Der Lieferumfang des Nokia 6610i ist eher spartanisch, jedoch ist man von Geräten des finnischen Herstellers selten anderes gewohnt. Neben dem Handy findet der Käufer den Standard-Akku (BLD-3) mit einer Leistung von 720 mAh in der Schachtel, ein Netzteil versorgt das Gerät bei Bedarf mit Strom und die Bedienungsanleitung gibt Aufschluss über technische Daten und hilft bei möglichen Problemen. Zusätztlich erhält der Kunde noch ein Kabel-Headset, welches optisch einen sehr ansprechenden Eindruck macht und auch technisch überzeugt.
Das Design der Verpackung sagt leider nichts über den Inhalt aus: Auf der Vorderseite sind zwei junge Frauen abgebildet, die scheinbar einer Meditationsübung nachgehen, hier fehlt der Bezug zum Produkt. Lediglich am unteren rechten Rand ist das Nokia-Logo abgebildet. Hier könnte einiges verbessert werden, sodass sich interessierte Kunden schnell über ein Gerät informieren können, ohne die Verpackung extra öffnen zu müssen.
Das Nokia 6610i ist ein Barrenhandy im klassischen Design der Finnen. Wegen der Form erinnert es ein wenig an die Einsteigermodelle 3510i und 2300, allerdings ist dies auf Grund der geringen optischen Unterschiede zwischen den Mobiltelefonen von Nokia nicht weiter verwunderlich. Haben wir mit dem 6610i ein weiteres Modell aus der Reihe "Volkshandys für Deutschland" vor die Füße gelegt bekommen? Zumindest das Design ist an Schlichtheit kaum noch zu überbieten: die grau-schwarze Aufmachung wirkt wie ein bedrohliches Gewitter, bei dem jede Sekunde ein Wolkenbruch zu befürchten sein muss.
Positiv hingegen ist die Lösung mit dem Akkudeckel, denn während die meisten Hersteller die Rückseite ihrer Geräte mit unschönen Brüchen und tiefen Einkerbungen versehen, fällt hier nur die Kamera ins Auge, welche allerdings ohne einen Spiegel für Selbstportraits auskommen muss. Dafür befindet sich neben dem Objektiv der Firmenname, am unteren Teil der Rückseite liegt ein kleiner Schieber zum Entsperren der Deckelbefestigung.
Mit Maßen von 106x44x19 mm und einem Gewicht von 87 Gramm kann sich das 6610i noch gut bei der Konkurrenz einordnen, jedoch ist es gegenüber vergleichbaren und auch besseren Handsets der Konkurrenz ein wenig größer. Dem Transport in der Hosentasche sollte dennoch nichts im Wege stehen. Für Käufer, die sich ihr neues Handy lieber um den Hals hängen, befindet sich an der rechten oberen Seite eine Öse.
Grundsätzlich ist die Verarbeitung gut. Hin und wieder kann es bei stärkerem Druck zu einem leisen Knarzen kommen, jedoch fällt dies nicht schwer ins Gewicht. Abermals muss auch hier der Akkudeckel gelobt werden, denn selbst mit viel Kraft lässt er sich nicht bewegen. Dafür macht der (ein wenig umständliche) Mechnismus das Öffnen des 6610i auch komplizierter. Da es sich bei den Geräten 6610 und 6610i um nahezu identische Modelle handelt, gelten diese Angaben auch für das Handy ohne Kamera.
Das Display des Nokia 6610i verfügt leider nur über eine Auflösung von 128x128 Pixel sowie eine Farbtiefe von 12 Bit (4096 Farben). Darstellungen lassen sich so nur mit minderwertiger Qualität wiedergeben. Ähnlich wie bei dem Problem, dass man über lange Zeit keine Folder in sein Programm aufgenommen und dadurch sehr viele Kunden verloren hat, muss sich Nokia nun auch hier eine neue Strategie überlegen. In Anbetracht der schlechten technischen Daten liefert zumindest die Kamera des 6610i einigermaßen gute Bilder.
Die Tastatur hingegen ist gut verarbeitet: die Tasten im Nummernfeld haben eine ausreichende Größe, an die sich der Nutzer schnell gewöhnt. Mittlerweile ist auch die Markierung der Fünf mit einem blinden Punkt Standard. Die Tastatur selbst wird man lieben oder hassen - dazwischen gibt es aus unserer Sicht kaum eine Meinung, denn sie besteht wie immer bei Nokia aus einer wabbeligen Tastaturmatte, die zwischen den beiden Gehäuseschalen eingeklemmt ist und so den Anschein voneinander getrennter Tasten hervorruft. Beim 6610i führt diese Vorgehensweise dazu, das sich die Tasten bei Berührung leicht zueinander neigen lassen, was bei schnelleren Eingabevorgängen durchaus hilfreich ist, aber nicht sonderlich professionell wirkt.
Zentrales Steuerelement ist der 4-Wege-Navkey mit den darum angebrachten Softkeys. Hier bieten sich dem Nutzer ein ausgesprochen gute Druckpunkte, die die Bedienung angenehmer gestalten und erleichtern. Während viele Unentschlossene beim Nachfolgemodell 6230 vor allem den dort verwendeten, bei vielen Einzelgeräten äußerst unpräzisen 5-Wege-Navkey bemängeln, ist man beim 6610i völlig souverän und fehlerfrei im Menü unterwegs - mit dem Nachteil, dass der Daumen zwischen Navkey und Softkey wandern muss. Die Softkeys links und rechts dienen der Bestätigung innerhalb der Menüs bzw. führen wieder eine Ebene zurück. Die rote Taste ist in erster Linie zum Auflegen gedacht, mit ihrer Hilfe kann man aber auch direkt zum Hauptbildschirm zurückkehren.
Die Taste zum Ein- und Ausschalten des 6610i liegt an der Oberkante des Geräte, hier muss sich der Nutzer jedoch ein wenig anstrengen und bei Bedarf einen spitzen Gegenstand zur Verfügung haben. An der linken Seite befindet sich eine Wippe, mit deren Hilfe die Lautstärke verändert werden kann. Leider sind die Druckpunkte hier völlig inakzeptabel, sodass eine vernünftige Bedienung kaum erfolgen kann. Die Beleuchtung der Tasten ist im Allgemeinen gut, jedoch hat man bei anderen Geräten der Konkurrenz diese schon besser gesehen. top
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