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Mit dem schon kurz vor der CeBIT vorgestellten M75 bringt der Münchner Handyhersteller Siemens in den nächsten Wochen ein Gerät auf den Markt, über das sich besonders Outdoorfreunde und im Freien arbeitende Menschen freuen werden. Der M65-Nachfolger und Nokia 5140- Konkurrent zeichnet sich besonders durch Eigenschaften wie Stoßfestigkeit und Spritzwasserfestigkeit aus und wurde in seiner neuen Version ausstattungsmäßig aufpoliert. top
Der Outdoorspezialist ist mit 110x51x21mm minimal größer als sein Vorgänger mit 109x49x19mm und mit einem Gewicht von 110 Gramm noch 6g schwerer geworden als das M65. Konnte man den Vorgänger noch "kantig" nennen, macht das M75 seinem Formfaktor alle Ehre und verhüllt seine Funktionen in einem kastenförmigen Barrenbrikett. Das ganze wurde von Siemens aber vergleichsweise gefällig gestaltet und liegt gut in der Hand. Zum Verkaufsstart des Geräts, der für Juni 2005 geplant ist, soll das M75 in den Farbvarianten vulkanschwarz und safarigrün erhältlich sein. Der beim Vorläufer extern über das Gehäuse schiebbare Metallrahmen wurde beim M75 ins Gehäuse integriert, muss aber das Display auch nicht mehr vor dem Zerkratzen schützen, denn Display und Tastaturbereich sind etwas tiefer ins Gehäuse eingelassen als beim M65 und das Display wird zusätzlich mit einer Plastikscheibe geschützt.
Die mit Hartgummi verkleideten Seitenteile, in die grifffreundliche Vertiefungen eingearbeitet wurden, schützen die ohnehin relativ unempfindliche Elektronik im Inneren vor starken Stößen und Erschütterungen. Auch wenn man das M75 aus Kopfhöhe fallen lässt, wird sich das Handy davon kaum beeindruckt lassen – Siemens garantiert die Schadfreiheit bei Stürzen aus bis zu 1,80m Höhe. Gegen Spritzwasser ist das Gerät ebenfalls gefeit, Siemens setzt hier wie Nokia auf eine gummierte Tastaturmatte, schmale Spaltmaße und die bewährten Gummistopfen, die sich auf Lumbergport, den Einschub für Speicherkarten und die Kameralinse aufsetzen lassen. Man muss in der Praxis trotz ihrer festen Passform allerdings aufpassen, dass man sie nicht vozeitig verbummelt.
Auch der mit einem metallisch glänzenden Kunststoffstreifen geschützte Lautsprecher soll laut Siemens die Industrienorm IP54 für Spritzwasserschutz erfüllen und sticht optisch dank seines Chromüberzugs deutlich aus dem Gesamtdesign hervor. Für Tragekonzepte hat Siemens eine ebenfalls gummierte Öse an der Schalung vorgesehen, die so groß ausfällt, dass man das Handy schnell und ohne lästige Fummelei an einem Lanyard befestigen kann. Während die Materialwahl einen vergleichsweise guten Eindruck hinterlässt – neben dem rissfesten und hochwertigen Hartgummi kommt in erster Linie eine robust wirkende Kunststoffvariante zum Einsatz – ist die Verarbeitung des Handys für heutige Ansprüche eher mäßig. Zwar passt alles zueinander, viele kleine Plastikgrate und große Spaltmaße lassen einen das M75 auf den ersten Blick eher mit dem geglückten Versuch von Legoland assoziieren, ein Handy zu produzieren, als mit deutscher Wertarbeit. Der geneigte Outdoor-Nutzer und Siemens-Fan wird sich daran vermutlich bei seiner Entscheidung nicht stoßen – denn die einzige Konkurrenz am Markt, die Nokia mit seinem 5140 stellt, ist technisch mittlerweile völlig überholt und vom Gesichtspunkt Verarbeitung noch dramatisch schwächer als das M75. top
132x176 Pixel Auflösung und mittlerweile 262.144 Farben leistet das Display, das deutlich an die Anzeigekomponenten der Vorserie erinnert. Hier lag Siemens bereits im letzten Jahr auf der Höhe der Zeit und hebt sich nach wie vor von der Konkurrenz aus Finnland ab. Ganz so leuchtkräftig und farbenfroh wie bei Samsung, Motorola oder Sony Ericsson ist das Display zwar nicht, orientiert sich aber an den Grundanforderungen, mit denen heutzutage Mobiltelefone ausgestattet werden. Auch wenn das Display mit stoßfestem Kunststoff abgedeckt und etwas ins Gehäuse eingelassen wurde, sollte man das Handy für die Verwendung im Outdoorbereich zusätzlich mit einer Handy-Tasche aus Leder oder Textil vor Kratzern schützen.
Die Tastatur wurde dem Outdoorcharakter angepasst und wirkt wieder etwas weniger verspielt als beim Vorgängermodell oder dem Urgestein M55. Dank der Verwendung einer wasserabweisenden Tastaturmatte sind die Druckpunkte von Zifferntasten und Softkeys etwas schwer zu fühlen, fallen aber deutlich druckfreundlicher aus als beim Konkurrenten 5140. Die einzelnen Tasten heben sich deutlich von der Gehäusefläche ab und sind leicht erfühlbar, fallen aber trotz ihrer schweren Druckpunkte ziemlich klein aus und heben sich kaum voneinander ab, was bei der Eingabe von SMS sicherlich zum einen oder anderen Vertipper führen wird. Beim Joystick hat Siemens hingegen ganze Arbeit geleistet: er verfügt über angenehme Druckpunkte und liefert deutliches haptisches Feedback – dank eines gummierten Überzugs ist er auch deutlich angenehmer zu handhaben als der des M65. Wie bei vielen Herstellern haben allerdings die Ingenieure übersehen, dass ein abstehender Joystick einen deutlichen Nachteil hat: legt man das Gerät "auf den Bauch", steht das M75 gewissermaßen auf der Spitze seines Joysticks, sodass ein einfacher Druck bei inaktiver Tastensperre bereits zur Auswahl von Menüaktionen führen kann.
Der dritte Softkey des M75 befindet sich wie bei seinen Vorgängern direkt und etwas versteckt unter dem Joystick, so dass ein unabsichtliches Betätigen nicht möglich ist – Nutzer, die sich aus der Standardbelegung heraus des häufigeren mit einem mobilen Internetportal verbunden haben, werden es Siemens danken. Die Softkeys wurden in das übersichtliche Bild der Tastatur eingegliedert, sind aber etwas zu weit ins untere Drittel des Geräts gerutscht, was das Handy in normalen Bediensituationen zumeist ziemlich kopflastig nach hinten fallen lässt. Softkeys und Telefonietasten sind etwas angeschrägt, was wir eher als Designspielerei verstehen als wirkliche haptische Hilfe - erleichtert wird ihre Bedienung damit nämlich nicht.
Die an der Seite befindlichen zentralen Tasten für die Kamera und die Push-to-Talk-Funktion wurden ebenfalls mit einer Gummierung überzogen und gliedern sich so in das optische Gesamtbild ein, wobei die Druckpunkte dieser Shortcuts sehr schwerfällig ausfallen. Immerhin gibt's beim M75 – wie bei seinen vermutlich zeitgleich erscheinenden Geschwistern CX75 und den beiden Klappmodellen CL75 und CF75 – eine dedizierte Taste für Push-To-Talk. Im selbsternannten PTT-Referenzmodell CX70 konnte man nur übers Menü zur Push-to-Talk Funktion navigieren. Eine Tastenwippe zur Lautstärkeregelung sucht man dafür vergeblich am M75.
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