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Inhaltsverzeichnis

Sony Ericsson V800 Testbericht

Lieferumfang & Verpackung

Das Sony Ericsson V800, das exklusiv über Vodafone vertrieben wird, kommt wie alle aktuellen UMTS-Geräte des Betreibers in einer silbergrauen Schachtel mit Rundum-Fotos des Handys und einigen Vodafone Logos zum Kunden, die passend zum Marketingkonzept von Vodafone eine UMTS Inschrift tragen und der im GSM-Bereich nach wie vor etwas altertümlich wirkenden Symbolik entgegenwirken. In der Verpackung findet man ein dickes Handbuch, einen Quick Start Guide, eine CD mit Sony Ericssons PC Suite und sonstige Unterlagen, die separat in einer grau melierten Hartplastiktasche verpackt wurden.

Der weitere Lieferumfang fällt im Vergleich zu bisherigen GSM-Beigaben groß aus und ist dem Preis des V800 angemessen umfangreich. Neben dem Handy selbst und einem 900mAh Lithium-Polymer Akku finden sich zusätzlich noch das Ladegerät, ein kabelgebundenes Headset, ein USB-Datenkabel, ein 32 MB Memory Stick Duo mit passendem Adapter für den Einsatz in älteren Memory Stick-Ports und ein Poliertuch aus Mikrofaser mit Sony Ericsson Logo in der Schachtel. Wenn es am Lieferumfang etwas zu bemängeln gibt, dann ist es ein Ersatzakku, der sich bei dem immer noch Strom fressenden UMTS-Gerät als sehr hilfreich erweisen könnte oder ein Bluetooth-Headset.

Foto: AMB | V800 Lieferumfang

 

Design & Verarbeitung

Wie seinen Vorgänger Z1010 hat Sony Ericsson das V800 als Folderhandy konzipiert und ist von der bisherigen Designlinie fast vollständig abgewichen – lediglich der 5-Wege-Navkey erinnert noch deutlich ans Z600, Formen und Tastaturgestaltung lassen (abgesehen vom Schriftzug des Herstellers) nicht sofort erkennen, dass man es mit einem Gerät des schwedisch-japanischen Joint-Ventures zu tun hat. Und man mag es nach dem „Branding-Wahnsinn“ der vergangenen Jahre kaum glauben, aber die Zusammenarbeit von Sony Ericsson und Vodafone zeigt sowohl in der Menügestaltung als auch beim Gehäusedesign durchaus Vorzüge. Das Branding des Betreibers ziert mit einem abgesetzten Symbol und einem grauen Schriftzug die Vorder- und Rückseite und passt zu Farbe und Stil des Geräts. Das Hauptmerkmal der Oberseite, das Außendisplay, thront über einer kleinen blinkenden Status-LED auf einer matt-silbernen Aussparung direkt über dem Aktivlautsprecher, der mit seinem Gräting bereits die Klanggewalt versinnbildlicht, die im V800 steckt.

Foto: AMB | V800 4-Seitenansicht

 

Dass Designexperimente nicht zu extrovertierten Stileskapaden für kautzige Mobilfunk-Insider mutieren müssen, wird am V800 deutlich: die vier seitlichen Tasten für Termine, Telefonstatus, Kamera, Kameralicht und Lautstärkeregelung sind symmetrisch auf ausladenden abgesetzten Kunststoffbrücken angebracht. Das Scharnier besteht aus einem ungewöhnlich dicken Zylinder, in dessen Mitte eine drehbare 1,3-Mpixel-Kamera Platz findet. Zu den Folderenden verbreitert sich das Gehäuse etwas und verleiht dem Gerät sein unverwechselbares „axtförmiges“ Aussehen.

Foto: AMB | V800 Design

 

Mit 102x49x23,6mm fällt das V800 um je einen halben Zentimeter schmaler und vor allem flacher als das Sony Ericsson Z1010 aus und die Ingenieure konnten auch das Gewicht deutlich drücken: mit 128g ist das Gerät 16g leichter als das Z1010 und immerhin noch 12g leichter als die beiden aktuellen Z107 und Z110 UMTS-Folder von Samsung. Angesichts der Größe des Gehäuses mag man es nicht erwarten, aber das V800 wirkt federleicht. Wer das V800 gerne an einem Lanyard tragen möchte, findet an der oberen linken Ecke dafür eine entsprechende Öse. Das V800 arretiert mit deutlichem Knacken in den Endpositionen des Faltmechanismus und die um 270° drehbare Kamera rastet an drei Punkten in ihrer Führung ein: entweder sie blickt staubgeschützt ins Innere des Gehäuses, weist für Megapixel-Fotos nach außen oder nimmt nach Innen gerichtet Bilder vom Anrufer für die Videotelefonie auf. Das ganze wird dann vom Hersteller „Motion Eye-Kamera“ betitelt, ist aber laut unserer Kenntnis zum Glück nicht patentierbar. Direkt neben der Kameralinse befinden sich sechs äußerst helle weiße LEDs, die als Kameralicht dienen. An der Unterseite des Gerätes befindet sich der typische Sony Ericsson Connector für Ladegerät, Datenkabel und Headsets. Daneben findet ein unter einer Gummilasche versteckter Miniatur-USB-Adapter seinen Platz.

Foto: AMB | V800 USB-Connector

 

Erstmals bei einem Gerät von Sony Ericsson fielen uns schon nach kurzem Gebrauch erste kleinere Mängel in der Verarbeitung auf: zwar entspricht Materialwahl und Bauweise den üblichen Qualitäten des Herstellers, doch ist der Akkudeckel erstmals nicht fest am Gehäuse verankert und lässt ein wenig Spiel zu, was den einen oder anderen Knarzer vom V800 vernehmen lässt. Zu bemängeln sind auch die beiden Schräubchen auf der Rückseite des V800, die vielleicht das industrielle Image des Geräts stärken sollten, sich nach unserer Kenntnis aber erstmals bei diesem Hersteller auch den Blicken des Nutzers aussetzen. Und während das Design des Handys aus der Ferne betrachtet ein echter Hingucker ist, werden einem auf der glatten Außenseite schnell Fingerabdrücke auffallen, die sich aber mit handelsüblichen Wollpullis, Brillenputztüchern oder dem beigelegten Mikrofasertuch wieder leicht entfernen lassen.

Display & Tastatur

Foto: AMB | V800 Display

Foto: AMB | V800 Außendisplay

 

Foto: AMB | V800 Tastatur

Foto: AMB | V800 Tastaturbeleuchtung / Kameralicht

Das Hauptdisplay des Sony Ericsson V800 fällt mit 176x220 angenehm groß aus, auch wenn das Gehäuse noch Platz für einige zusätzliche Pixel bieten würde. Bei 262.144 Farben bleibt keine Farbe von Fotos oder Hintergrundbildern unbeleuchtet, das Display wirkt aber nicht ganz so brillant wie das des V902SH oder , zudem sind einzelne Pixel deutlich auf dem Screen erkennbar. Die Hintergrundbeleuchtung fällt dafür angenehm hell gleichmäßig aus und auch die Sichtwinkel sind so groß, man kaum auf Schwierigkeiten beim Ablesen Display stoßen dürfte. Zum Schutz vor Kratzern ist das Display komplett von einer augenscheinlich sehr robusten Plastikscheibe geschützt und wurde leicht vertieft in das Gehäuse eingebaut.

Das Außendisplay wirkt angesichts manches leuchtstarkem und stromsparenden OLED-Display von Samsung etwas altbacken, und besteht aus einer STN-Komponente mit 65.536 Farben und 101x80 Pixel Auflösung, auf denen die relevantesten Informationen wie Netzstärke, Nachrichteneingang, Bluetooth-Aktivität, Akkuleistung oder Uhrzeit angezeigt werden. Im Falle eines Anrufs wird nicht ein eventuell vorhandenes Anruferbild auf dem Außendisplay gezeigt, sondern lediglich der Name des Anrufers. Die Leuchtstärke des Displays fällt etwas schwach aus, ist aber auch für ein High-End-Gerät noch annehmbar.

Dank Klappmechanismus hat die Tastatur viel Platz im V800. Diesen nutzt Sony Ericsson mit angenehm groß ausgefallenen und einer Vielzahl zusätzlicher Tasten aus. Oberhalb des obligatorischen Ziffernblocks befindet sich eine Reihe mit Schnellzugriffs-Tasten für Videotelefonie, das Hauptmenü (man erinnert sich an Motorola) und den Media Player. Links unterhalb des Ziffernblocks wurde die für Sony Ericsson obligatorische Power-Taste untergebracht, die aber keine speziellen Funktion steuert. Der inzwischen bei Sony Ericsson bei vielen Barrenhandys zum Standard gewordene Joystick musste einem 5-Wege Navkey weichen, der dem „Rocker-Key“ des mittlerweile etwas in die Tage gekommenen Z600 ähnelt. Vier Softkeys säumen das zentrale Navigationsinstrument, darunter die obligatorische Zurück- und Löschen-Taste sowie ein Aktionskey, der zu Kontextmenüs führt oder zur Bestätigung dient und ein Button, der aus der Startseite heraus ins Vodafone Live!-Portal führt bzw. mehr Informationen zu Elementen in Listenmenüs abruft.

Über Perfektion lässt sich genauso streiten wie über Geschmack, nach Meinung der Redaktion hat sich SonyEricsson diesmal aber nicht gerade mit Ruhm bekleckert: die Tasten sind zwar vertikal voneinander abgesetzt aber alle gleich groß, so dass wir uns beim blinden Tippen trotz längerer Eingewöhnung häufiger vertan haben.

Foto: AMB | V800 Tastaturdesign

 

Dieser Eindruck wird durch den leichten Versatz der Tasten ins Gehäuseinnere noch verstärkt. Tastenhub und Druckpunkt sind zwar bei allen Tasten fast identisch, aber man muss schon etwas energischer zurdrücken als z.B. beim Nokia 6170, um dem Telefon das erlösende Bestätigungsklicken eines Tastendrucks zu entlocken. Nav- und Softkeys sind genau wie die Zifferntastatur sauber eingefasst und wirken solide verarbeitet, sind von ihren Druckpunkten subjektiv aber nicht unbedingt bequem zu bedienen – zumindest fanden wir beim S700i oder Z1010 ein bedienerfreundlichers Tastenfeld. Die Tastaturanordnung darüber hinaus so großzügig, dass sich kaum alle Tasten durch eine einfache Daumenbewegung angenehm erreichen lassen.

Sehr stylisch fällt dafür die gleichmäßige Tastaturbeleuchtung aus, die im Dunkeln bläulich durch die Tasten schimmert und sich auf den 3 neuen UMTS-Menütasten leicht ins Weiße aufhellt. Ein „blinder Punkt“ auf der 5 ist zwar vorhanden, aber fast nicht fühlbar, so dass er zum Zurechtfinden der Finger im Dunkeln nichts beiträgt.

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