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Sagem myV-55 Testbericht

Empfang & Sprachqualität

Die Sprachqualität des MyV-55 ist sowohl auf Empfänger- als auch auf Senderseite inakzeptabel. Ein nicht wegzuschweigendes Rauschen verziert jederzeit das Sprachsignal, die Dynamik des Lautsprechers ist bei der Sprachwiedergabe ziemlich begrenzt. Im Freisprech-Modus, der über einen zweimaligen Druck der Annahmetaste aktiviert wird, neigt der Lautsprecher dafür erst in der höchsten Lautstärkejustierung zu leichten Knacksern, ist dafür aber außerordentlich laut und bietet ein mittelmäßiges Klangbild – für ein Telefonat im Auto reicht diese Freisprechfunktion allemal aus, wirklich komfortabel ist sie allerdings nicht.

An der Empfangsqualität gibt es nichts zu bemängeln oder zu bejubeln. Dank integrierter Antenne lässt sich die Netzbindung alleine durch "Handauflegen" abschwächen, Betreiberwechsel gehen dafür schnell und unkompliziert vonstatten. Im Großraum Berlin hatten wir keinerlei Empfangsprobleme im E-Netz. Wer mit dem Handy auf Reisen geht, profitiert von der mittlerweile in fast jedem Gerät zu findenden Tribandfunktionalität für die GSM-Netze mit 900, 1800 und 1900 Mhz.

Standby- & Gesprächszeit

Einen der entscheidensten Vorteile des MyV-55 haben wir erst gegen Ende der Testphase wirklich bemerkt: nämlich dann, als wir nach 10 Tagen mehr oder weniger intensiver Benutzung die Schachtel des Geräts herauskramen mussten, um das Ladegerät zu suchen. Ein Li-Ionen-Akku mit sage und schreibe 920 mAh lässt das V-55 zu einem der ausdauerndsten Telefone werden, die man derzeit bei vergleichbarer Ausstattung am Markt finden kann. Der Hersteller gibt satte 370 Stunden (15 Tage Standby) und 5 Stunden Dauergesprächszeit an, Werte die wir aus der Praxis in etwa bestätigen können. Fürs verlängerte Strandwochenende mit vielen MMS und Fotos ist das MyV-55 zumindest aus Sicht der Akku-Ausdauer daher ein idealer Begleiter.

Fazit

Sportlich, sportlich, was Sagem mit dem MyV-55 in die Vodafone-Shops bringt. Mit einem seinesgleich suchenden Turnschuh-Design, raffiniert aufgebauter – wenn auch mit Mängeln behafteter - Tastatur und vielen Lifestyle- und Multimedia-Features ist das Handy des französischen Herstellers ein recht empfehlenswertes Mittelklasse-Gerät und vor allem auf die Bedürfnisse des roten Netzbetreiberriesen zugeschnitten. Weder Bluetooth noch Email-Client noch erweiterte Connectivity-Funktionen wurden integriert, das spart Strom und schreckt Power-User ab; die würden sich aber ohnehin nur über die wackelige Tastatur lustig machen. Alle anderen finden es einfach nur schick und dank seiner überdurchschnittlichen Akku-Ausdauer, Triband-Fähigkeit und dem Hingucker-Design macht das MyV-55 im Urlaub und auf der Badematte im Schwimmbad vermutlich nicht nur diesen Sommer eine gute Figur.
Stefan Adolf

 
 
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