Twitter Facebook Werde Teil der Community - Registriere dich jetzt kostenlos! | Login
 
 
Inhaltsverzeichnis

Nokia N90 Testbericht

N90: Finne mit deutscher Linse

Für Überraschungen war Nokia eigentlich immer zu haben: ob bei der ersten Präsentation des Multimedia-Wunders 7700 mit exklusivem Series90-Interface oder bei der Vorstellung des neuesten Communicator-Modells 9500 - im High-End-Sektor spielt das marktführende Unternehmen seine Trümpfe gegen die Konkurrenz aus.

Vor allem in der Verarbeitung bzw. bei der haptischen Qualität zeigt Nokia oft kleinere Mängel. Plastikgehäuse und wackelige Tastaturmatten zeichnen viele Geräte aus, kleben am Image der Finnen wie Federn am Teer und verleihen den meisten Handys des Herstellers ihren ganz besonderen Charme.

Das lässt man als Finne natürlich nicht auf sich sitzen. Kurzerhand - und ziemlich überraschend, denn die Gerüchteküche geriet weniger als eine halbe Woche vor der offiziellen Vorstellung ins brodeln - zeigte Nokia den Unkenrufern, dass man auch anders kann. Die fast gleichzeitige Vorstellung von N-Series und Nokia 8800 sollen in Finnland ein neues Zeitalter einläuten. Ein Zeitalter der qualitativ hochwertig verarbeiteten Endgeräte mit absolut konkurrenzfähigen Features. Neben Bluetooth und hochauflösenden Displays müssen vor allem Speicher-, Multimedia- und Kamerafunktionen als Beweis für die Leistungsfähigkeit der unternehmenseigenen Denkfabrik herhalten. Davon, dass Nokia nicht zuviel verspricht und die Geräte der N-Series dem abblätternden Anstrich der finnischen Qualitätsmarke neuen Glanz verleihen, konnten wir uns exemplarisch am N90 überzeugen. top

Design & Verarbeitung

173 Gramm Gewicht und zugeklappt mit Maßen, die fernab jeglicher aktueller UMTS-Folder liegen, sind die Tribute des N90 an seine umfangreiche Ausstattung. Beim ersten in die Hand nehmen ist man überrascht, dass es ein Hersteller wagt, ein Gerät, dass sich noch als "Handy" bezeichnen lassen will, derart groß und klobig zu gestalten. Doch macht das Handling mit dem faltbaren Gehäuse richtig Spaß: nicht nur die Kamera-Einheit, die in einem Quader auf der Kopfseite des Grundgehäuses integriert ist, sondern auch das Display lässt sich in aufgeklapptem Zustand drehen. Dabei hat die Kamera-Einheit einen Drehspielraum von 180° und aktiviert bei leichtem Verdrehen automatisch die Kameravorschau auf dem Außendisplay. die Oberklappe des Folders lässt sich dafür nur um etwa 90° in die Vertikale aufrichten, um Videoaufnahmen mit der nach innen oder außen gerichteten Kamera komfortabler zu gestalten. Aufgeklappt misst das N90 etwas über 20cm und liegt nie ruhig auf seinem Rücken - das Kameramodul steht auf der Rückseite des Scharniers ab.

Foto: AMB | Nokia N90 Design

 

Bei der Materialwahl orientiert sich Nokia beim N90 an der Königsklasse: haptisch lässt sich das Gerät vielleicht am ehesten mit einem Communicator 9500 oder einem 6230i vergleichen, wirkt also durchaus hochwertig aber nicht unbedingt "edel". Auch wenn sie silbrig schimmern, sind die Seitenverkleidungen aus Plastik gefertigt, das Grundgehäuse besteht aus griffigem mattem Kunststoff. Immerhin wirkt alles sauber verarbeitet, Front- und Rückansicht lassen das N90 als das erscheinen, was es im Grunde ist: eine Digitalkamera. Man fühlt sich ans exklusiv bei T-Mobile vermarktete L5100 von LG erinnert, das ein ähnliches Ziel verfolgte. Alleine der "Carl-Zeiss-Optics"-Schriftzug auf dem Kameramodul dürfte bei manchem Kunden die Kaufentscheidung beeinflussen, wie alle anderen Aufdrucke ist er einigermaßen abriebsicher aufs Gehäuse aufgebracht.

Den obligatorischen POP-Port hat Nokia unüblicherweise unter einer Klappe auf der linken Gehäuseseite versteckt und macht damit der UMTS-Antenne und einem großflächigen Akku Platz. Der Anschluss fürs Ladegerät ist dagegen nicht mehr mit früheren Netzteilen des Herstellers kompatibel und im Durchmesser deutlich geschrumpft - wer sein altes Netzteil weiterhin nutzen möchte, bekommt laut Nokia einen Adapter dazugeliefert. Der schmal ausgefallene Akkudeckel hat wie so oft potenziellen Spielraum fürs Wackeln, wirkt aber dank einer neuartigen Arretierungsfunktion professioneller als viele Vorgänger. top

Foto: AMB | N90 Vierseitenansicht

 

Display & Tastatur

Foto: AMB | M75 Display / Tastatur

Es ist das Display, dass einem als Nokia-Fan das erste Mal das Blut in den Adern gefrieren lässt - nicht, dass es bereits höher aufgelöste Komponenten gäbe, aber Series60 sieht auf den 352x412 Pixeln Auflösung ein wenig so aus, als könnte man mit ihm auch die Enterprise durch ein Wurmloch fliegen - alles ist auf einmal rund, dreidimensional, extrem farbenfroh und dank 262.144 Farben und kräftiger Hintergrundbeleuchtung auch äußerst kontrastreich. Nicht nur im Inneren hat Nokia dem groben Pixelraster den Kampf angesagt, das Außendisplay wurde ebenfalls deutlich aufgewertet und misst wie viele der jahrelang in Nokias modularer Gerätpalette verwendeten Displays 128x128 Pixel (65.536 Farben). Damit bleibt das N90 auch in geschlossenem Zustand bedienbar; neben einer relativ langsamen Kameravorschau zeigt das Außendisplay großflächig Uhrzeit, Lade- und Netzzustand an.

Bei der Tastatur verlässt sich Nokia auf einen 5-Wege-Navkey und ein 6230- bzw. 7200-ähnliches Design. Die Sondertasten fürs Smartphone-Betriebssystem haben endlich einen sinnvollen Platz gefunden: Menütaste direkt unter dem Navkey, ABC- und Löschentaste direkt daneben - Experimente ist man wohl mittlerweile auch in Finnland leid. Die Druckpunkte aller Tasten sind weich aber feedback-freudig und die Tasten angenehm groß ausgefallen; SMS-Tippen wird erst dann zur Qual, wenn einem der Arm aufgrund des hohen Gerätegewichts und der kopflastigen Folderoberseite einschläft. Der zweite auf der rechten Seite untergebrachte Joystick ist neben der Navigation durchs Menü der Außenseite auch im Kameramodus hilfreich, wenn man dank verdrehtem Display nicht mehr ohne weiteres auf die Standardtastatur zugreifen kann.

Direkt über dem rechtsseitig angebrachten Außenjoystick findet man einen zweistufigen Button für die Autofokussierung und anschließende Auslösung der Kamera - hier wäre für unseren Geschmack vielleicht noch etwas Verbesserungsbedarf, denn der Unterschied der beiden Druckzustände ist nicht ganz so deutlich wie bei Sharps V902SH oder K750i.

Zwei weitere Softkeys befinden sich an der Kopfseite des Displays in zwei Aussparungen des antireflektiven Displayschutzes. Diese aktivieren im Kameramodus die kontextbezogenen Menüs und haben im Telefoniemodus keine nennenswerte Funktion. Die Powertaste zur Wahl von Situationsprofilen oder zum An- und Abschalten des Handys findet man am Kopf des Handys auf der drehbaren Kamerakomponente. Die Tastaturbeleuchtung wirkt scharf umrandet und leuchtet in kräftigem weiß bzw. in der Farbe des jeweiligen Aufdrucks durch die Tasten und ermöglicht damit eine ebenso komfortable Ablesbarkeit wie z.B. bei Samsungs D500. top

Foto: AMB | Nokia N90 Tastatur / Beleuchtung

 
Kommentar schreiben
  1. Du bist nicht dabei?
    Werde Teil der Community
    Registriere Dich jetzt kostenlos! | Login
    Sichere Dir Deinen Usernamen, damit Deine Beiträge und Bewertungen nicht verloren gehen.
    Benutzername:
    Hinweis: Da Du nicht angemeldet bist, kannst Du hier einen alternativen Namen angeben.
    Titel: (optional)
    Kommentar:
    Bitte gib hier die Buchstaben vom nebenstehenden Bild ein.
 
Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Aktuelle Handy Testberichte
weitere Handy Testberichte