Auch wenn die Geräte im dritten und letzten Teil unseres Specials zum Samsung Line-Up, den wir Ihnen im folgenden präsentieren, bereits bei vielen Händlern erhältlich sind, lohnt sich der Überblick in Form von kurzen Hands-On-Tests. Die vier Handys X460, C200N, E330 und das Megapixel-Flaggschiff P730 sind die Geräte, mit denen sich der Hersteller für das Weihnachtsgeschäft in Europa aufstellt und damit potenzieller Bestandteil jeder Kaufentscheidung. Samsung deckt inklusive den in den vorhergehenden Teilen des Specials vorgestellten UMTS-Geräten und dem Business-Slider D500 alle Bereiche der Mobilfunkwelt ab. Beginnen wir ganz unten.
Das Menü des X460 ist nach wie vor kunterbunt, vornehmlich von 3D-Grafik dominiert und führt den Nutzer sequentiell durch seine Unterpunkte, eine 4-Wege-Navigation wie beim neuen oder beim P730 hat sich Samsung für seinen Kleinsten verkniffen. Verzichten muss man auch auf Email-Client, wochenbasierten Kalender, jegliche Art von lokaler Connectivity (vom Datenkabel einmal abgesehen) und vor allem auf eine Kamera. Immerhin lassen sich MMS mit einer Maximalgröße von 80kB mit dem Handy versenden. Die Kontaktverwaltung genügt privaten Ansprüchen: für jeden Kontakt lassen sich Mobilfunk-, Privat-, Büro-, Fax- und eine weitere Nummer sowie eine Email-Adresse eintragen. Darüber hinaus kann einem Kontakt eine Gruppenzugehörigkeit aus den nicht anpassbaren Gruppen Familie, Freunde, Partner (glückwunsch, wer genug davon hat, um diese Gruppe zu nutzen), Büro und Andere zugewiesen werden wie ein Anrufersymbol und ein individueller Klingelton. Mangels Kamera muss man bei den Symbolen auf vorgefertigte Bilder zurückgreifen, die Auswahl hierfür ist recht umfangreich. Auch auf Sprachwahl oder Freisprecheinrichtung verzichtet der Käufer eines X460, dafür wird ihm mit Komfortfunktionen wie Timer, Wecker und Memofunktion beim Eierkochen, Aufstehen oder Erinnern geholfen. Ein Webbrowser surft mit GPRS,Class 10 und WAP2.0-Support durchs Netz – mit dem von Samsung bekannten Nachteil, dass die eigentlich für Bestätigungen prädestinierte zentrale Taste nach längerem Druck immer zur Web-Verbindung führt und bei kurzem Druck keinerlei Funktion hat. Negativ fällt wiederum ins Gewicht, dass Samsung beim X460 lediglich eine MIDP1.0-kompatible Java Virtual Machine installiert, die mit gängigen Spielen ihre liebe Not haben wird, auch wenn diese nur Gebrauch von den erweiterten Grafikfunktionen oder der Multimedia-API der Version 2.0 machen.
Trotzdem hinterlässt das X460 einen passablen Eindruck: die Verarbeitung stimmt bis ins kleinste Detail, der Klappmechanismus klappt ohne zu klappern und das Außendisplay leuchtet in melancholischem weiß vor sich hin, erfüllt sonst aber keine nennenswerte Funktion. Mangels Features erreicht das X460 dafür Höchstleistungen bei der Betriebszeit: Samsung gibt sie mit etwa 10 Tagen an, was wir in der Praxis weder wiederlegen noch bestätigen können. Ein größeres Manko, wenn auch für die angepeilte Zielgruppe wahrscheinlich verschmerzbar, ist die mangels Triband-Support auf Europa beschränkte Nutzbarkeit: lediglich die GSM-Bänder 900 und 1800MHz werden unterstützt. top
Wer es noch etwas simpler mag und Folderhandys ohnehin nicht viel abgewinnen kann, weil er sich bei den miniaturisierten Tastaturen die Finger brechen könnte, wird womöglich vom SGH-C200N begeistert sein. Optisch handelt es sich bei diesem Gerät um einen Nachfolger den wenig erfolgreichen frühen X-Serie wie X100 oder X600, dem seinerzeit eine drehbare aber leistungsmäßig ziemlich schwache Digitalkamera beschert war. Das C200N ist ein einfaches Handy im Barrenformat für einfachste Ansprüche an Funktionalität bei gleichzeitig hohen Anforderungen an Verarbeitung und Design. Auch wenn das Handy in schlichtem silbernem Kunststoff glänzt und die Verarbeitung nicht mit den Folderhandys von Samsung mithalten kann, sammelt es mit angenehm kleinen Maßen und einem unschlagbar geringen Gewicht Punkte: lediglich 69 Gramm – 10 Gramm weniger als das mittlerweile ein Jahr alte SGH-X100 - bringt das C200N auf die Waage und gehört damit zu den leichtesten Handys überhaupt. Mit 105mm Höhe, 43mm Breite und schlanken 19mm Tiefe ist das Gerät darüber hinaus auch für ein Handy im Barrendesign ausgesprochen handlich und lässt sich fast spurlos in der Hosentasche versenken.
Das Display ist entsprechend unspektakulär und stellt 65.536 Farben bei lediglich 128x128 Pixeln Auflösung dar - mehr schafft das gleichgeformte Hype-Handy Nokia 6230 übrigens auch nicht. Besondere Beachtung verdient hingegen die Tastatur, deren Zifferntasten und sonstigen Bedienelemente auch größeren Händen bzw. ungeschickteren Personen zusagen dürften. Bei der Bedienung macht sich die Navigation über einen quadratischen 5-Wege-Navkey bezahlt, dessen zentrale Taste wie bei den meisten anderen Lowend-Geräten des koreanischen Herstellers lediglich zum Gang ins Internet dient und nicht für die Bestätigung von Menüaktionen genutzt werden kann.
Im Bereich Ausstattung gibt sich das C200N noch etwas spartanischer als das Einstiegsgerät X450 / X460: auch ihm fehlen Kamera, Email-Client und umfangreichere Kontakt- und Kalenderfunktionen. Die Menüführung und der Funktionsumfang ist identisch wie beim X460, nur wurde bei diesem Modell der Speicher gekappt: statt 8MB muss sich der Nutzer mit insgesamt zwei Megabytes zufrieden stellen, dafür passen immer noch 1000 Telefonnummern ins Adressbuch und 200 SMS-Nachrichten ins Archiv. Auch MMS werden rudimentär unterstützt, sie lassen sich empfangen und bis zu einer Maximalgröße von 50kByte wieder versenden. Spielernaturen werden dem C200N wenig abgewinnen können; die Java-Version wird im Datenblatt nicht angegeben, was entweder auf uralten nativen Support schließen lässt oder auf eine MIDP1.0-kompatible Virtual Machine - für aktuelle Games ist das definitiv zu wenig, da scheint es nur natürlich, dass auch beim C200N keinerlei Connectivity wie IrDA oder Bluetooth zu finden ist.
Und dennoch kann man Samsung nicht vorwerfen, mit dem C200N einen Ladenhüter produziert zu haben. Das Handy besinnt sich auf seine Wurzeln: Telefonie und textbasiertes Messaging bei europäisch-schlichtem Barrendesign und ansprechend schlankem Formfaktor. Einen faden Beigeschmack hinterlässt wie schon beim X460 die mangelnde Unterstützung von GSM-Frequenzen, die außerhalb Europas Verwendung finden: das C200N versteht sich lediglich auf GSM900 und GSM1800. Als Prepaid-Gerät dürfte das Handy bei geeigneten Angeboten seine Freunde finden und wer seiner Großmutter schon immer mal ein Handy für den Notfall schenken wollte, dürfte mit dem C200N nicht daneben liegen: die Bedienung der relevanten Funktionen sollte auch für weniger technikaffine Kunden schnell erlernbar sein. top
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