In einer stabilen und relativ klein geratenen Pappschachtel kommt das Samsung SGH-X640 zum Kunden. Mehrere Abbildungen auf Vorder- und Rückseite der blau-schwarzen Verpackung lassen keinen Zweifel aufkommen, dass es sich beim X640 um ein Gerät handelt, das gehobenen Designansprüchen genügt.
Die Größe der Verpackung lässt bereits auf den Inhalt schließen: im Lieferumfang inbegriffen sind lediglich das Samsung SGH-X640, ein Reiseladeadapter, ein Lithium-Ionen Akku (800 mAh) sowie eine 75 Seiten starke Bedienungsanleitung. Die Anleitung ist vergleichsweise dünn ausgefallen, dennoch bietet sie einen ausreichend umfangreichen Einblick in die Funktionen des Folderhandys. Daneben finden sich noch eine Garantie- und eine Registrierungskarte sowie eine Broschüre, die den Käufer in Samsungs Content-Portal FUNClub einlädt. Damit fällt der Lieferumfang relativ zufriedenstellend aus, auch wenn ein mitgeliefertes kabelgebundenes Headset sicherlich mangels Connectivity des Geräts eine sinnvolle Beigabe gewesen wäre.
Mit seinem in Silber gefassten aus Metallimitat gefertigten hochwertigen Kunststoffgehäuse und den sanft geschwungenen ovalen Formen kann das SGH-X640 die Ähnlichkeiten mit vielen anderen Folderhandys des Herstellers nicht verleugnen. Von einem E330 unterscheidet sich das Handy vornehmlich durch das glänzende lackschwarze Inlay auf der Oberseite und die in einen Metallring eingefasste Kameralinse. Die unverwechselbare Identität des Geräts orientiert sich neben seinen Vorgängern diesmal auch ein wenig an Motorolas V600 und dessen Nachfolgern. Das haptische Grundverständnis des X640 definiert sich aber eher über sein schlankes samtiges Äußeres. War das silbrige und in Chrom eingefasste Äußere des E330 vorrangig noch für eine Kundschaft vornehmlich weiblicher Attitüde attraktiv, dürfte sich vom X640 auch die männliche Kundschaft anziehen lassen.
Mit den Maßen 87x47x23 mm fällt das SGH-X640 für ein Folder angenehm klein aus und liegt mit gerade einmal 85g Gewicht leicht und griffig in der Hand - mangels Kanten wirkt das Gehäuse aber überaus rutschig. Über eine Öse an der linken Kopfseite des Gehäuses lässt sich ein Lanyard befestigen.
Kaum wahrnehmbare Knarzgeräusche entlockt man dem Handy nur unter stärkerem Druck, das Gehäuse ist erstklassig verarbeitet, was die gewohnt schmalen Spaltmaße bezeugen. Die Anschlüsse für Netzteil und Kopfhörer sind mit Plastikstopfen verschlossen, leider ist der Stopfen für den Netzteilanschluss nicht am Grundgehäuse befestigt und dürfte nach längerer Alltagsbenutzung unzähligen Feuerzeugen, zweiten Socken und Kugelschreibern in die Verbummel-Dimension entschwinden.
Der Federmechanismus für den Gehäusefolder ist etwas straffer gespannt als beim E330 und hält das Handy sicher geschlossen. Dennoch lässt sich der Folder auch einhändig problemlos öffnen dank Gummierungen auf der Folderinnenseite schlagen die Gehäuseteile beim schnellen Zuklappen des Folders nicht aufeinander.
Die Digitalkamera auf der Außenseite wurde um wenige Millimeter ins Gehäuse versenkt und wird von einen flachen Aluminiumring umgeben, der die Linse vor Kratzern schützen soll - dabei liegt er selbst aber so exponiert, dass man schon nach einem Monat erste Abnuntzungserscheinungen wahrnehmen kann. Für Selbstporträts hat Samsung einen großen Spiegel direkt unter der Kamera vorgesehen. Eine leuchtstarke blaue LED signalisiert die Bereitschaft des Geräts und informiert im Stummmodus über eingehende Anrufe.
Sowohl die Vorrichtung zum Einlegen der SIM-Karte als auch der die Rückseite des Gerätes bildende Akku machen einen sehr vertrauenswürdigen Eindruck. Wird die Karte von oben unter den Metallbügel geschoben, sitzt sie absolut fest und lässt sich nur durch gut dosierten Druck mit der Fingerspitze wieder aus ihrer Halterung entfernen.
Was bei nahezu allen Folderhandy bewährter Standard ist und sich als sinnvolles Feature erwiesen hat, fehlt beim Samsung X640 vollständig: ein Außendisplay, mit dem sich der Nutzer auch im zugeklappten Zustand über Empfangsleistung, entgangene Ereignisse und die Uhrzeit informieren kann. Wer gerne vor der Rufannahme wissen möchte, wer anruft, sollte er das "Aktivklappe"-Feature unter dem Menüpunkt Einstellungen deaktivieren, sonst wird direkt beim Öffnen des Folders die Verbindung hergestellt.
Das TFT-Display des X640 wird als UFB-Komponente (Ultra fine and bright) ausgewiesen und verfügt über eine Auflösung von 128x160 Pixeln bei einer Größe von 33 x 26 mm. Maximal 65.536 Farben lassen sich darauf darstellen. Ähneln diese Daten noch den Spezifikationen des X450/X460/X480, gleicht die Displaykomponente dem des E330 und überzeugt mit deutlich schnellerer Bilddarstellung, weist kaum Schlierenbildung bei schnellen Bewegungen auf und überzeugt mit klaren Kontrasten. An den Ecken und Kanten des Displays machen sich bei genauem Hinsehen leichte Farbverfälschungen bemerkbar, die man bei vielen Handydisplays dieser Klasse findet
Unter direktem Sonnenlicht bleibt das Display ablesbar, ist aber ziemlich empfindlich gegenüber Neigungen des Blickwinkels. Schon unter leichter Neigung verfremden die Farben zusehends. Für die Tastatur hat Samsung wieder einen Gang zurückgeschaltet und stattet das X640 mit einem eingängigen E300- bzw. SGH-E600-ähnlichen Tastenmodell aus. Die aus abnutzungsresistentem Plastik gefertigten Zifferntasten sind schwungvoll gestaltet fallen ausreichend groß aus, um Texte tippen zu können. Die Druckpunkte der Tasten sind gewohnt knackig und völlig gleichmäßig und vermitteln ein makelloses Feedback bei der Bedienung.
Leider fällt Samsung gleichzeitig auch bei der Bedienung des Navkeys eine Stufe zurück: dessen Bestätigungstaste führt wie bei vielen Modellen des letzten Jahres direkt von der Startseite ins WAP und hat sonst - außer in speziellen Anwendungen und Spielen - keinerlei Funktion. So gesehen hätte man ihn auch wegfallen lassen können. Die meisten Menü-Aktionen werden mit dem linken Softkey bestätigt, was den Daumen unnötig oft zwischen Steuerkreuz und Softkey hin- und herwandern lässt. Die Korrekturtaste (C) unter dem Navkey hilft bei der Zurück-Navigation in Menüs und beim Löschen von Zeichen in einer SMS.
Für die komfortable Regulierung von Tasten- und Gesprächslautstärke sorgt eine an der linken Seite des SGH-X640 angebrachte Tastenwippe. Mit dem Knopf auf der gegenüberliegenden Geräteseite lässt sich auch bei geschlossenem Gerät durch einen längeren Tastendruck die Kamera aktivieren.
Mangels Außendisplay eignen sich so aufgenommene Fotos aber eher als Witzbild - das Feature ist trotz des großflächigen Spiegels schlicht überflüssig. Alternativ lässt sich der Taster auch zum Abweisen bzw. Stummschalten des Handys bei eingehenden Anrufen genutzt werden.
Hilfe bei der Orientierung im Dunkeln garantiert eine die hellblaue Tastaturbeleuchtung, die das Tastenfeld gleichmäßig und scharfkantig erhellt; Licht schimmert ausschließlich aus den Tastenbeschriftungen, was ein weiteres Mal auf die astreine Verarbeitung des X640 hinweist. Außerdem kann man sich beim Tippen von Telefonnummern auf sein Gehör verlassen, denn sofern es im Menü eingestellt wurde, geben die Tasten beim Drücken einen von vier auswählbaren Tönen von sich, darunter witziges wie Trommeln und Altbekanntes wie DTMF-Töne.
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