Die Verpackung des Samsung SGH-P730 unterstreicht mit ihrer grau-silbernen Farbe wie bei vielen Telefonen des koreanischen Herstellers den anspruchsvollen gehobenen Charakter des Mobiltelefons. Sie zeigt auf ihrer Vorderseite die Funktionsweise des sog. Swiveling Displays, vereinfacht gesprochen den Klapp- und Drehmachanismus des Handys.
Im Lieferumfang inbegriffen ist neben dem Handy ein Reiseladegerät, ein kabelgebundenes Stereo-Headset, ein USB-Datenkabel, zwei Lithium-Ionen Polymer Akkus, ein Verschluss für den Speicherkartenslot sowie eine 190 Seiten starke Bedienungsanleitung. Die Anleitung bietet dank ihrer übersichtlichen Gliederung einen guten Einblick in die Funktionen des Handys. Daneben finden sich noch eine Garantie- und eine Registrierungskarte, eine Anleitung zum Schreiben von Kurznachrichten sowie eine Broschüre, die den Käufer zum Besuch in Samsungs Content-Portal FUNClub einlädt.
Weiterhin liegt der Schachtel eine Software-CD bei, auf der man die Software Easy Studio II für Win98, Win2000, WinME und WinXP findet. Mit diesem gestaltet sich der Datentransfer zwischen Handy und PC in Verbindung mit dem beiliegendem USB-Datenkabel denkbar einfach und sie erlaubt auch die Nutzung des P730 als Modem. Ein entsprechendes Handbuch, das in zehn verschiedenen Sprachen die Verwendung von Easy Studio II erläutert, wird ebenfalls mitgeliefert. Damit kann man den Lieferumfang des Samsung SGH-P730 als überdurchschnittlich gut bewerten.
Mit seinem in Silber gehaltenen hochwertig verarbeitetem Gehäuse aus metallisch glänzendem Kunststoff und dank der elegant geschwungenen Applikationen auf der Oberschale dürfte das SGH-P730 auch weniger design- und stilbesessene Nutzer in seinen Bann ziehen können. Mit den Maßen 94x45x26 mm und 123g Gewicht wirkt das Gerät zwar alles andere als zierlich, erweist sich trotz des Formfaktors aber als recht handlich. Die externe Antenne wirkt angesichts der geschwungenen Gehäuselinien ziemlich fehl am Platze - im Vergleich zu den Gehäusemaßen wirkt sie aber klein. An einer auf der Oberseite vorgesehenen Öse lässt sich ein Lanyard oder Moshi2-Schmuck am P730 befestigen, um den Hals tragen wird man das Schwergewicht aber nur in den seltensten Fällen.
Der Hersteller verewigte sich sowohl unter dem Außen- wie unter dem Innendisplay in hologrammartiger reflektierender Schrift auf dem Gehäuse, den Rücken des Akkus ziert eine Gravur mit dem Samsung-Schriftzug. Die abgesetzte Aufschrift "MEGA PIXEL CAMERA" auf dem Tastaturfeld zeigt unmissverständlich, dass das P730 als Imaging-/Multimedia-Gerät platziert wird und viele leichte chromartige Applikationen unterstreichen den hochwertigen Charakter des Handys.
Die Verarbeitung des P730 ist hochwertig, nur leichte Grate an den Spalten der Gehäusekomponenten verraten, dass das Handy trotz seiner exklusiven Vorzüge offenbar der Massenproduktion entspringt. Subjektiv wirkt das P730 aber wie aus einem Guss und leistet sich weder in der Materialwahl noch in der Verarbeitung deutliche Patzer. Vor Staub und Fusseln, die sich hinter der Displayscheibe oder zwischen den Gehäusenähten ansammeln könnten, muss man sich ebenfalls keine Sorgen machen; die Anschlüsse für Headset, Speicherkarte und Lade-/Datenkabel sind mit Gummi- oder Plastikverschlüssen vor äußeren Einflüssen geschützt.
Das P730 ist derzeit vermutlich in bezug auf seinen Formfaktor das "flexibelste" Gerät am Markt: seine Oberseite lässt sich nicht nur Aufklappen, sondern in jede erdenkliche Position verdrehen - Samsung nennt dieses Faltprinzip Twist-and-Flip. Allerdings sorgen kleine Federn dafür, dass die Folderklappe nur in bestimmten Positionen einrastet. Auch lässt sich die Klappe nicht völlig beliebig drehen und wenden, sondern nur in der Reihenfolge, die Samsung als sinnvoll erachtet. Wir haben uns anfangs häufiger dabei ertappt, wie wir ähnlich beim legendären Rubik's Cube zählten, mit wie vielen Klapp-/Drehbewegungen sich eine bestimmte Stellung des Folders erreichen lässt. Sowohl das Scharnier zum Klappen als auch der in dem hervorstechenden Zylinder eingearbeitete Drehmechanismus überzeugen mit ihrer Bedienbarkeit und Verarbeitung: gerade weil Samsung die flexiblen Komponenten sehr leichtgängig gefertigt hat, lässt sich die Oberklappe des Handys auch einhändig leicht in jede beliebige Position bringen.
Im Vergleich zu vergleichbaren Modellen dieses Formfaktors stellt das P730 eine Referenz seiner Klasse auf: weder Nokias 6260, Sharps V902SH noch das L5100 von LG/T-Mobile reichen haptisch an das P730 heran.
Sofern man es unter dem Menü Einstellungen aktiviert hat, spielt das P730 beim Öffnen bzw. Schließen einen kurzen Sound ab und in einem schmalen Kästchen unterhalb des Außendisplays signalisiert eine Mulitcolor-LED Mitteilungseingänge oder verpasste Anrufe. Beim Zuklappen des Handys sorgen Gummierungen auf der Folderinneseite dafür, dass das Oberteil leicht abgefedert wird und die Kunststoffflächen nicht direkt aufeinanderreiben. Der Akku, der in Samsung-typischer Weise auch die Rückfront des SGH-P730 bildet, lässt sich einfach entfernen und ebenso leicht wieder einsetzen. Anders als bei den Slider- oder Einsteigermodellen wird der Akku wie beim Vorgänger P400 in seine Halterung geschoben statt hineingelegt. Die Arretierung ist aber sehr robust: ist der Akku eingeklinkt, lässt er sich um keinen Millimeter verschieben oder unbeabsichtigt entnehmen.
Insbesondere zum Fotografieren und anschließendem Betrachten der Aufnahmen ist die Twist-and-Flip-Funktion äußerst nützlich: Das TFD-Hauptdisplay lässt sich nach außen umklappen und je nach Wunsch zur linken Seite oder nach oben drehen. Dreht man das Display nach oben, hat man noch die Wahl, ob es horizontal oder etwas angewinkelt einrasten soll, wobei sich letzteres vor allem bei Telefonaten anbietet. Allerdings scheint die linksseitige Positionierung des Hauptdisplays um einiges sinnvoller, denn auf diese Weise erkennt man etwas mehr von dem Bild. Für Selbstportraits kann man das Hauptdisplay nach rechts umklappen, so dass es zur Rückseite des Handys blickt und einen Spiegel auf der Rückseite des Geräts überflüssig macht.
Obwohl sich das P730 in gedrehtem Zustand wieder zuklappen lässt, hat Samsung dem Gerät ein farbiges Außendisplay spendiert, das in Form eines zeitgemäßen OLED-Displays die Außenseite der Gehäuseklappe ziert. Es stellt 256 Farben bei einer Auflösung von 96x64 Pixeln absolut brillant und leuchtstark dar und ist seinen TFT-Kollegen insbesondere an Schärfe weit überlegen. Standardmäßig werden Datum, Uhrzeit, Akkukapazität, Netzversorgung sowie eingehende oder verpasste Anrufe und Meldungen über eingegangene Nachrichten dargestellt.
Das Hauptdisplay ist dank TFD-Technologie, 262.144 Farben und einer Auflösung von 176x220 Pixeln salonfähig und liefert ebenfalls gestochen scharfe und farblich brillante Bilder. Die Darstellungsgüte ist durchaus mit Sony Ericssons Referenzmodell S700i vergleichbar, wenngleich man mangels Anti-Aliasing in den vom Samsung-Menü bekannten Grundschriften jedes einzelne Pixel ausmachen kann und die Displayfläche deutlich kleiner ist. Die allgemeine Ablesbarkeit des Hauptdisplays können wir als gut bewerten: auch wenn die Plastikabdeckung etwas spiegelt, verblassen selbst bei Sonneneinstrahlung die Farben kaum. Gegenüber Neigungen des Blickwinkels ist das Display nur in der Vertikalen etwas empfindlich.
Ganz hervorragend hat Samsung die Tastatur des SGH-P730 gestaltet, die sich völlig von anderen Modellen des koreanischen Herstellers unterscheidet. Die Tasten sind gleichmäßig geformt und die Tastenreihen leicht vertikal gekrümmt. Jede Taste besteht aus einem liebevoll abgefasten Block, der sich nach unten absetzt. Vertikal ist so ausreichend Raum zwischen den Tasten geschaffen worden, horizontal sind sie nur leicht voneinander getrennt. Die Tastatur wurde aus abnutzungsresistentem Plastik gefertigt und die Beschriftungen transparent eingelassen. Das Tastenfeld wird von einer Gummilippe umrandet, die das Display in zugeklapptem Zustand von den Tasten absetzt - beim Tippen von Textnachrichten empfanden wir dieses Detail allerdings weniger komfortabel, denn der Gummi erschwert etwas das Drücken der äußeren Tastenspalten.
Dafür sind sowohl die Druckpunkte der Zifferntasten als auch der Softkeys völlig gleichmäßig und knackig und dank des leichten Feedbacks jeder Taste geht das Schreiben einer Shortmessage wirklich problemlos von der Hand. Zwischen den beiden Softkeys sowie der Anrufannahme- und der Auflegentaste findet man bei diesem Samsung-Modell nicht wie üblich den Navkey, sondern die Korrekturtaste (C), mit der nicht nur einzelne Zeichen im Textmodus gelöscht werden können, sondern mit der man auch wieder in die übergeordnete Menüebene zurücknavigieren kann.
Der 5-Wege-Navkey thront auf dem Zylinder für den Drehmechanismus und ist daher ziemlich weit von der Haupttastatur entfernt. Samsung hat durch diese Lage ein typisches Problem des Twist-and-Flip-Mechanismus einfach mechanisch gelöst: wird das Oberteil des Folderhandys gedreht, so bewegt sich der Navkey gleich mit.
Der Navkey dürfte für manchen Interessenten gleichzeitig als K.O.-Kriterium erscheinen: aufgrund seiner deutlich erhöhten und weit abgesetzten Lage muss man bei der Bedienung häufiger mit dem Daumen weite Strecken zurücklegen. Wir haben uns in der Praxis aber schnell daran gewöhnt - als Neubesitzer drückt man häufiger versehentlich die Löschentaste. Die Druckpunkte des Navkeys sind schwächer ausgeführt als bei der Zifferntastatur und die leichte Wölbung des Rings, auf dem die Richtungen angebracht sind, liegt etwas unterhalb des Hotkeys.
Die zentrale Taste des Navkeys führt auch beim P730 nur von der Startseite direkt ins WAP-Portal, in Menüs dient sie erfreulicherweise als Bestätigungstaste. Ferner kann man dank der personalisierbaren Standardbelegung des Navkeys aus der Startseite direkt in die Unterpunkte Textmitteilungen, Sprachmemo, MP3-Player oder Klingeltöne wechseln.
Eine weitere - etwas unauffällige, dafür vermutlich extra beschriftete - Taste findet der Betrachter direkt unter dem Navkey: ein kurzer Druck führt zum Kameramenü, ein etwas längerer Druck aktiviert ohne Umwege den Kameramodus und durch einen weiteren Druck wird eine Aufnahme ausgelöst. An der rechten Seite des SGH-P730 erfüllt eine andere Taste exakt dieselbe Funktion und an der gegenüberliegenden Seite kann mit der eingearbeiteten Tastenwippe zum einen die Tasten- oder Gesprächslautstärke reguliert, im Menü auf- und abgescrollt oder die vertikale oder horizontale Spiegelung im Fotoaufnahmemodus reguliert werden.
Bei der Orientierung im Dunkeln hilft die kräftige blaue Beleuchtung der Ziffern, die das Tastenfeld etwas ungleichmäßig aber hell erleuchtet. In heller Umgebung wird die Tastenbeschriftung bei eingeschalteter Tastaturbeleuchtung etwas unscharf. Die 5 ist mit zwei winzigen blinden Punkten ausgestattet, die fast nicht fühlbar sind, der Softkey-Teil ist durch einen Block von der übrigen Tastatur abgesetzt worden.
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