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Inhaltsverzeichnis

Sony Ericsson V800 Testbericht

Empfang & Sprachqualität

Während dieses Praxistests zum V800 sind wir häufiger von Netzausfällen heimgesucht worden, die zwar mit hoher Wahrscheinlichkeit dem Netzbetreiber anzulasten sind, aber an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben sollen. Im Vergleich zum GSM-Empfang verzeichneten wir im 3G-Modus des V800 etwas schlechtere Ergebnisse, was insbesondere innerhalb von Gebäuden auffiel. In einigen Gegenden mussten wir gänzlich auf UMTS-Abdeckung verzichten, in unserem Redaktionsbüro im Berliner Westen konnten wir zeitweise sogar permanente UMTS-Unterstützung bei voller Leistung verzeichnen. Erreichbar ist man mit dem V800 dank der Triband-GSM-Unterstützung (GSM 800, 1800, 1900) eigentlich fast immer – bei Bedarf auch in den USA und Südostasien. Mehrfach durchgeführte Hand-Overs während der Gesprächsführung machten sich durch ein leises Knacken in der Leitung und eine halbsekündige Tonunterbrechung bemerkbar, danach konnte das Gespräch weitergeführt werden – zu einem Gesprächsabbruch kam es während unserer Tests nie. Der Signalstärkeanzeige des V800 kann man im wesentlichen vertrauen, sie fällt ruhiger aus als die Anzeige eines S700i und zeigt darüber hinaus neben der aktuellen Signalstärke auch eventuell verfügbare UMTS- oder GPRS-Netze an. Ein kleines Manko ist die Unfähigkeit des Geräts, manuell vom 3G ins 2G-Netz zu wechseln, dafür unterstützt das V800 auch den schnellen GSM-Standard HSCSD, der sich in den Netzen von Vodafone nutzen lässt.

Der nur durch eine Schlitzöffnung erkennbare Lautsprecher für Gespräche und der integrierte Sprachprozessor liefern eine etwas blecherne Sprachqualität, die die Stimme eines Anrufers minimal verfälscht und uns durch ein leichtes mitschwingendes Echo auffiel. Dennoch wird es in den seltensten Fällen an der Sprachqualität liegen, wenn man einen Gesprächspartner nicht eindeutig verstehen kann. Auch in lautstarken Umgebungen ist ein Telefonat mit dem V800 möglich, die Lautstärke lässt sich während eines Gesprächs mit den Seitentasten optimal einstellen. Das Mikrofon des V800 konnte uns sowohl im Freisprechmodus bei einem Videotelefonat als auch bei der gewöhnlichen Sprachtelefonie überzeugen. Der auf der Frontseite des Klapphandys integrierte Aktivlautsprecher, der nur bei Tonhöhen eine leichte Schwäche zeigt, dient als mögliche Freisprecheinrichtung, die problemlos auf Büro- und Wohnzimmertisch ihren Dienst verrichtet und über das mitgelieferte kabelgebundene Headset kann man die Freisprecheinrichtung auch ungestört in der Öffentlichkeit oder im Auto nutzen.

Foto: AMB | V800 Akku

 

Standby- & Gesprächszeit

Mit seinem 900mAh Lithium-Polymer-Akku lässt sich das V800 im Schnitt drei Tage lang bei mäßiger Benutzung betreiben. Häufige Videotelefonate, Videostreamings oder Verwendung des MP3-Players leeren die Ressourcen des Akkus hingegen deutlich schneller, so dass man sich entweder in seinem Konsumverhalten von mobilen Medien zügeln sollte (was einem angesichts der hierdurch entstehenden Dienstleistungskosten auch nicht schwerfällt) oder mit der Anschaffung eines Zweitakkus liebäugeln könnte. Verwendet man das Vodafone live!-Portal bei mäßiger Netzabdeckung ununterbrochen und nutzt auch Dienste wie mobiles TV, ist der Akku nach etwa 2,5 Stunden leer – das dürfte für ein UMTS-Gerät rekordverdächtig sein, wirklich praxistauglich klingt das aber aus unserer Sicht noch nicht. Um die Ausdauerleistung des V800 zu verbessern, hat Sony Ericsson einige stromsparende Funktionen integriert, die sich einzeln in den Einstellungen aktiveren lassen. Erleichtert wird die Einstellung dieser Optionen durch einen „Energie Sparen“-Modus, der die Displaybeleuchtung dimmt und zusätzlich alle Menühintergründe auf weiß setzt sowie Bluetooth, Infrarot und die Uhr im Standby-Modus deaktiviert.

Fazit

Das Sony Ericsson V800 gehört ungefragt zu den besten UMTS-Handsets, die derzeit am deutschen Markt erhältlich sind. Sowohl seine Formgebung und Haptik als auch die Akkulaufzeiten wissen – natürlich in den Grenzen, die die 3G-Technologie derzeit vorgibt – auf ganzer Linie zu überzeugen. Etwas enttäuschend fanden wir die Tatsache, dass die Verarbeitung des V800 stellenweise nicht mehr so erstklassig wirkt, wie zu Zeiten als der schwedisch/japanische Hersteller noch Referenzmodelle für diesen Bereich baute. Dramatische Schwachpunkte gibt es allerdings keine.

Gerade die Multimedia-Features des V800 wissen zu begeistern: sowohl Videostreams als auch -telefonate verlaufen ruckelfrei, die Bedienung der neuen 3G-Funktionen wirkt durchdacht und ausgereift. Die Bildqualität, die die integrierte Kamera liefert, gehört zwar nicht zum besten, was man von Multimedia-Geräten heutzutage erwarten kann, ist aber sogar für Ausdrucke in Postkartengröße noch brauchbar. Witzige kleine Features in Bedienung und Menüführung versüßen den Alltag mit dem V800, darunter beispielsweise der animierte Kamerazoom, der auch während Videotelefonaten funktioniert oder die „lebendigen“ Menühintergründe, die über den Eingriff des Netzbetreibers in die Systemgrafik hinwegtrösten. Auch die Connectivity-Wertung des V800 fällt extrem gut aus, da neben den mobilen Verbindungsmöglichkeiten HSCSD, GPRS und UMTS auch der Nahfunk soweit vollständig erscheint: Bluetooth, IrDA und Mini-USB-Slot funktionieren hervorragend und bieten vollständige Funktionalität, die sich bis zur Office-tauglichen Synchronisation von PIM-Daten mit entfernten Servern erstreckt. Der MP3-Player bietet Wiedergabelisten und einen Equalizer, so dass man mit dem V800 seinen Standalone-MP3-Player außer Betrieb nehmen kann, wenn man das Geld in eine zusätzliche Speicherkarte investiert.
Gregor Herdmann

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Foto: AMB | V800 Größenvergleich mit T630

 
 
 
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