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Blackberry 7100v Business-Phone mit Push-EMail

Ausstattung

Foto: AMB | 7100v SMS-Versand

Foto: AMB | EMail-Kontextmenü

Ein Blackberry ist ein kompromissloses Business-Tool. Für Multimedia bleibt da wenig Platz und so sucht man MP3-Player oder Kamera vergeblich am 7100v. Auch ein elementares Messaging-Feature fehlt: MMS lassen sich mit dem Blackberry nicht versenden und auch der Empfang ist nur indirekt über Vodafones webgebundene MMS-Oberfläche möglich. Der Blackberry informiert beim Eingang einer Multimedia-Nachricht in Form einer sogenannten „Server-Message“, die einen Link und ein automatisch generiertes Passwort enthält, mit dem man sich die Nachricht online abholen kann. Ganz ausgereift scheint das alles aber auch nicht zu sein: ein Megapixel-Bild, das wir von einem anderen Handy an den Blackberry versandt haben, ließ sich auch im Web nicht betrachten.

Ausreichend groß ist der interne Speicher bemessen: dem Nutzer stehen etwa 32MB zur Verwaltung seiner Korrespondenz zur Verfügung – da die meisten Inhalte von Emails ohnehin auf dem Server vorgehalten werden, sollte das auch gehobenen Ansprüchen genügen. Einen Slot für Speicherkarten oder sonstige Erweiterungen sucht man allerdings vergeblich. Neben der obligatorischen überlangen SMS (bis 912 Zeichen) versteht sich ein Blackberry weiterhin auf eine ganz eigene Art der Gerätekommunikation, die sogenannten PIN-Messages. Da jedes Blackberry-Endgerät über eine eindeutige Seriennummer identifiziert werden kann, lassen sich hiermit abgesehen vom Datenaufkommen nahezu kostenlos Nachrichten zwischen Geräten versenden.

Die wahre Stärke einer Blackberry-Lösung ist natürlich das mobile Verfassen und Empfangen von Emails. Über ein – zumindest in der Wahrnehmung der meisten Nutzer – völlig einzigartiges Feature namens Push-EMail erlaubt es Blackberry, Emails so einfach wie SMS zu empfangen: sobald eine neue Mail auf einem Postfach aufläuft, wird das Endgerät direkt darüber informiert und aktiviert die kleine Multicolor-LED am Kopf des Gehäuses. Subjects werden gleichzeitig mit der Benachrichtigung über eine neue Email empfangen, den eigentlichen Nachrichtentext lädt man sich nur bei Bedarf herunter. Im Test vergingen zwischen dem Versand einer Mail und der Benachrichtigung auf dem 7100v selten mehr als 7 Sekunden. Dies ist gewissermaßen das Alleinstellungsmerkmal der Blackberry-Lösung und wird nach unserem Kenntnisstand bislang von keiner anderen Lösung erreicht.

Foto: AMB | Der Posteingang auf dem webbasierten Client von Vodafone

Blackberry-Posteingänge funktionieren nach dem IMAP-Prinzip: alle Ordner und Nachrichten „leben“ auf dem Server, das Endgerät wird ausschließlich zur Ansicht und Verwaltung der Daten verwendet. Löscht man beispielsweise eine Nachricht auf dem Endgerät, wird sie beim nächsten drahtlosen Synchronisationsvorgang auch vom Server gelöscht – es sei denn, man stellt ein, dass der Server bei Synchronisationsvorgängen „immer gewinnt“.

Foto: AMB | Blackberry Posteingang

Der Blackberry-Posteingang wird standardmäßig in einer nach Tagen geordneten Listenansicht gezeigt. Emails werden mit vielen unterschiedlichen Symbolen versehen, die auf die Natur einer Nachricht hinweisen oder anzeigen, ob eine Nachricht z.B. ein Attachment enthält. Ordnerstrukturen lassen sich nicht direkt auf dem Endgerät verwalten, sondern müssen einmalig auf dem Server angelegt und anschließend auf den Handheld synchronisiert werden. Anschließend lassen sich Nachrichten in Ordnern ablegen und archivieren – was man auf dem Endgerät macht, wird beim nächsten Sync-Vorgang auch auf dem Server nachvollzogen. Um den Überblick zu behalten, lässt sich das Archiv nach Betreff, Absender oder mit Hilfe einer Expertensuche nach beliebigen Kriterien durchsuchen.

Ein „echter“ Email-Client, wie man ihn mittlerweile auf vielen Smartphones und auch Lifestyle-Handys findet und der direkten Kontakt zu einem beliebigen POP-Postfach hält, ist im Blackberry nicht enthalten. Will man neben seinem beim entsprechenden Netzbetreiber im Paket erhaltenen Postfach noch über eingehende Mails auf anderen privaten oder geschäftlichen Postfächern via Push-Funktion informiert werden, lässt sich dies komfortabel übers Web-Frontend einstellen: hier kann ein Email-Kollektor eingerichtet werden, der regelmäßig Post von anderen Postfächern abholt und sie ebenfalls direkt aufs Handheld forwardet. Will man ein eigenes Postfach direkt mit dem Blackberry-Dienst verwalten, muss hierfür ein firmeneigener Email-Server zur Verfügung stehen – Blackberry unterstützt derzeit Microsofts Exchange, Lotus Domino und seit neuestem auch Novell GroupWise.

Konten für Push-EMails lassen sich mit der Weboberfläche hinzufügen

Foto: AMB | Ein Word-Dokument auf dem Blackberry

Damit das Business richtig funktioniert, sollten auch Email-Attachments auf dem Endgerät dargestellt werden können. Leider gibt sich der Blackberry ausgerechnet in diesem wichtigen Bereich etwas stiefmütterlich. Gesendete Bilder jeglichen Formats lassen sich auf dem Handheld nicht anzeigen, man wird aber stets darüber informiert, wenn eines an einer Mail hing. Etwas anders gestaltet sich der Abruf von Office-Dokumenten: sowohl für .doc, .xls, .pdf und .ppt sind Viewer auf dem Gerät vorinstalliert. Sie extrahieren allesamt die relavanten Informationen aus einem Dokument und stellen in den meisten Fällen ausschließlich den Textinhalt dar: Tabellen in Word-Dokumenten werden über den internen Tabellenviewer wiedergegeben, Formatierungen sind auf Fettdruck und Unterstreichungen beschränkt.

Wahres Office-Feeling wie bei Nokias Communicator oder einem Windows Mobile-Smartphone wollen so nicht aufkommen, dafür erreicht der Blackberry dank Miniaturschrift-Darstellung hohe Übersicht: 24 Zeilen Text (!) passen bei kleinster Schriftgröße aufs Display. Größere Probleme gibt's bei der Darstellung von mehrspaltigen PDF-Dokumenten: die Spalten werden zeilenweise ausgelesen, sodass man den resultierenden Text nur dann versteht, wenn man beispielsweise jede dritte Zeile liest. Auch HTML-EMails sind für ein Blackberry-Endgerät ein Fremdwort: das Gerät ist ausschließlich für die Kommunikation im Plaintext-Modus vorgesehen.

Foto: AMB | mehrspaltiges PDF-Dokument auf dem Blackberry

Foto: AMB | 7100v Kontakt

Foto: AMB | 7100v Termin

Foto: AMB | 7100v Monatsansicht

Foto: AMB | 7100v Agenda

Foto: AMB | Aufgabenliste

Mit professionellem Leistungsumfang wartet dagegen das integrierte Adressbuch auf. Die Einträge enthalten alle Felder, die man von einer vCard erwartet und entsprechen im wesentlichen denen von Microsofts Outlook Express bzw. einer etwas eingeschränkten Sichtweise von Outlook. Zwar wirkt die Gesamtansicht mangels optischer Untermalung äußerst rudimentär und sehr blass, bleibt aber stets übersichtlich. Die Kontakteinträge lassen sich nach Vor-, Nach- oder Firmennamen sortieren und in beliebig viele selbst definierbare Gruppen einordnen. Enthält ein Eintrag mehrere Telefonnummern oder Email-Adressen, bietet das auf ihm ausgeführte Kontextmenü entsprechende Aktionen wie „Geschäftlich anrufen“ oder „Email senden“ an. Einträge aus dem SIM-Telefonbuch werden nur nach entsprechender Auswahl im Menü dargestellt und nicht Nokia-like mit den im Blackberry gespeicherten Kontakten gemischt.

Für den Geschäftsalltag unentbehrlich: ein Terminplaner. Der entspricht beim 7100 ebenfalls gehobenen Ansprüchen und verfügt über eine Tages-, Wochen- Monats und Tagesplanungsansicht, ähnlich Nokias Communicator. Die hohe Auflösung ermöglicht es, selbst in der Monatsansicht einen ungefähren Eindruck von der Terminlage zu bekommen: die Zeitpunkte von anstehenden Meetings werden als kleine Punkte je nach ihrer Tageszeit in einem Tageskasten gezeigt. Eine timeslotbasierte Wochenansicht macht deutlich, wenn sich Termine überschneiden: sie werden als nebenläufige Linien dargestellt. Die Linien von Terminen, die über mehrere Tage andauern, füllen den gesamten Tagesslot. In der Tagesordnungsansicht bekommt man eine agenda-artige Liste gezeigt, die der Reihe nach alle anfallenden Termine darstellt.

Ein Termin kann nur sehr elementar kategorisiert werden: es lässt sich lediglich anhaken, dass er „als privat“ gekennzeichnet sein soll. Darüber hinaus ist zwar keine Kategorisierung möglich, Termine lassen sich aber als Serientermine zu genau festlegbaren Wochentagen oder Jubiläen und als ganztägige Ereignisse festlegen. Der Blackberry errechnet exakt die Dauer eines Termins und erinnert den Nutzer in einem festlegbarem Zeitraum vor dem Terminbeginn an das Ereignis. Die integrierte Aufgabenliste übersteigt mit ihrer Funktionalität viele andere Smartphones, korrespondiert aber nicht mit dem Kalender: es lassen sich in drei Stufen priorisierbare Aufgaben erstellen und terminieren sowie detaillierte Serienwiederholungen für eine Aufgabe definieren - in der Kalenderansicht taucht eine so angelegte Aufgabe aber nicht auf.

Anders als Emails lassen sich Kontakte, Aufgaben und Kalenderdaten nicht over-the-air synchronisieren. Hierfür leistet ein mitgeliefertes USB-Datenkabel und eine Blackberry Software-Suite für den PC gute Dienste: sie synchronisiert Kalenderdaten, Adressbuch, Aufgaben und Notizen anstandslos und rasend schnell mit Lotus Notes, Lotus Organizer, MS Outlook, MS Schedule+, Outlook Express, Netscape, ACT!, Novell GroupWise oder exportiert Daten einfach als ASCII-basierte CSV-Files. Über die Sofware ist es darüber hinaus auch möglich, neue Anwendungen auf den Blackberry zu überspielen oder den Inhalt des Endgeräts komplett zu sichern oder wieder herzustellen.

Der Blackberry 7100v bringt weiterhin eine Bluetooth-Schnittstelle mit, die allerdings auf die Anbindung von drahtlosem Audio-Zubhör beschränkt ist – Daten lassen sich hierüber nicht übertragen. Updates für die Blackberry-Systemsoftware können über sogenannte „Service-Bücher“ direkt aufs Gerät gebeamt werden, die Internet-Oberfläche des Servers bietet ein entsprechendes Feature an.

Foto: AMB | Blackberry Desktop-Client

Foto: AMB | 7100v Browser / pda.handykult.de

Foto: AMB | 7100v HTML-Browser / www.areamobile.de

Foto: AMB | 7100v Brickbreaker

Ein zentrales Feature stellt neben der Email-Funktion der integrierte Browser dar, der alle gängigen Webformate wie XHTML, WAP und sogar HTML darstellt. Während die Darstellung von Webseiten, die für mobile Plattformen angepasst sind, erwartungsgemäß sauber und übersichtlich vonstatten geht, ist die Ansicht von HTML-Seiten grenzwertig. Immerhin schafft es der Blackberry, auch „schwere Brocken“ wie unsere Hauptseite nach einiger Zeit komplett in den Speicher zu laden, die Spaltenansicht von breiten Tabellen verringert aber die Übersicht über eine Seite dramatisch. Dafür kann der Browser weitestgehend souverän mit Javascript und CSS umgehen. In einen Geschwindigkeitsrausch verfällt man allerdings nie: die integrierte GPRS-Connectivity der Klasse 8 benötigt auffallend lange zum Einwählen, Auffinden und Herunterladen von Seiteninhalten. Schneller geht's, wenn man die Darstellung von Bildern deaktiviert.

Weitere Funktionen des Geräts sind ein simpler Taschenrechner, der die Grundrechenarten, Prozentrechnung und das Quadratwurzelziehen beherrscht, ein absolut rudimentärer Notizblock und ein Wecker für genau eine Weckzeit, der sich an Wochenenden abschalten lässt. Im Anwendungs-Menü findet man weiterhin eine geräteweite Suchfunktion und ein extrem ausführliches digitales Nutzerhandbuch sowie eine Bildverwaltung, die in erster Linie für die Personalisierung der Startseite Sinn macht. Neue Funktionen und Anwendungen lassen sich dank MIDP2.0-konformer Java Engine hinzufügen. Das einzige Fünkchen Unterhaltung, das sich auf dem Gerät findet, ist ein Breakout-Clone namens Brickbreaker, der ausschließlich mit dem Scrollrädchen bedient wird – das funktioniert nicht wirklich gut, reicht aber für die eine oder andere freie Minute beim Warten aufs nächste Meeting aus.

Menüführung & Bedienung

Foto: AMB | 7100v Startseite im Original

Foto: AMB | 7100v Startseite im Vodafone-Look

Foto: AMB | 7100v Einstellungs-Menü

Foto: AMB | 7100v Texteingabe via Suretype

RIM nutzt als Betriebssystem für die Endgeräte eine Eigenentwicklung auf Java-Basis. Das Menüsystem ist abgesehen vom Hauptmenü komplett listenbasiert und wird fast ausschließlich mit Scrollrädchen und Escape-Key bedient. Eine Startseite wie Windows Mobile oder Series60 Rev. 3 kennt der Blackberry nicht, die Hauptseite zeigt in einem großen Bereich ausschließlich das Hauptmenü und in einem schmaleren oberen Bereich die Anzahl neuer bzw. ungelesener Nachrichten, Uhrzeit und Netzempfangsstärke an.

Das Hauptmenü lässt sich von Netzbetreibern und ggf. auch von Nutzern völlig frei gestalten: in der Standardansicht, die z.B. auch in T-Mobiles Variante des Geräts, dem 7100t genutzt wird, dominiert ein Hintergrundbild das Menü und die einzelnen Menüpunkte werden in ansprechender Textform gezeigt. Erstmals müssen wir bekennen, dass Vodafones Lösung hier deutlich besser rüberkommt: der Netzbetreiber nutzt für die Darstellung des Hauptmenüs Icons im bekannten VF-Stil, der vor allem beim Branding von aktuellen Lifestyle-Geräten die Nutzermassen auf die Palme bringt, beim Blackberry aber ausgesprochen anspruchsvoll aussieht.

Sämtliche Untermenüs und Dialoge inklusive aller Applikationen sind hingegen ausschließlich textbasiert, wirken ziemlich blass und einfach. Das mag zwar den „Business-Anspruch“ des Geräts unterstreichen, Spaß machen Navigation und Bedienung allerdings nicht. Immerhin lässt sich die Schrift in Größe und Schnitt ziemlich flexibel verändern, sodass die Applikationen bei Bedarf in Miniaturausfertigung Übersicht gewähren oder aber mit Riesenlettern auch für Sehbehinderte bedienbar bleiben. Das Einstellungsmenü hat es in sich: von einigen Browser- und Display-Einstellungen über Sicherheitsfunktionalität wie WTLS, Firewall und Zertifitkatsspeicher bis zur Verwaltung von PIN-Messaging und Service-Büchern lässt sich hier alles einstellen, was das Herz begehrt, eine ausführliche Liste von verwendeten Softwareversionen rundet das Bild eines ausgereiften aber für Nicht-ITler kaum verständlichen Einstellungsmenüs ab.

Die Bedienung von Applikationen erfolgt in der Regel über einen Druck aufs Scrollrädchen, was ein listenbasiertes und ebenfalls ziemlich schmuckloses Kontextmenü öffnet, das vielfältige Operationen auf dem gewählten Element anbietet. Leider scrollt man sich bei längeren Optionslisten den Daumen wund, ein „Überspringen“ vom Ende zum Anfang der Liste, wie es mittlerweile die meisten Series60-Geräte kennen, ist schmerzhafterweise ebenfalls nicht vorgesehen.

Ein besonderes Wort der Erwähnung bedarf die verwendete Texteingabe-Methode SureType des 7100v: statt eines vollwertigen QWERTZ-Keyboards verfügt das Gerät über 20 Tasten, von denen viele mit jeweils zwei Buchstaben belegt sind. Ist SureType aktiviert, tippt man ähnlich wie bei T9 einfach drauf los und vertraut den Vorschlägen, die das System anbietet, die sich via Scrollrädchen anwählen lassen. Ist das einzugebene Wort zu exotisch, tippt man solange, bis der Blackberry das Zielwort nicht mehr kennt und tastet sich dann buchstabenweise weiter vor. In der Praxis haben wir es auch nach mehrstündiger Übung nicht geschafft, die Geschwindigkeit beim Tippen auf einer T9-Tastatur mit dem Blackberry zu übertreffen – eingefleischte Nutzer dürften das vielleicht anders sehen. Ein äußerst sinnvolles Feature ist die eingebaute Copy/Paste-Funktion, mit der sich Textpassagen fast aus jedem Dokumenttyp in einen anderen Bereich übertragen lassen.

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