» Seite des Herstellers » Vorgängermodell: M65 » Vergleichbare Geräte: Nokia 5140 » Eindrücke von der CeBIT 2005
Auch im Bereich Connectivity hat sich – wie bei allen neuen Siemens-Handys – eine Menge getan: neben IrDA steht jetzt auch eine Bluetoothschnittstelle zur Verfügung, die sich am Beispiel des M75 genauso gut mit Motorola- und Nokia-Handys verträgt wie auch mit den Schwestermodellen CX75 oder . Laut Aussagen von Siemens sollen sich über Bluetooth auch Daten direkt mit einem PC austauschen lassen – beim S65 klappte das seinerzeit problemlos. Neben den üblichen Profilen für Synchronisation, Verwendung als Datenmodem oder zum Anschluss eines Bluetooth-Headsets verfügt das M75 auch über das von Nokia beim 6230 erstmals eingeführte SIM Access Profile, mit dem sich auf Kontakte und Telefonfunktionen des Handys zugreifen lassen ohne das Gerät aus dem Standby holen zu müssen - eine Bereicherung für jeden Hersteller von Kfz-Einbausets. Ein Datenkabel wird dem Lieferumfang des M75 nicht beiliegen, ein entsprechendes Lumberg/USB-Kabel hält der Fachhandel mittlerweile für ca. 15€ bereit.
An der Standard-Software hat Siemens nur wenig verändert. Neben SMS und MMS-Client mit 300kB maximalem Übertragungsvolumen lässt es sich auch mit einem Email- und einem Instant-Messaging-Client kommunizieren. Letztgenannter wird nur zu Gegenstücken auf Basis des IP Multimedia Subsystems (IMS) kompatibel sein, das derzeit in Deutschland von verschiedenen Mobilfunkbetreibern aufgebaut wird aber noch nicht voll einsatzfähig ist.
Auch die PIM-Funktionen haben – zumindest auf den ersten Blick - weder ein funktionales noch ein optisches Update erfahren. Bei der Kontaktverwaltung können pro Eintrag mehrere Handynummern gespeichert, dem Anrufer ein Bild zugeordnet und weitere Zusätze wie Post- und Email-Adresse, IM-Clientname und Faxnummer hinzugefügt werden. Auch die übersichtliche, wenngleich optisch etwas spartanische, Kalenderfunktion, die sich wahlweise als Monats-,Wochen- oder Tagesansicht darstellen lässt und mit der man seine Termine und Aufgaben ordnen kann, fehlt nicht beim M75. Wie bei den Vorgängermodellen nutzen Monats- und Wochenansicht die Hälfte des Bildschirms zur Übersicht und stellen in der unteren Hälfte des Displays eine Kurzansicht des jeweiligen Termins an.
Die Synchronisation mit dem Computer wird wie gehabt über den Menüpunkt Fernsync zu finden sein, diesmal aber auch über Bluetooth funktionieren. Die Hoffnung stirbt zuletzt: sowohl auf Sprachsteuerung wie auch auf Sprachwahl muss man trotz Kompatibilität zu Bluetooth-Headsets beim M75 verzichten – bei vielen Geräten der 55er-Reihe waren beide Features übrigens noch vorhanden ! Etwas entschädigt wird man von der lauten Freisprecheinrichtung, die ihre Stärke in erster Linie bei Benutzung von Push-To-Talk ausspielen dürfte. Während der Dynamikumfang des Lautsprechers durchaus beachtlich ausfällt, fanden wir die Qualität bei hoher Lautstärke eher mittelmäßig.
Stärken weist gerade das M75 bei der Zusatzsoftware auf, die Siemens ab Werk in den Speicher packt. Ein nettes Goodie für den Outdoorbereich ist eine Applikation, mit der sich – abgesehen von anfallenden GPRS-Gebühren - an 60.000 Standorten bundesweit der aktuelle Wetterbericht abfragen lässt. Noch spannender, zumindest für Biker, ist die Kompatibilität des M75 zu dem vom M65 bekannten Zubehör (€49,-), mit dessen Hilfe sich nicht nur die Maximal- und Durchschnittsgeschwingkeit und die bereits zurückgelegten Streckenkilometer auswerten, sondern mit dem sich auch Routen aufs Handy laden und bearbeiten lassen. Outdoor-Profis werden etwas enttäuscht sein, dass das M75 einen Kompass und einen GPS-Empfänger vermissen lässt, über die Nokias 5140 bzw. das kommende UMTS-Gerät Siemens SXG75 verfügen.
Spielernaturen werden vom M75 mit einer integrierten Java MIDP2.0-kompatiblen Runtime nebst 3D-Graphikchip geködert. An der zähen Darstellung von 3D-Inhalten, wie man sie schon beim S65 begähnen durfte, hat sich aber offensichtlich nichts geändert. Als Demospiel liegt dem M75 das angestaubte 3D-Rally der 65er-Reihe sowie die beiden ebenfalls von Vorgängerversionen bekannten Games Seabattle (Schiffe versenken) und Worms (mit kleineren flüssigen 3D-Animationen) bei. top
An der Logik und am Aufbau der Menüführung hat sich im Vergleich zur Vorgängerserie nichts verändert, lediglich die Icons fallen etwas kleiner und zurückhaltender aus, bestechen aber nicht gerade mit Farbenfrohheit bzw. Verspieltheit. Immerhin lässt sich dank eines bewährten Theming-Prinzips nach wie vor Farbgestaltung von Hintergründen und Menüschriften ändern.
Um mehr Informationen aufs Display zu bekommen, lässt sich die Schriftgröße des systemweit benutzten Fonts zentral vergrößern und verkleinern. Da es sich bei dem auf der CeBIT vorgeführten M75 noch um ein Vorserienmodell mit einem Betriebssystem im Betastadium handelte, sind Abweichungen von den hier gezeigten Icons wie auch bei der Menüführung denkbar – eine Revolution darf man aber sicherlich nicht erwarten.
Als Akku soll dem M75 das gleiche Modell wie seinem Vorgänger beiliegen: dieser ermöglicht laut Spezifikation bei einer Kapazität von 750 mAh bis zu 250h Standby und 5 Stunden Gesprächszeit – was sich beim M65 in der Praxis noch als halbwegs realitätsnah herausstellte.
Anstatt mit Innovationen um sich zu werfen, hat Siemens Mobile seine 75er-Generation dem Mainstream angepasst und Wert darauf gelegt, die als verkaufsfördernd geltenden Funktionen in seine neuen Handys zu integrieren. Dazu gehören neben einer Megapixelkamera ein MP3-Player, die Erweiterbarkeit mit externen Speicherlösungen, Bluetooth und Push-To-Talk. Ansonsten hat der deutsche Traditionshersteller, der auf seinem Heimatmarkt übrigens gemessen an den Verkaufszahlen nach wie vor einen starken zweiten Platz nach Konkurrent Nokia belegt, alles beim Alten belassen – weder von Menüführung noch von der Usability oder gar bei den PIM-Features darf man auf revolutionäre Neuigkeiten hoffen, die andere Hersteller alt aussehen lassen würden.
Das M75 im Besonderen ist ein Outdoor-taugliches Handy, das von Schwächen der Vergangenheit gelernt hat. Der integrierte Metallrahmen und die Beschlagung von Kanten und Seitenteilen mit grifffreundlichem Hartgummi sorgen für die nötige Robustheit, die gummierte Tastaturmatte und die im Bereich von Tastatur und Display äußerst schmal ausgefallenen Spaltmaße machen das Gerät immun gegen Schlammspritzer und Wasserschäden – einen Tauchtest sollte man aber natürlich auch mit dem M75 nicht durchführen. Ob das Design unter dem Einbau gelitten hat oder sogar gefördert wurde, muss jeder für sich selbst entscheiden – wir finden es wenig ansprechend und möchten behaupten, dass Siemens mit der schlichten Kastenform eher einen Schritt zurück getätigt hat. Wer auf „neumodischen Schnickschnack“ verzichten kann, wird im übrigen auch noch mit dem Vorgängermodell zufrieden sein. Mangels Konkurrenz darf man feststellen: ein besseres Outdoor-Handy als das M75 ist derzeit weltweit nicht erhältlich. top
»Es wurden noch keine Kommentare abgegeben.