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Nokias Series60-Garde bekommt Nachwuchs: Als designierter Nachfolger des zu Weihnachten im Handel erschienenen UMTS-Smartphones 6630 geht ab dem 2.Quartal 2005 das 6680 auf Kundenfang. Dabei handelt es sich um Nokias erstes Smartphone, das dank einer nach innen gerichteten Kamera echte Videotelefonie ermöglicht – beim 6630 war dieses Feature lediglich in Verbindung mit einer Tischstation samt integrierter Kamera nutzbar. Im Lieferumfang werden neben dem obligatorischen Kabel-Headset und einem ACP- 12 Netzteil für den 760mAh starken Lithium-Ionen-Akku ein USB-Datenkabel, eine RS-MMC DV-Speicherkarte mit 64MB Kapazität sowie zwei Anleitungen und eine Software-CD zu finden sein. top
Die nach innen gerichtete Videotelefoniekamera wird von einem breiten chromfarbenen Kunststoffring gesäumt, der nicht besonders kratzfest scheint und deutlich aus dem Gehäuse heraussteht – hier dürften sich Spuren des täglichen Gebrauchs schnell verewigen. Gleiches gilt für die Megapixel-Kamera auf der Rückseite, die mit einem breiten Slidermechanismus – eine Hommage an Nokias erstes Multimedia-Handy 7650 – vor Staub und Kratzern geschützt wird.
Für ein UMTS-Smartphone liegt das 6680 angenehm schwer in der Hand und bietet leichten Zugang zu allen Funktionstasten. Die Verarbeitung des Geräts entspricht dem aktuellen Qualitätsanspruch von Nokia-Handys, der gegenüber vergangenen Generationen deutlich zugelegt hat, gegenüber vielen Samsung-Geräten aber deutlich zurücksteht und billiger wirkt. Alleine die Spaltmaße um die Hauptkamera fallen etwas groß aus, alle anderen Gehäusebauteile liegen eng beieinander und lassen Staub kaum Chancen. Der Akkudeckel lässt sich nach der Betätigung eines leichtgängigen 6600-ähnlichen Druckmechanismus vom Gerät abziehen und macht einen stabilen Zustand, wenn er aufgesetzt ist – leichte Wackler und Knarzer konnte Nokia aber auch bei seinem jüngsten Sproß nicht vermeiden. Der Einschub für die externe RS-MMC-Speicherkarte wird von einer langgezogenen Klappe an der rechten Seite des 6680 vor Staub geschützt und lässt sich nur unter Zuhilfenahme der Fingernägel öffnen; dabei funktoniert er ebenso schwergängig wie der des 6630. Am Kopf des Geräts sorgt ein – ebenfalls vom Vorgänger adaptierter - großer Schlitz des Aktivlautsprechers für gute Wiedergabequalität von Freisprecheinrichtung und MP3-Sound, dient aber gleichzeitig als Magnet für Staubkörner und Fusseln. top
Wie bei allen Vorgängern und Series60-Geräten (mit kleineren Ausnahmen) beträgt die Displayauflösung des 6680 176x208 Pixel, erreicht aber erstmals bei Nokia auch eine zeitgemäße Farbtiefe von 262.144 Farben – der Standardnutzer wird von dem erhöhten Farbumfang zwar kaum etwas bemerken, alleine als Argument fürs Marketing dürfte sich die Aufrüstung aber gelohnt haben. Das Display wirkt optisch hochwertig und liefert zumindest bei starker Hintergrundbeleuchtung eine brillante Darstellung, erreicht aber subjektiv nach wie vor nicht die Klarheit wie sie viele Samsung- oder Sony Ericcson-Displays mittlerweile aufweisen.
Die von halbtransparenten Zifferntasten beherrschte Tastatur wurde dem 6670 entlehnt und bedient sich eines runden 5-Wege-Navkeys, der von zwei außergewöhnlich großen Softkeys gesäumt wird; die optimale Designlinie für ein Series60-Gerät scheint man auch in dessen Heimatland noch nicht gefunden zu haben. Die Sondertasten zur Bedienung von Telefonfunktionen und Series60-typischen Aufgaben wurden seitlich längs der Zifferntasten verbaut und bedienen sich damit deutlich souveräner als bei vielen Vorgängern, da ihre Größe gemäß ihrer Bedeutung für die Bedienung des Systems gewählt wurde. Anders als die Zifferntasten sind die Funktionstasten rautenförmig gestaltet und wurden chromfarben lackiert.
An den Seiten des 6680 findet man jeweils einen weiteren Softkey: links aktiviert ein kleiner Knopf die Sprachwahl und -kommandofunktion bzw. Push-To-Talk, rechts befindet sich die Powertaste. Ein spezieller Knopf, der die Kamerafunktion aktivieren würde, ist beim 6680 überflüssig – die Kamera wird automatisch beim Aufschieben des Slidermechanismus aktiviert.
Die Druckpunkte der Tasten fallen etwas schwammig aus und sind nicht wirklich gut fühlbar. Der Navkey, der ohne einen Hotkey auskommt, bedient sich trotz dieser Tatsache relativ souverän; versehentliche Bestätigungen einer Aktion statt der Navigation in eine bestimmte Richtung bleiben aber nicht immer aus. Immerhin dürfte der durchsichtige Hartgummi, aus dem ein Großteil der Tasten gefertigt wurde, in der Praxis nur wenige Abnutzungserscheinungen zeigen. Die Tastatur- und Displaybeleuchtung wird über einen auf der linken Kopfseite des Geräts integrierten Helligkeitssensor automatisch der Umgebung angepasst. Das funktionierte schon beim Vorgänger relativ souverän und machte auch bei unserem ersten Eindruck eine gute Figur. top
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