Auch wenn die Grenzen zwischen dedizierten Business-Handys mit hohen Messaging- und Flexibilitätsansprüchen, Imaging-Geräten mit immer besseren Kameras und Lifestyle-Handys mit anspruchsvollem Design bei allen Herstellern immer weiter verschwimmen: das SGH-D500 ist ein Gerät, das es schafft, fast meisterhaft alle Aspekte der unterschiedlichen Gerätegruppen ineinander zu vereinen.
Bereits am Lieferumfang lässt sich ablesen, dass es sich nicht um ein „gewöhnliches“ Handy handelt. Das Gerät kommt in einer schwarzen gebürsteten Hartkarton-Verpackung mit eingraviertem Samsung-Logo zum Kunden, die mit einer Schärpe umwickelt ist, welche nähere Informationen zum D500 zeigt. Das Innere zeigt altbekanntes, lässt aber auch gleich ein wichtiges Merkmal vermissen: einen zweiten Akku hat Samsung dem D500 nicht spendiert. Dafür gibt's ein kabelgebundenes Stereoheadset mit Lautstärkeregler, das im übrigen völlig praxistauglich und formschön ist und an den Mini-USB Port des D500 passt. Weiterhin liegt ein kleines Zubehörteil namens „Soundmate“ in der Schachtel, auf das wir im dieses Praxistests zu sprechen kommen. Neben dem Gerät selbst, einem 880mAh starken Li-Ionen Akku und einem dicken Anleitungsbooklet samt Registrierungsinformationen sowie einem Standardladegerät für Samsung-Handys mit schmalem Netzanschluss findet man noch eine lederne Trageschlaufe im Lieferumfang.
Das schlanke Design des Sliderphones und die geschwungene Optik erinnern an den mittlerweile bei vielen Betreiber günstig zu bekommenden Slider SGH-E800, glänzendes Schwarz und erstklassige Verarbeitung setzen einen deutlichen Meilenstein in Samsungs Drang nach Perfektion im Handy-Bau. Etwas nachteilig wirkt sich die Farbe des Standardmodells aus: sowohl der an den Deckflächen glänzende als auch der an den Seitenflächen matte schwarze Kunststoff scheint Fusseln magisch anzuziehen.
Die äußerst gering ausfallenden Spaltmaße verhindern hingegen das Eindringen ins Gehäuseinnere. Auch bei größerer Kraftanstrengung konnten wir weder Knarzgeräusche noch Wackler beim Slider-Mechanismuns am D500 finden – das Handy wirkt wie aus einem Guss, scheint unzerstörbar und sieht im Gesamtbild cooler aus als jedes andere Handy, das uns in letzter Zeit in die Finger kam - vielleicht abgesehen von Motorolas V620 oder . Das D500 liegt mit seinen physikalischen Maßen etwa im Mittelfeld zwischen Samsungs Slidern D410 und E800, misst in zugeschobenem Zustand 94x46x24mm und wiegt mit 99g für ein Business-Gerät dieses Formfaktors außerordentlich wenig. Wem die derzeit ausgelieferte schwarze Farbvariante weniger zusagt, soll das D500 laut Samsung in den kommenden Wochen auch im silbrig-glänzenden Look bekommen können.
Der Slidermechanismus funktioniert haptisch so eindrucksvoll, dass ein Siemens SL65 daneben so unpraktisch erscheint wie ein Teppichklopfer neben einem Staubsauger. Eine kleine Feder im Gehäuse sorgt dafür, dass sich das Handy mit einem leichten Handgriff fast wie von selbst öffnet. Beim Schließen wirkt das ganze etwas hakeliger und erfordert einen relativ deutlichen Druck, um den Slider wieder zuzuschieben. Eine auf der Oberseite angebrachte Gummilippe erweist sich vor allem beim einhändigen Öffnen als hilfreich. Die Rückseite der Slideroberseite ist mit hochwertigem Kunststoff ausgeschlagen, ein in kunstvollen Lettern gehaltener Schriftzug weist auf die Leistungsklasse der Kamera hin. Diese befindet sich ganz unscheinbar am Kopf des Sliders und verbirgt sich bei geschlossenem Handy staubsicher im Gehäuseinneren. Der Akku, der wie immer bei Samsung gleichzeitig die Rückseite des Gehäuses bildet, rastet mit einem sanften Klicken in seiner Arretierung ein und bewegt sich anschließend keinen Millimeter.
Wenn es nicht noch so viel mehr über das D500 zu berichten gäbe, würden wir uns vermutlich am längsten beim Display aufhalten. Dieses ist mit 176x220 Pixeln angemessen hoch aufgelöst und stellt 262.144 Farben dar. Auch wenn die Displayfläche mit 1,9 Zoll Diagonale relativ klein ausfällt, wirkt die Darstellung gestochen scharf, leuchtstark und äußerst farbenfroh – vielleicht vergleichbar mit T-Mobiles TM100, Sharps GX30 oder Sony Ericssons S700i. Der einzige Makel, den man an der High-Tech TFT-Komponente vielleicht finden könnte: jedes einzelne Pixel lässt sich auf dem Screen ausmachen, weiße Flächen werden von einem leichten Gittermuster durchzogen. Dafür ist die Beleuchtung sehr gleichmäßig und bei Bedarf auch in 5 Stufen justierbar.
Die nächsten Lobeshymnen kann man – diesmal mit leichten Einschränkungen – über die Tastatur singen. Die wichtigsten Bedienelemente fürs Menü, ein vollwertiger 5-Wege-Navkey, zwei obligatorische Softkeys, die beiden Telefonietasten und ein Löschen-Button ( C ) machen das Gerät auch in geschlossenem Zustand gut bedienbar. Dabei fiel uns gerade der Navkey äußerst positiv auf, da sich der Hotkey nach jahrelanger Kritik endlich auch als Bestätigungstaste verwenden lässt und nur noch direkt aus der Startseite heraus ins WAP führt. Die Druckpunkte der Bedienelemente sind weitestgehend gleichmäßig und angenehm hart, lediglich beim Navkey neigt man gelegentlich zu Vertippern, da der zentrale Knopf für Bestätigungen sich gefühlsmäßig kaum von der Richtungswippe abhebt. Anders als beim Siemens SL65 läuft man auch nicht Gefahr, beim Aufschieben versehentlich einen der Knöpfe auf der Oberseite zu betätigen – sie wurden etwas von der Unterkante abgesetzt und selbst diese wird man dank der Gummilippe selten zum Öffnen des Sliders verwenden.
Die Zifferntastatur erinnert im Aufbau etwas an Nokias Tastaturreferenz 6230, die mittlere Tastenspalte ist durch einen abgerundet rechteckigen Spalt leicht von den beiden äußeren Spalten getrennt. Vertikal wurden die seitlichen Zifferntasten mit -ähnlichen Metallbrücken voneinander getrennt, die sich aber kaum erfühlen lassen und eher als Designelement durchgehen. Zwei „blinde Punkte“ auf der 5 helfen beim Zurechtfinden auf der Tastatur im Dunkeln. Die Druckpunkte fallen sehr knackig aus, der Bedienweg jeder Taste erscheint uns aber noch etwas länger als bei Siemens SL55 oder SL65; in der Praxis haben wir uns in den seltensten Fällen auf der Zifferntastatur vertippt. Einige Tasten nehmen Zusatzfunktionen wahr: Während die 1 für die Direktanwahl der Voice-Mailbox zuständig ist, schaltet man mit der 0 im Kameramodus den Blitz hinzu und nach einem längeren Druck auf # schaltet sich das Handy auf stumm.
Die Tastaturbeleuchtung wirkt zwar etwas spartanisch, ist dafür im Ziffernbereich völlig gleichmäßig und recht hell. Im Navigationsbereich nimmt die Helligkeit insbesondere bei den Softkeys etwas ab. Die Tasten an den Seiten des Geräts sind weitestgehend funktionsfrei und dennoch gut bedienbar: mit der Tastenwippe an der rechten Seite lässt sich aus jedem Bedienkontext heraus die Lautstärke für Tasten, Klingeltöne und Medienwiedergabe regulieren sowie in der Kontaktansicht die Adresslisten durchwandern, an der linken Seite findet man eine gut bedienbare Taste für die Direktnavigation zum Kameramenü.
Ist o.k.!