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Update zum Nokia 6820

Im Oktober 2003 wurde parallel zum Nokia 6820 das Tribandhandy Nokia 6810 erstmals der Fachpresse vorgestellt, das doch zumindest äußerlich sehr stark an seinen Vorgänger Nokia 6800 erinnert. Dieser strategische Zug des finnischen Mobiltelefonherstellers bot bereits damals unter Branchenkennern Anlass zu Diskussionen, da lt. verschiedenen Händlern schon das 6800 ein ziemlicher Ladenhüter war, während das handlichere und kleinere 6820 wesentlich mehr Anklang bei der zahlenden Käuferschaft fand. Alle drei Business-Handsets sprechen mit ihrer aufklappbaren QWERTZ-Tastatur die gleiche Zielgruppe an, weshalb man sich fragen muss, warum es neben einem 6800 und einem 6820 noch ein 6810 geben muss.

Auf der zweiten Ebene steht dem Nutzer allerdings nur eine sequentielle Menüführung zur Verfügung. Verharrt man etwa 14 Sekunden mit der Markierung auf einem Menüpunkt, erscheint automatisch eine kurze Erklärung dazu.

Das übersichtliche Hauptmenü kann wahlweise als Liste oder als Gitter angezeigt werden, so dass sich der Anwender entweder durch ein sequentielles oder ein 4-Wege-Menü klicken kann.

Vergleicht man die Ausstattung des 6810 mit der des 6820 stößt man allerdings schnell wieder auf unverkennbare Schwächen. Es besitzt, wie auch schon bereits das 6800, keine integrierte Digitalkamera sowie geradeeinmal 4 Stimmen für polyphone Klingeltöne. Dafür verfügt es über ein UKW-Radio, das eine gute Übertragungsqualität liefert. Ansonsten wurden dem java-fähigen 6810 im Grunde die gleichen Features mitgegeben, wie auch schon dem 6820. Diktiergerät, Freisprechfunktion, Chat, SMS E-Mail-Client, Anwendungsprogramme und Spiele entsprechen denen, die man bereits auf dem 6820 vorfinden konnte. Auch in Punkto Connectivity steht das 6810 dem 6820 in kaum etwas nach: Für den lokalen Datenverkehr sorgen Bluetooth, IrDA oder ein Datenkabel und für das schnelle XHTML-Browsing mit WAP2.0 stehen GPRS oder EDGE zur Verfügung.

Der große Vorteil gegenüber dem ansonsten viel handlicheren 6820 ist der ausreichende Abstand zwischen den mittelgroßen QWERTZ-Tasten, der vor allem den SMS-Tippern gefallen dürfte. Druckpunkt und Feedback der einzelnen Taste sind einwandfrei, so dass man sich schnell auf diese noch etwas gewöhnungsbedürftige Eingabeform einstellt und schneller als man denkt z.B. eine 3000 Zeichen umfassende Notiz verfasst.

Öffnet man die Tastaturklappe, lässt sich schnell feststellen, dass dies zwar nur mit etwas Kraftaufwand gelingt, dafür aber alles um so sauberer einrastet, stabil sitzt und nichts irgendwelche knarzenden Geräusche von sich gibt. Die freiliegenden Kontakte am oberen und unteren Bereich des Displays, die beim 6820 verschwunden waren, wurden ebenfalls vom 6800 übernommen, womit Verschleißerscheinungen auf Dauer nicht völlig ausgeschlossen sind.

Doch auch wenn das Nokia 6810 in Sachen Design mit Sicherheit keinen Schönheitswettbewerb gewinnen könnte, so kann zumindest die solide Verarbeitung durchaus überzeugen. Das vom 6800 übernommene mittelgroße 4096 Farben darstellende Display befindet sich unter einer Plastikglasabdeckung und der 5-Wege-Joystick funktioniert einwandfrei.

Beim Design hat sich bedauerlicherweise nur wenig im Vergleich zum Vorgänger 6800 verändert. Es erinnert mit seinen üppigen Maßen von 119x55x23 mm und seinem beachtlichen Gewicht von 122 g im zusammengeklappten Zustand noch immer an einen Bauklotz. Auch auf eine modische Gestaltung des Gehäuses wurde zu Gunsten der Praktikabilität weitestgehend verzichtet, so dass es auf den ersten Blick etwas billig anmutet. Hier konnte uns das 6820 mit dessen farblicher Gestaltung und mit seinen abgerundeten Formen wesentlich mehr überzeugen.

Der Inhalt ist für ein Businessgerät wie beim 6820 relativ dürftig ausgefallen: neben dem Handy erhält man zudem lediglich einen 1000 mAh Akku, ein Netzkabel, ein Kabelheadset, ein sehr ausführliches und gut verständliches 160-Seiten umfassendes Handbuch, eine praktische Bedienungsanleitung für die Einstellungen des E-Mail-Programms sowie eine Software-CD, auf der u.a. einige Java-Anwendungen und PC Suite zur Datensynchronisation zu finden sind.

Bei der Verpackung des 6810 scheint Nokia dieses mal mehr darauf geachtet, mit welchen Werbebildern sie ihre Zielgruppe am Besten ansprechen kann. Auf der Schachtel wurde völlig auf die Darstellung des Handys verzichtet und stattdessen zwei etwa 35 Jahre alte Geschäftsleute abgebildet, die an einem Landungssteg stehen. Die Maße der Packung lassen bereits vermuten, ob es sich bei dem 6810 eher um ein schmales oder doch eher um ein recht klobiges Mobiltelefon handelt.

Zu den neun Menüpunkten gehören die folgenden:

  • Mitteilungen: SMS, MMS, E-Mail, Chat, Sprachmitteilung, Nachrichten, Mitteilungseinstellungen, Dienstanfragen
  • Anruflisten
  • Adressbuch
  • Einstellungen: Profile, Chat- u. Erreichbarkeits-Einstellungen, Signaleinstellungen, Displayeinstellungen (Hintergrund, Farbpalette, Menüansicht, Betreiberlogo, Verzögerung für Bildschirmschoner, Displaykontrast), Uhrzeit- u. Datumseinstellungen, Persönliche Schnellzugriffe, Verbindungen, Weitere Einstellungen
  • Galerie: Videoclips, Grafiken, Töne, Aufnahmen
  • Radio
  • Organizer: Wecker, Kalender, Aufgabenliste, Notizen, Brieftasche (um Einkäufe über den mobilen Internetdienst zu bezahlen), Synchronisation (um Daten aus dem Kalender, Adressbuch oder Notizbuch mit dem PC auszutauschen)
  • Programme: Spiele (Backgammon, Bounce, Bowling, Chess Puzzle, Water Rapids), Sammlung (Converter II, Portfolio II, World Clock II), Extras (Sprachaufzeichnung, Rechner, Countdown-Zähler, Stoppuhr)
  • Dienste

Empfang und Sprachqualität lassen wie auch beim 6820 keine Wünsche übrig. Ähnlich verhält es sich mit der laut Herstellerangaben maximalen Standby-Zeit von guten 240 Stunden und der vergleichsweise etwas geringeren maximalen Sprechzeit von 360 Minuten. Im Praxistest konnten diese Werte erreicht werden, weshalb sie durchaus realistisch sind. Wer allerdings nicht gerade viel Wert auf Stromsparen legt und z.B. sein Bluetooth ständig aktiviert lässt, bei dem können hingegen auch andere Werte gemessen werden.

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