Das G50 ist ein Gerät für den asiatischen Markt und kommt wohl unter anderem auch aus diesem Grund in einer sehr ansprechenden Verpackung daher. Die ovale Schachtel aus höherwertiger Presspappe erinnert mehr an ein Schmuckkästchen oder einen Parfümkarton denn an Verpackungsmaterial für ein Handy. Neben dem Handy findet man allerdings nicht sehr viel mehr in der Schachtel - eine chinesische Anleitung und ein Netzadapter fürs deutsche Stromnetz lagen noch bei.
Das Panasonic G50 ist, man verzeihe die Pauschalisierung, offenbar für Hände asiatischer Frauen angepasst worden. Das Gerät verschwindet geradezu in der Handfläche und ist sehr klein, leicht und zierlich gehalten. Was man an Kantenlänge spart, muss in der Tiefe liegen, und daher ist das G50 zwar nicht so dick wie ein Siemens SL55, aber immer noch relativ knubbelig. Die Antenne wurde aus Platzgründen aus dem Gehäuse herausgeführt und ist leicht nach hinten abgesetzt, so dass das Handy nie ruhig auf dem Rücken liegt. Wirklich edel, wenn auch für Liebhaber, ist das Design geraten: das Tastaturlayout erinnert einen irgendwie an Schmetterlinge, am besten lässt es sich wohl mit einer runden Variante des M55 von Siemens vergleichen. Die numerischen Tasten selbst sind so schmal, dass man schon Schwierigkeiten hat, überhaupt die richtige Taste zu finden. Zu oft ist es uns passiert, dass wir statt der 9 den * gedrückt hatten, weil die Tastaturanordnung so winzig ist, dass die kontrastschwachen Aufdrucke über den Tasten kaum zu lesen sind.
Die Verarbeitung des Handies ist durchweg gut, die Präzision des Akkudeckelmechanismus sollte wenigstens bei Nokias Produktmanagern für Begeisterungsstürme sorgen. Eine auffällig große Öse am oberen Gehäuserand ist für Necklaces vorgesehen. Gerade einmal 74g machen den Zwerg zu einem der leichtesten Handies, die am Markt erhältlich sind.
Wie bereits erwähnt, sind die Tasten beim G50 alles andere als bedienerfreundlich, nach einiger Zeit der Eingewöhnung ist es aber durchaus möglich, ohne große Tippfehler Telefonnummern einzugeben oder Spiele zu spielen. Die Tasten sind sehr schmal und ein wenig wackelig. Die obere Tastenreihe steht weiter heraus als die Navigationsbuttons, so dass man mit dem Finger etwas unangenehm hin- und herrutscht. Der Fühlpunkt zur Orientierung beim "Blindflug" der Finger auf den Tasten auf der 5 ist sehr markant, wird aber aufgrund der Verwechslungsproblematik definitiv benötigt. Die Navigations- und Telefonietasten sind schmetterlingsförmig angeordnet und das Navigationselement lässt nur vertikale Bewegungen zu.
Das Display des G50 ist eines der farbklarsten, kontrastreichsten und brillantesten 4096-Farben-Displays, das wir je in einem Test bei Geräten dieser Kategorie gefunden haben. Es verfügt über eine Auflösung von 112x64 Pixel. In dieser Geräteklasse kann man gut und gerne von herausragender Qualität sprechen. Die Darstellung reagiert bei Spielen mit bewegten Elementen sehr schnell und verschmiert die Sprites nicht mit der Stärke, wie man es für ein Mini-TFT erwarten würde. Leider erfordert die Brillianz auch, dass man das Display aus einem 80-90°-Winkel betrachtet, da ansonsten schnell der bekannte Negativ-Effekt von TFTs auftritt. Schwachpunkt Standby: Im Bereitschaftsbetrieb ist weder in Räumen noch Outdoor kaum etwas vom Display zu erkennen und die spiegelnde Displayabdeckung tut ihr übriges, um die Sicht noch zu erschweren.
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