Eine schwarze Schachtel mit hyperbolischen Funktionskurven, die in der Mitte zu einem stilisierten X zusammenlaufen bekommt der Kunde, wenn er sich für das Business-Smartphone X von Sendo entschieden hat. Der wenig kreative Name wurde von Sendo gekonnt in Szene gesetzt: sowohl auf Sendos Webseite als auch auf Anleitung, CDs und in der Menüführung deuten auf den ominösen Buchstaben hin, der das Image dieses Geräts nicht so recht wiederspiegelt.
Wenn man als britischer Hersteller auf den umkämpften Smartphone-Markt drängt, ist es selbstverständlich, den Kunden bereits beim dem Öffnen der Schachtel zufriedenzustellen: Neben zwei Companion-CDs in verschiedenen Sprachen und einer deutschen Kurzanleitung fanden wir ein kabelgebundenes Headset, ein USB-Kabel für die schnelle Connectivity zu PCs und einen 1050mAh Li-Polymerakku in der Schachtel. Für ein Smartphone hat Sendo damit alles beigefügt, was man sich normalerweise wünschen kann, weitergehendes Zubehör hält der Fachhandel bereit: Tastatur, Dockingstation und Bluetooth-Headset gehören zu den Highlights, die Sendo speziell entwickelte und die im Sendo-Shop verfügbar sind.
Das X wurde von Sendo als Barrenhandy konzipiert und muss sich dank dieses Formfaktors mit den bereits seit längerem am Markt erhältlichen Geräten SX1 und 6600 sowie dem aktuellen Megapixler 7610 und dem kommenden 6670 von Nokia messen. Sendo liegt hierbei weniger an Designspielereien wie der seitlich neben dem Display angebrachten Tasten des SX1 oder dem bulligen Äußeren von Nokias Smartphone, sondern man achtete in erster Linie auf geradlinigies und zurückhaltendes Design.
Mit 110x49x23mm ist Sendos Smartphone genauso hoch wie seine Konkurrenten, aber fast einen Zentimeter schmaler als SX1 und 6600. Wer das Gerät erstmals in den Händen hält wird von der Dicke vielleicht etwas abgeschreckt sein, das 6600 ist aber bis auf 0,5mm genauso tief. Auch gewichtsmäßig nehmen sich 6600 und X nichts: mit 120g ist das X 5g leichter. Das SX1 geht hier als klarer Sieger hervor und wiegt 10g weniger als Sendos Jüngster - für ein Smartphone liegen aber alle Geräte noch im annehmbaren Bereich. Derzeit haben mehrere Hersteller weitere Series60-Geräte angekündigt oder auf den Markt gebracht, die zwar nicht alle Smartphone-Avancen haben, aber mittlerweile deutlich verschlankt wurden. Nokias 7610 oder das kommende Smartphone Nokia 6670 wirken je nach Geschmack des Kunden ansprechender und sind bisweilen auch deutlich dünner als das Sendo X.
Der Rücken des Geräts und die Grundlage des Tastaturfelds wird von poliertem Aluminium bestimmt, die Seiten bestehen aus grifffreundlichem und rutschfestem Plastik, die Kanten wurden mit glattem kleinkariert gemusterten Kunststoff verschalt, das vielleicht das Image des Geräts als britisches Datentaxi unterstreichen soll. Die Verarbeitung ist indes nicht ganz ohne Mängel: breitere Spalte an den Gehäusebauteilen zeigen, dass die Produktionsqualität nicht an die von etablierten Herstellern wie Samsung oder Sony Ericsson heranreicht. Nach längerer Benutzung machen sich kleinere Knarzgeräusche aufeinanderreibenden Plastiks bemerkbar. Immerhin sitzt der Akkudeckel ausgesprochen fest und lässt sich dennoch mit einem energischen Handgriff souverän wieder vom Gehäuse lösen. Mit einer Öse am oberen Rand des Geräts lässt sich das X an Lanyards befestigen, auch wenn sich die wenigsten Nutzer ein 120 Gramm schweres Gerät gerne um den Hals hängen werden.
Das Display ist mit 65.536 Farben und 176x220 Pixeln Auflösung dem der anderen Series60-Geräte ebenbürtig, dem des 6600 sogar um 12 Pixel in der Vertikalen überlegen; Sendo entschied sich hier für eine Standardkomponente, wie sie auch in zahllosen anderen bewährten Geräten Verwendung findet.
Die Tastatur hingegen überzeugt mit ihrer ausgesprochenen Aufgeräumtheit: Zwischen den schmalen Tasten befinden sich große Zwischenräume, die Fünf wurde gleich mit zwei "blinden" Punkten versehen, um die Orientierung auf der Tastatur zu erleichtern. Anstelle eines Joysticks hat sich Sendo beim zentralen Navigationsinstrument für einen ziemlich ungewöhnlich gestalteten NavKey entscheiden, der sich ins Geräteinnere wölbt. Die Kanten des Navkeys wirken scharfkantig, schließen aber sauber mit dem Gehäuse ab, 4 winzige Kunststoff-Plateaus helfen bei der Orientierung. Die Druckpunkte von Navkey und Tastatur sind ausgesprochen fest, gleichmäßig und deutlich, die Bedienung geht in allen Situationen zügig und fehlerfrei vonstatten; verglichen mit vielen unpräzisen Joystick-Lösungen der Konkurrenz ist der NavKey des X ein echter Fortschritt.
Etwas ungünstig hingegen sind die Softkeys am Gerät angebracht worden: Rufannahme- und Auflegentaste befinden sich direkt neben dem NavKey, daneben liegt jeweils die Menütaste für die direkte Navigation ins Menü bzw. die Löschen-Taste. Bei schnellerer Bedienung, beispielsweise bei sich ständig wiederholenden Tastenkombinationen rutscht man gelegentlich vom Navkey auf die danebenliegenden Tasten ab - bei Series60 mit der fatalen Folge, dass man im Falle der Auflegentaste wieder auf der Startseite landet; etwas Ruhe bei der Bedienung sei dem häufigen Nutzer des Smartphones also angemahnt.
Auf den ersten Blick war es manchem unserer Redakteure ein Rätsel, wie man die Optionen des Series60-Systems auswählen soll, die standardmäßig am unteren Rand des Bildschirms angezeigt werden - die Lösung sind die beiden kaum sichtbar beschrifteten Flächen, die den NavKey von oben einsäumen: ihr Druckpunkt ist relativ hart, aber dank ihrer ungewöhnlichen Größe lassen sie sich perfekt bedienen.
Zwei weitere Tasten findet man an der Seite des Sendo X: sie sind beide abgerundet und ihr Druckpunkt nicht besonders deutlich; Die Taste auf der linken Seite repräsentiert die "Stift"-Taste des Series60-Systems, mit der sich während der Eingabe Textstellen markieren, ausschneiden und einfügen oder Symboltabellen anwählen lassen. Die rechte Taste führt aus jedem Kontext direkt zur Sprachwahlfunktion. Etwas unscheinbar fristet eine nicht beschriftete metallische Power-Taste ihr Dasein am Kopf des Geräts. Nach einem kurzen Druck führt sie den Nutzer ins Profil-Menü, hält man sie etwas länger als eine Sekunde gedrückt, schaltet sich das Telefon ab.
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