In einer stabilen und relativ klein geratenen Pappschachtel kommt das Samsung SGH-E330 zum Kunden. Mehrere Abbildungen auf Vorder- und Rückseite der blauen Verpackung lassen keinen Zweifel aufkommen, dass es sich beim E330 um ein Gerät handelt, das gehobenen Designansprüchen genügt. Die Größe der Verpackung lässt bereits auf den Inhalt schließen: im Lieferumfang inbegriffen sind lediglich das Samsung SGH-E330, ein Reiseladeadapter, ein kabelgebundenes Mono-Headset, ein Lithium-Ionen Akku (800 mAh) sowie eine 185 Seiten starke Bedienungsanleitung. Die Anleitung bietet dank ihrer übersichtlichen Gliederung und der stellenweise grafischen Untermalung einen hervorragenden Einblick in die Funktionen des Folderhandys. Daneben finden sich noch eine Garantie- und eine Registrierungskarte sowie eine Broschüre, die den Käufer in Samsungs Content-Portal FUNClub einlädt.
Mit seinem in Silber gefassten und aus Metallimitat gefertigten hochwertigen Kunststoffgehäuse und den sanft geschwungenen ovalen Formen dürfte das SGH-E330 nicht nur die modebewusste Damenwelt begeistern können. Mit den Maßen 84x46x23 mm ist der Folder äußerst klein geraten und liegt mit gerade einmal 85g Gewicht leicht und griffig in der Hand. Dabei ist er etwa genauso groß wie die Konkurrenz aus eigenem Hause (X460 oder dessen aktueller Nachfolger X640). Lediglich der Folder-Winzling E600 fällt haptisch deutlich kleiner aus, verhakelt sich aber dank abstehender Außenantenne gerne am Saum von Hosentaschen. Das kann einem mit dem E330 nicht passieren: die beim Vorgänger E300 verwendete externe Antenne hat Samsung beim Nachfolgemodell ins Gehäuse integriert. Wer sein Mobiltelefon gerne seinen Mitmenschen zeigen möchte, kann sich das SGH-E330 dank einer an der Oberseite befindlichen Öse auch um den Hals hängen.
Kaum hörbare Knarzgeräusche können dem Handy nur an wenigen Stellen und nur unter stärkerem Druck entlockt werden. Dies ist unter anderem auch dem Umstand geschuldet, dass die Qualität der Verarbeitung beim E330 nahezu Perfektion erreicht, was auch die Spaltmaße zwischen den einzelnen Gehäuseteilen zeigen, die extrem schmal ausfallen. Auch über die Verschmutzung der Spalte und Gehäuseöffnungen wie z.B. des Kopfhöreranschlusses muss man sich keine Sorgen machen, denn alle Anschlüsse sind entweder durch Verschlussteile oder Gummistopfen verschlossen.
Die Oberklappe des Folderhandys, in die auch die VGA-Kamera integriert wurde, lässt sich durch einen komfortablen Federmechanismus problemlos öffnen und sind sehr leichtgängig aber robust mit dem Scharnier verbunden. Klappt man das Handy wieder zu, sorgen Gummierungen auf der Folderinneseite dafür, dass das Oberteil leicht abgefedert wird.
Die ovale Fläche für Außendisplay, Kamera und Benachrichtigungs-LED ist mit einer glänzenden Chromschicht überzogen, die nach einigen Monaten intensiverer Benutzung mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Spuren der Benutzung zeigen wird. Die auf der Außenseite integrierte Digitalkamera ist ein wenig ins Gehäuse versenkt worden, dürfte aber wegen des kleinen sie umgebenen Rings, der sie eigentlich vor dem Zerkratzen schützen soll, zum Fänger für Schmutz und Minifusseln. Ein Spiegel für Selbstporträts wurde im E330 nicht integriert.
Mit einem einzigen Verschieben der Verriegelung lässt sich der Akku, der in Samsung-typischer Weise die Rückfront des E330 bildet, einfach entfernen und ebenso leicht wieder einsetzen. Vielleicht funktioniert das sogar etwas zu einfach, denn der Verschluss wurde nicht besonders tief in das Gehäuse eingearbeitet, was manchmal dazu führt, dass sich der Akku beim Tragen des Handys in der Hosentasche von alleine lösen kann.
Die Vorrichtung zum Einlegen der SIM-Karte macht ebenfalls einen sehr vertrauenswürdigen Eindruck. Wird die Karte von oben unter den Metallbügel geschoben, sitzt sie absolut fest und lässt sich nur durch gut dosierten Druck mit der Fingerspitze wieder aus ihrer Halterung entfernen.
Natürlich wäre ein Folderhandy ohne Außendisplay, um es mal etwas überspitzt auszudrücken, nur ein halbes Folderhandy. Das farbige UFB-Frontdisplay des Samsung SGH-E330 weiß in ganzer Linie zu überzeugen. Es stellt 65.536 Farben bei einer Auflösung von 96 x 96 Pixeln dar. Eine solch hohe Farbanzahl ist natürlich in erster Linie nicht für eine besonders gute Darstellung von Datum, Uhrzeit, Akkukapazität, Netzversorgung sowie eingehende oder verpasste Anrufe und Nachrichten gedacht, sondern sorgt vielmehr bei Bedarf für eine hochqualitative Kameravorschau, was die Aufnahme von Selbstportraits erleichtert und das Fehlen eines Kameraspiegels kompensiert.
Das TFT-Hauptdisplay verfügt über eine Auflösung von 128x160 Pixeln und stellt maximal 65.536 Farben dar, was die derzeitigen Standardanforderungen an hochwertige Mobilfunkgeräte im mittleren Preissegment erfüllt. Eine Plastikglas-Abdeckung sorgt dafür, dass das Display gegen Kratzer weitestgehend geschützt ist, kann aber gegen Fingerabdrücke nur wenig ausrichten.
Ebenso zwiespältig fällt das Urteil über die allgemeine Ablesbarkeit des Hauptdisplays aus: die Plastikabdeckung spiegelt zwar insbesondere bei Sonneneinstrahlung relativ stark, doch durch die hohe Farbbrillanz und die Leuchtkraft des Displays ist eine befriedigende Ablesbarkeit bei jeder Situation gesichert. Beeinträchtigungen gibt es vor allem dann, wenn man das Display aus einem flacheren Winkel betrachtet. Weiteres Manko: die Darstellung zieht bei schnellen Bewegungen auf dem Bildschirm mäßig stark hinterher, was Profi-User und Schnelltipper als eher nervig empfinden dürften.
Im Gegensatz zu bisherigen Mobiltelefonen des koreanischen Herstellers, die über große pragmatische quadratische Zifferntasten verfügten, setzt das SGH-E330 wie auch das X460 auf eine Wellenform und damit auf eine etwas unkonventionelle Anordnung der Tasten. Dadurch fallen die aus weitgehend abnutzungsresistentem Plastik gefertigten Zifferntasten zwar ziemlich klein aus, eignen sich aber erstaunlich gut zum SMS-Tippen: ihre gewölbte Form und die ausreichend großen Abstände machens möglich.
Die gleichmäßigen Druckpunkte und das makellose Feedback lassen das Schreiben einer Kurznachricht ziemlich komfortabel von der Hand gehen. Sofern man es im Menü eingestellt hat, geben die Tasten beim Drücken einen von vier auswählbaren Tönen (angefangen vom DTMF-Wählton bis zum Piano) von sich. Hilfe bei der Orientierung im Dunkeln leistet eine hellblaue Beleuchtung der Ziffern, die das Tastenfeld zwar nicht ganz gleichmäßig, dafür aber sehr hell erleuchtet.
Über dem Ziffernfeld ist der für die meisten Samsung-Geräte gebräuchliche 5-Wege-Navkey angebracht, der passend zum Gesamtdesign ebenfalls oval geformt wurde. Für viele Handynutzer wird er jedoch etwas zu klein ausgefallen sein und da er nur schwach konturiert ist, kann es hin und wieder passieren, dass man mit dem Daumen nicht auf die gewünschte Stelle des Navkeys drückt.
Aus der Startseite heraus kann man dank der Standardbelegung der vier Navkey-Richtungen direkt in die Unterpunkte Textmitteilungen, Kameraaufnahme, Kalender oder Klingeltöne wechseln.
Mittlerweile ist es zur Gewohnheit geworden, den in der Mitte des NavKeys angebrachten Button bei Samsung zu kritisieren, der nicht wie bei vielen Motorola-Geräten als Hotkey fungiert, sondern direkt ins vordefinierte WAP-Portal führt. Daher müssen die meisten Menü-Aktionen mit dem linken Softkey bestätigt werden, was den Daumen unnötig oft zwischen Navkey und Softkey hin- und herwandern lässt. Einige Spiele, die auf dem E330 installiert waren, machen allerdings von der zentralen Taste als Feuerknopf Gebrauch, sodass sie zumindest den mobilen Gaming-Spaß nicht behindert. Samsung hat dieses Problem mittlerweile erkannt und darauf reagiert: so wird die zentrale Taste z.B. beim auch als Hotkey genutzt und ersetzt damit teilweise den linken Softkey.
Links und rechts neben dem Navkey liegen zwei Softkeys, mit denen man aus der Startseite heraus ins Menü bzw. ins Telefonbuch gelangt. Darunter befinden sich die Anrufannahme- bzw. Auflegentasten und dazwischen hat eine Korrekturtaste (C) Platz gefunden, mit der man z.B. in Menühierarchien nach oben navigieren kann.
An der linken Seite des SGH-E330 sorgt eine kleine Tastenwippe für die Regulierung von Tasten- und Gesprächslautstärke. Auf der gegenüberliegenden Seite kann man auch bei geschlossenem Gerät durch einen längeren Tastendruck die Kamera aktivieren, eine Vorschau auf dem Außendisplay betrachten und durch einen weiteren Druck eine Aufnahme veranlassen. Gespeichert wird die Aufnahme erst nach dem Aufklappen des Folders.
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