man zum Handy des französischen Herstellers dazu, der sich anschickt, der Konkurrenz Marktanteile abzugraben - um Kunden zu begeistern, muss da deutlich mehr passieren, vermutlich aber auch seitens des Vodafone-Vertriebs.
Fit wie ein Turnschuh wirkt das Design des V55. Geschwungene Linien dominieren die Tastatur, eine edle Mischung aus schwarzen, silbernen und chromähnlichem Kunststoff zieren die Gehäusefront. Da fällt es schon fast gar nicht mehr auf, dass die Gehäuseform langweilig kastenförmig daherkommt. Auch die Rückseite bietet etwas fürs Auge: angedeutete Reliefstrukturen geben dem Rücken des V55 einen edlen Touch und erinnern an die Linienführung der Vorderseite - Kamera, Herstellerlogo und Spiegel für Selbstportraits wurden in einem Nokia-ähnlichen schlichten Balken im oberen Drittel des Geräts verbaut, auf eine Linsenabdeckung, wie man sie beim X-6 und seinen Nachfolgern fand, hat Sagem verzichtet.
Auch die Verarbeitung des V55 wirkt einem Gerät seiner Preis- und Leistungsklasse zunächst angemessen: Der Akkudeckel wird mit einem Sagem-typischen Rastmechanismus am Gehäusekern arretiert, danach hat er nur minimales Spiel; Knarzgeräusche konnten wir der Schalung immerhin nicht entlocken. Leider viel zu unprofessionell wirkt hingegen die Verarbeitung der Tastatur: sie besteht im Wesentlichen aus einer Tastaturmatte, die bei jeder Berührung die Tasten hin- und herwackeln lässt und zwischen den eigentlich nahtlos aneinanderliegenden Tasten millimeterbreite Spalte freigibt. Das wird vielleicht dem Anspruch des Geräts gerecht, der bei Exklusivvertreiber Vodafone an das V55 gestellt wird, aber bereits beim oder 6220 zeigte Konkurrent Nokia, dass man auch einer simplen Tastaturmatte den Anschein von fest eingebauten Tasten geben kann. top
Das Display des MyV-55 stellt 65.536 Farben bei einer Auflösung von 128x160 Pixeln dar. Es wirkt für ein Kamera- und Multimediahandy angemessen brillant, die Kontraste könnten hingegen etwas besser sein (der Gesamtkontrast kann beliebig justiert werden) und auch die Qualität der Displaykomponente spielt nicht in der obersten Liga: wird die Bildfläche ausschließlich von schwarzen Pixeln bedeckt, erkennt man leichte Streifen und Helligkeitsunterschiede, schon bei leichter Neigung des Displays invertieren die Farben. Auch die meisten Bilder wirken etwas pixelig in der Darstellung, Fotos werden mangels Brillanz etwas farblos wiedergegeben - nichtsdestotrotz wird man sich als Durchschnitts-Nutzer mit dem Display anfreunden können; es bietet definitiv mehr Leistung fürs Geld als manches Nokia-Kamerahandy gleicher Preisklasse. Ein Schmankerl des Displays tritt hingegen im Standby-Modus und im Dunkeln zutage: es wird auch im Ruhezustand leicht hintergrundbeleuchtet, so dass man jederzeit die Uhrzeit ablesen kann, die ähnlich wie bei Sony Ericssons T6x0 vertikal über die Displayfläche springt. Dieses Feature lässt sich jedoch nicht deaktivieren und kostet sicherlich etwas Akku-Energie.
Die Tastatur ist auf den ersten Blick gut gedacht, leider hapert's massiv an der Verarbeitung: die wackelige Tastaturmatte lässt den Daumen beim SMS-Tippen auf den Tasten herumeiern, die Tasten sind verschieden hoch angeordnet, sind verhältnismäßig klein, liegen ziemlich dicht beieinander und ihre Druckpunkte sind auch nicht ausgesprochen gleichmäßig.
Die beiden Tasten für Anrufannahme und -ablehnung sind vertikal in die Länge gezogen worden, relativ schmal und mit einem unterdurchschnittlich guten Druckpunkt versehen; gepaart mit der relativ langsamen Reaktionszeit, die das MyV-55 an den Tag legt, können hier schnell tippende Nutzer statt auf Richtungen des Navkeys aus Versehen auf die beiden Softkeys drücken - mit im Falle der Auflegentaste fatalen Folgen für die aktuelle Kurzmitteilung: diese ist anschließend in die ewigen Jagdgründe geflattert und darf nochmal erstellt werden. So mangelhaft wie sich für uns die Verarbeitung der Tastatur darstellt, so positiv ist die Anordnung und angestrebte Bedienbarkeit: der 5-Wege-Navkey besteht aus einem Richtungskranz für die Navigation und einem dicken "OK"-Knopf für die Bestätigung von Aktionen, zwei weitere Softkeys über dem Navkey übernehmen weiterhin kontextabhängige Funktionen der Menüführung. Wer sich mit der wackeligen Tastatur anfreunden und ihre deutlichen Macken gedanklich ausblenden kann, wird mit einem professionellen Bediensystem belohnt.
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| Datum | Thema |
|---|---|
| 29.12. | Sagem myV-55 |
| 08.09. | MMS mit Sagem MyV-55 und motorola V525 |