Vor knapp einem Jahr war es den meisten Käufern von Mobiltelefonen besonders wichtig, dass ihr neues Gerät über eine integrierte Kamera verfügt. Nachdem heute nahezu jedes aktuelle Handset in der Lage ist Bilder aufzunehmen, ist in letzter Zeit eine neue Anwendung in den Vordergrund getreten, mit der Netzbetreiber und Hersteller versuchen, die Bedürfnisse der Kunden zu befriedigen. Mit dem SDA und SDA music bringt T-Mobile eine Abwandlung des taiwanesischen Smartphones HTC Typhoon auf den Markt, dessen wahre Stärke in der Wiedergabe von MP3-Dateien liegt.
Zu diesem Zweck hat T-Mobile dem Gerät eine miniSD-Speicherkarte beigelegt, deren Kapazität bei 128 MB liegt. Darauf lassen sich auf dem Gerät bis zu vier komplette CDs im MP3-Format bei 64kBit/s speichern. Des weiteren findet der Käufer neben dem SDA einen Akku mit einer Leistung von 1050 mAh, ein Netzteil, eine sehr umfangreiche Bedienungsanleitung sowie eine CD mit wichtigen Programmen zur Datenübertragung mit passenden USB-Kabel vor. Neben einigen Software-Zugaben findet man auf der beigelegten CD auch eine Vollversion von Microsofts Outlook 2002, also der Outlook Version aus der Office XP-Suite.
Aufgrund seines kompakten Formats macht der SDA ( Small Digital Assistant ) seinem Namen alle Ehre. Mit den Maßen 108x47x20 mm und einem Gewicht von 100 Gramm liegt das Gerät ausgezeichnet in der Hand und beeindruckt schon im ersten Eindruck durch sein kompaktes Äußeres, mit welchem es nur unwesentlich dicker ist als das T630 von Sony Ericsson. Die Form hat sich bereits bei älteren Modellen, wie etwa dem T610 bewährt und wurde auch von anderen Herstellern wie Motorola bei seinem E398 aufgegriffen.
Die weiße Grundfarbe verleiht dem SDA ein modisches Aussehen, die metallisch glänzenden Kanten und die grauen Kunststoffelemente an den Seiten des Geräts veredeln die Optik zusätzlich; alle Bauteile sind allerdings aus Kunststoff gefertigt. Die Rückseite ist vollständig in Weiß gehalten und wird zum größten Teil vom Akkudeckel beherrscht, der einen winzigen Spalt zum oberen Gehäuseabschluss aufwirft. Die Spaltmaße an Kanten und Seiten des SDA verraten, dass das Gerät der Massenproduktion entspringt: sie wirken stellenweise unregelmäßig und schließen an ihren Enden an einigen Stellen nicht sauber mit dem sonstigen Gehäuse ab. Dennoch lassen sich dem SDA auch unter stärkerem mechanischem Einfluss kaum Knarzgeräusche entlocken.
Direkt über dem Akkudeckels befindet sich die Linse der VGA-Kamera, rechts daneben hilft ein ziemlich klein ausgefallener Spiegel bei der Aufnahme von Selbstportraits. Hinter einem runden etwa 7 mm breiten Gummistopfen verbirgt sich der Anschluss für eine externe Antenne und den Kopf des Gehäuses schmückt neben einem Ausgang des Lautsprechersystems, der Power-Taste auch ein Infrarotauge für den drahtlosen Austausch von Daten.
Der Akkudeckel lässt sich nicht zuletzt dank seiner optimalen Verarbeitung gut öffnen und schließen; mit einem Druck auf den kleinen Knopf am Fuß der Rückseite des Geräts, lässt sich der Deckel mühelos nach unten abziehen. Dabei fällt der Knopf ziemlich unauffällig aus und bedient sich sehr leichtgängig - wirkt einer Fehlbedienung aber duch einen angenehm gefederten langen Bedienweg entgegen. Die Vorderseite des Gerätes dominiert das großflächige Display, das etwa die Hälfte der zur Verfügung stehenden Fläche einnimmt.
Mit einer Auflösung von 176x220 Pixeln sowie einer Farbtiefe von 16 Bit bzw. 65.536 Farben bedient das Display die klassischen Anforderungen an ein menügesteuertes Smartphone und wirkt ähnlich brillant und farbenfroh wie bei vergleichbaren Series60-Phones. Schon bei geringer Neigung des Blickwinkels kommt es zu Farbverfälschungen, hier wurde offensichtlich eher auf den Preis als auf Qualität geachtet. Im Menü "Energieverwaltung" hat der Nutzer die Möglichkeit, individuelle Einstellungen bei der Beleuchtungsdauer des Displays vorzunehmen, hingegen wurde auf eine verstellbare Farb- und Helligkeitsintensität verzichtet. Dafür findet man eine Option namens "Helligkeitssensor", die aber in unserem Test keinerlei Einfluss auf Tastatur- oder Displaybeleuchtung zeigte.
Die Tastenreihe unterhalb des Displays dient ausschließlich der Navigation im Menü und übernimmt vergleichbare Funktionen wie die einer Menüleiste im Internet Explorer: Die erste Taste von links dient der Bestätigung einer Aktion, die Taste daneben führt als Home-Button direkt auf die Startseite des Menüsystems zurück, während die rechte Taste eine Zurück-Naviagation auf eine vorhergehende Programmseite ermöglicht.
Dem Hauptfeature des SDA music wurde die zweite Tastenreihe gewidmet; sie besteht aus drei Tasten für die Medienwiedergabe und einem Softkey, der den Nutzer direkt ins Online-Portal t-zones führt. Die Tasten fallen angenehm groß auf und lassen während der Medienwiedergabe eine intuitive Bedienung des Players zu, die Beschriftungen sind als Gravur auf die Tasten aufgebracht. Dem "Business"-SDA fehlen zwei Tasten, bei ihm führen zwei Softkeys ähnlich wie bei Motorolas Razr V3 direkt zum EMail-Client oder in den Internet-Explorer.
Der eigentliche Ziffernblock ist sehr klein ausgefallen und erinnert optisch größtenteils an den des T630 von Sony Ericsson. Die Tasten bestehen aus durchsichtigem Kunststoff und sind leicht gewölbt, sodass man sie besser voneinander unterscheiden kann. Da es zwischen den Tasten keine Abstände gibt, befindet sich auf der Zifferntaste fünf ein blinder Punkt zur besseren Orientierung, wobei einhändiges SMS-Schreiben aufgrund der ziemlich tief platzierten Tastatur eine ziemliche Herausforderung darstellt.
Der Joystick ist als wichtigstes Navigationsinstrument des SDA ziemlich kurz ausgefallen, sodass der Spielraum zwischen senkrechtem Drücken, der Bestätigung einer Aktion und einer Abwärtsbewegung gerade motorisch weniger begabte Menschen vor größere Probleme stellen dürfte. Die Rufannahmetaste führt von der Startseite direkt zur Anruferliste, in der eingegangene und getätigte Anrufe aufgezeichnet werden. Mit der Auflegentaste lässt es sich neben ihrer obligatorischen Funktion ähnlich wie bei Siemens-Handys direkt zur nächsthöheren Menüebene bzw. zum Startbildschirm zurückkehren.
In der Verarbeitung und Materialwahl wirkt das Tastenfeld nicht gerade hochwertig, die Tasten wirken wackelig und die Eingabe gestaltet sich auch aufgrund der gleichmäßig schwachen Druckpunkte relativ unpräzise. In der Praxis kann es auch vorkommen, dass sich zwei nebeneinander liegende Tasten verklemmen - dieses Problem löst sich in der Regel aber wieder von selbst. Die Tastaturbeleuchtung schimmert recht ungleichmäßig und düster durch die einzelnen Tasten, wurde für Joystick und Medien-Tasten einfach weggelassen und offenbart im Dunkeln sogar die Klebestellen, mit denen die Tasten mit den Folienschaltern verbunden sind. Von ähnlich hochwertiger Verarbeitung wie sie mittlerweile Nokias Smartphones oder Samsungs Lifestyle-Handys aufweisen, ist HTC noch weit entfernt.
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