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Motorola V80

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Lieferumfang & Verpackung

Lang hat die Mobilfunkgemeinde in Deutschland auf das Motorola V80 warten müssen, über Zuspruch musste es sich bereits nicht beklagen und der erste Eindruck auf der CeBIT 2004 war durchaus positiv. Der Lieferumfang ist zunächst vollständig aber nicht revolutionär: neben dem Motorola V80 erhält der Käufer einen Lithium-Ionen Akku mit einer Leistung von 800 mAh, ein Ladekabel, eine ausführliche aber nicht sonderlich hochwertig Bedieungsanleitung und mehrere Quickstart-Guides. Für knapp €20 mehr bekommt man im Bundle ein formschönes Motorola Bluetooth-Headset dazu. top

Foto: AMB | V80 Lieferumfang

 

Design & Verarbeitung

Foto: AMB | Motorola V70, kam 2002 in den Handel

Foto: AMB | V80 frontal

Das V80 ist ein Nachfolgegerät des vor etwa 4 Jahren aktuellen , das seinerzeit viele Fans und genauso viele Belächler gefunden hatte: ein gewagter Öffnungsmechanismus machte das V70 in seiner Generation zum extravaganten Außenseiter. Das V80 hat die Revolution nun lange hinter sich gelassen - nach den Klappen kamen die Dreher. Andere Geräte, die sich dieser Bedienweise annehmen, sind beispielsweise die beiden kommenden Geräte Sony Ericsson S700i oder Siemens , andere werden dem Beispiel folgen, dass das V70 seinerzeit setzte.

Beim V80 wirkt die drehbare Oberschale völlig selbstverständlich - so als ob es ganz natürlich wäre, ein Handy mit einem seitlichen Schwung zu öffnen: sowohl Design und Verarbeitung werden dem Anspruch des Geräts gerecht, ein extravagantes und zugleich verspieltes Top-Modell der Multimedia-Lifestyle-Klasse zu sein. Die Kanten des schwarz polierten Kunststoffgehäuses sind chromfarben, bestehen aber aus halbdurchsichtigem Plastik.

Erst auf den dritten oder vierten Blick bemerkt man ein Feature, das in seiner qualitativen Ausführung derzeit seinesgleichen sucht: an den vier Ecken unter Kante der Oberseite verbergen sich Multicolor-LEDs, die bei Ereignissen wie Bluetooth-Verbindungen, Nachrichteneingang oder ankommenden Anrufen aktiviert werden und das V80 und seine nähere Umgebung in schillerndes Licht, nach Motorolas Namensgebung "Rythm Light" tauchen. 5 verschiedene Farbprofile und 6 Einzelfarben lassen sich im Menü für die Effekte wählen, im Falle von Bluetooth-Verbindungen pulsiert das Gerät blau, beim Laden grün. Man kann weiterhin einen Dynamic-Mode aktivieren, der mehrere Minuten lang abhängig von der Umgebungslautstärke das Licht flackern lässt. Gerade bei Gesprächen ergeben sich so farbenfrohe Leuchteffekte - ein völlig sinnloses, aber ausgesprochen faszinierendes und einzigartiges Feature.

Foto: AMB | Motorola V80

 

Mit 99x45x23 mm ist das V80 mittelmäßig groß bemessen, wiegt aber 108 Gramm und liegt ähnlich wie das V600 aus gleichem Hause angenehm schwer in der Hand. Etwas ungeschickt, aber technisch wohl nur schlecht anders zu realisieren ist die Anordnung von Lautsprecher und Mikrofon: in zugeklapptem Zustand hält man sich das V80 andersherum ans Ohr als wenn es offen ist - mit der Folge, dass man das Telefon während eines Telefonats zum Öffnen einmal herumdrehen muss. Auf der Rückseite des V80 findet man einen Lautsprecherausgang für Klingeltöne und Sounddateien, der Akkudeckel deckt etwa drei Viertel der Gehäuserückseite ab und lässt sich nur mit mäßiger Gewaltanwendung vom Gerät trennen - dafür sitzt er auch perfekt.

Unter dem Akkudeckel befindet sich unter anderem die integrierte Kamera, die mit einer Plastikscheibe vor Staub und Fusseln geschützt wird. Sie ist etwas ungünstig angebracht: im Normalbetrieb verdeckt häufig der Zeigefinger die Linse. Der Öffnungsmechanismus des V80 ist hingegen ausgezeichnet gemacht - nach etwas Übung reicht ein deutliches Tippen auf die rechte Gerätekante und der Swivel-Folder schwingt auf und rastet in der Endposition mit einem Klicken ein - wer will, kann diesen Vorgang auch von einem aus 5 vordefinierten Soundprofilen wählbaren Ton untermalen lassen. In geöffnetem Zustand ist der Displayteil etwas wackelig, was aber ein Tribut an das Grundprinzip des Geräts ist: dreht man das Gerät wieder zu, rastet das Oberteil bei 90° ein weiteres Mal ein und das System wechselt in einen speziellen Kamera- und Bildansichtsmodus, in dem die Vorschau von Fotos im Querformat besser dargestellt wird. top

Display & Tastatur

Das Display des V80 muss sich mit 176x220 Pixeln und 65.536 Farben nicht vor der Konkurrenz verstecken und darf sich mit S700i und SX1 messen lassen. Die Leuchtkraft und Brillanz des Displays zeugt von guter Komponentenqualität und bei weißem Hintergrund lässt sich das V80 auch prima als Taschenlampenersatz verwenden. Besonders beeindruckt waren wir von der Kantenschärfe der Symbole und der Bildwiederholrate des TFTs, das alle bewegten Elemente ohne Verwischer oder Ruckler darstellt. Da das TRIPLETS-System des V80 aus jeder Position bedient werden kann - Softkeys und Joystick ändern dementsprechend ihre Belegung - wird auch das Displaybild beim Aufdrehen des Geräts mit einem improvisierten visuellen Effekt an die neue Position angepasst.

Foto: AMB | V80 Tastatur

Foto: AMB | V80 Display / Rythm Lights

Foto: AMB | V80 Tastatur

Etwas ernüchternder als das Display wirkt die Tastatur. Angefangen beim Joystick, der direkt unter dem Display seinen Platz gefunden hat und von drei in den chromfarbenen kreisförmigen Rand eingelassenen Softkeys umrahmt wird bis zu den Zifferntasten auf der Innenseite des Swivel-Geräts, bei denen es den Ingenieuren wohl etwas an Ideen mangelte, wirken alle Bedienelemente etwas zu simpel für ein Gerät dieses Lifestyle-Anspruchs. Bei der Bedienbarkeit gibt's Licht und Schatten: Der Joystick eines Vorseriengeräts war ausgesprochen schwergängig und absolut unpräzise; in der Verkaufsversion wurde deutlich nachgebessert, ohne das Design zu vernachlässigen. Die drei Mini-Softkeys, die auf dem kleinen Kranz um den Joystick angebracht sind, sind leichtgängig und weisen identische Druckpunkte auf. Um vernünftig bedienbar zu sein, hätten sie aber etwas größer ausfallen müssen.

Die Zifferntastatur ist ebenfalls eher Geschmackssache als deutliche Referenz ihrer Klasse. Die Tasten sind ausgesprochen klein aber mit großen Abständen gegeneinander abgesetzt, so dass man Vertipper beinahe ausschließen kann. Der Druckpunkt aller Tasten ist gleichmäßig und recht vernünftig fühlbar: Der Weg, den eine Taste bis zur Bestätigung zurücklegen muss, ist allerdings ausgesprochen gering, was sich auf die Geschwindigkeit beim SMS-Tippen niederschlägt, da man nie ganz genau fühlen kann, ob man eine Taste bereits betätigt hat. Stilistisch passt das Tastaturfeld recht gut ins Gesamtkonzept des V80 und strahlt Ruhe und Eleganz aus, das Design wurde von früheren Kreationen wie V300 oder dem Vorgänger V70 entliehen. Die Beleuchtung der Tasten ist relativ schwach ausgefallen und schimmert blau durch die Beschriftungen. Eine Tastenwippe auf der linken Seite des Geräts hilft beim Scrolling durch die sequentiellen Menüs und ist standardmäßig für die Lautstärkeregelung reserviert. top

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