Obwohl beide Dualmode-UMTS-Handys (GSM 900, 1800, 1900 Mhz und W-CDMA) während der Testphase ausschließlich im Vodafone-Netz funkten, das für seine überaus gute Abdeckung bekannt ist, erreichte die Empfangsanzeige auch im Stadtgebiet nie seinen maximalen Wert – innerhalb von Räumlichkeiten lag sie fast durchgängig nur im Mittelfeld. Weitaus aussagekräftiger ist allerdings die Tatsache, dass die Verbindung während eines Telefonats und vor allem während der UMTS-Nutzung (z.B. Videotelefonats) nie abbrach.
Die Sprachqualität ist ebenfalls nicht überzeugender als bei den GSM-Geschwistern K750i oder W800i: die Stimme des Gesprächspartners wird leicht verfremdet, die Lautstärke bei Gesprächen maximal nur mittelmäßig und der Rauschfilter nicht besonders souverän. In lauteren Umgebunssituationen oder während Autofahrten bietet sich die Nutzung des mitgelieferten Headsets an. Insbesondere bei Videotelefonaten ist der Stereokopfhörer bzw. ein Bluetooth-Headset überaus sinnvoll, da der rückseitig direkt unter der Kamera verbaute Lautsprecher nicht gerade Höchstleistungen in Bezug auf seine Maximallautstärke erreicht. Auch bei der Wiedergabe von MP3-Files oder dem Radiosignal ist er eher schwachbrüstig, verfremdet aber weder Sprach- noch Audiosignal.
Der mitgelieferte Lithium-Ionen Akku verspricht dem Nutzer des K600i laut Herstellerangaben Gespräche mit einer Gesamtdauer von achteinviertel Stunden, was weit über den marktüblichen Durchschnittswerten liegt und Vieltelefonierer sehr zu schätzen wissen dürften. Intensive Videotelefonate verbrauchen natürlich wegen der permanent aktiven Kamera- und UMTS-Aktivität ein Gros der Energie, sodass Dauergespräche maximal 1,67 Stunden lang werden können. Darüber hinaus gibt der Hersteller eine Standbyzeit von maximal 15 Tagen an, das dürfte man allerdings nur im Flugzeugmodus ohne weitere Aktivität des Handys erreichen können.
Während der Testphase wollten wir vor allem ermitteln, wie sich das Handy bei Gebrauch der UMTS-Funktionen schlägt. Bei über den Zeitraum verteilter insgesamt 40-minütiger Nutzung von Mobile TV hielt das K600i immerhin etwa 3,5 Tage durch. Möchte man Strom sparen, sollte man unter anderem nur mäßig Gebrauch von Kamera oder MP3-Player machen und in erster Linie die Bluetooth-Funktionen abschalten, die für einen Großteil des Energiekonsums verantwortlich sind. Darüber hinaus bietet das Handy noch weitere Möglichkeiten zum Stromsparen und erlaubt dem Nutzer die Herunterregelung der Displayhelligkeit und eine Stromsparfunktion für Bluetooth, die maximal eine aktive Verbindung zur gleichen Zeit erlaubt.
Das Sony Ericsson K600i bietet nahezu alles, was sich der Mobilfunknutzer von einem aktuellen UMTS-Handy wünschen kann, muss aber beispielsweise gegenüber Samsungs SGH-Z500 funktional wie leistungsmäßig Abstriche machen. Viele Features sind zwar vorhanden, aber nur hinreichend gut implementiert: die Ergebnisse der Digitalkamera sind höchstens Mittelmaß in der Megapixel-Klasse und der MP3-Player mangels Wechselspeicherkartenslot nur eingeschränkt brauchbar. Für Geschäftsleute dürften die Organizer-Funktionen etwas zu rudimentär ausfallen, können aber im Alltag durchaus überzeugen; praktisch ist in erster Linie die kompromisslose und vollständige Connectivity, die neben UMTS-Modemverbindungen auch schnelle Bluetooth-Übertragungen zu anderen Geräten ermöglicht.
Besonders überzeugend fanden wir aber das zeitlose und makellose Barrendesign, das kompakt genug ausfällt, um das Handy nicht auf den ersten Blick als mit Technik vollgestopftes UMTS-Phone erkennen zu lassen. Nicht zuletzt die stabile Empfangsqualität und die guten Akkulaufzeiten machen das K600i zu einem der besten und anwenderfreundlichsten Handys der 3. Mobilfunkgeneration.
Ronny Skrzeba
Foto: AMB | Größenvergleich Sony Ericsson K600i mit Motorola E1000
Foto: AMB | Größenvergleich Sony Ericsson K600i mit Samsung SGH-Z130
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