Obwohl sich der Blackberry theoretisch auch mit den SIM-Karten anderer Netzbetreiber für elementare Funktionen eignet, haben wir das Gerät ausschließlich mit einer Vodafone-Karte und dem dazugehörigen Blackberry-Zugang getestet. Im Großraum Berlin erreichten wir stets exzellente Empfangsleistung, auch innerhalb von Gebäuden stießen wir nicht auf nennenswerte Probleme. Die Sprachqualität ist für einen Handheld, zu dessen Hauptfeatures nicht unbedingt die Telefonie zählt, erträglich gut. Gespräche auf dem Handheld werden von einem deutlichen Rauschen überlagert, der Gesprächspartner klingt vergleichsweise dumpf, die Stimme bleibt aber natürlich. Die Gegenseite nahm uns sowohl an einem Festnetztelefon als auch mit einem Handy ausgesprochen klar wahr, was auf die gute Qualität des integrierten Mikrofons schließen lässt.
Sprachwahl oder -steuerung sucht man trotz Kompatibiltät zu Headsets bzw. Car-Kits vergeblich am Gerät, dafür leistet eine laute und fast klirrfreie Freisprecheinrichtung, die den rücksseitig verbauten großen Lautsprecher nutzt, gute Dienste auf Entfernungen von bis zu 1,5m.
1000mAh leistet der mitgelieferte Akku auf Li-Ionen Basis, RIM bescheinigt damit dem 7100v eine Ausdauer von etwa 8 Tagen Standby und eine Gesprächszeit von knapp 4 Stunden. In der Praxis beweist das Gerät gemäß den Spezifikationen eine beachtliche Ausdauer: bis zu 4 Tage lang kann man mit dem Blackberry dauerhaft über seinen Posteingang informiert bleiben und das eine oder andere Gespräch führen, ohne vom Stromnetz abhängig zu sein – Stromfresser sind lediglich der Bluetooth-Port, den man im Normalfall deaktivieren sollte und das große Display, das sich schnell durch einen Druck auf den Powerknopf auf der Oberseite des Geräts abschalten lässt. Wer sich etwas länger mit dem PIM-Funktionen beschäftigt und während dieser Zeit keine Telefon- oder Online-Funktionen benötigt, kann die GSM-Aktivität zeitweise einfach abschalten und so deutlich Strom sparen: einen entsprechenden Menüpunkt findet man direkt im Hauptmenü.
Ohne Frage steckt viel Business in der Brombeere, die PIM- und Messaging-Funktionen können im Alltag überzeugen. Anderen Smartphone-Systemen hinken aber einige Funktionen hinterher – kategorisierbare Kalendereinträge oder übersichtliche Kontaktlisten findet man nicht am Blackberry. Auch die vielbeschworenen Email-Funktionen inklusive Attachment-Ansicht reichen nicht an Series60/80- oder Windows-Mobile-Geräte heran. Doch wer vor allem seinen textbasierten Email-Verkehr immer dabeihaben möchte und äußerst dringend auf die Erreichbarkeit via elektronischer Post angewiesen ist, profitiert in großem Maße von der ausgezeichneten Push-Funktionalität des Mail-Eingangs und dem komfortablen Zugriff auf Emails über ein entsprechendes Webportal des Anbieters.
Technisch wirkt der 7100v mittelmäßig ausgereift. Das Design wirkt nicht mehr so charmant wie beim Urgestein 7230, mittels SureType und Scrollrädchen lässt er sich aber ebenso intuitiv bedienen. Die dank beigelegtem USB-Kabel gerade noch gerettete Connectivity synchronisiert schmucklos aber souverän Daten von Rechner und Handheld, die Menüführung und Gestaltung der Software versprüht dagegen den Charme eines verregneten Novembernachmittags.
Bei der Konkurrenz brodelt es derzeit gewaltig: Microsoft plant für Windows Mobile 5.0-Devices ebenfalls umfangreiche Push-Funktionalität, die nicht nur Emails aufs Gerät beamt, sondern auch andere PIM-Daten. Vodafone selbst scheint mit der vorliegenden Lösung ebenfalls nicht ganz glücklich zu sein: man plant auch hier die Entwicklung einer eigenen Push-Lösung. Alternativen zum Email-Push gibt's nämlich durchaus: die meisten aktuellen Handys und Handhelds mit Email-Client bieten dem Nutzer an, in regelmäßigen Intervallen Email-Kopfzeilen vom Server abzurufen und damit die Push-Funktionalität gewissermaßen zu simulieren – dank fallender Datentarife wird der mobile Email-Empfang damit auch Nutzern von viel simpleren Endgeräten zugänglich.
Stefan Adolf
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