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Samsung SGH-E620 Testbericht

Empfang & Sprachqualität

Mobiltelefone von Samsung haben sich schon früher in puncto Empfangsqualität hervorragend bewährt, wobei es nur eine untergeordnete Rolle spielte, ob das Gerät eine interne oder externe Antenne besaß. Hier macht das Triband-Handy (GSM 900, 1800, 1900 MHz) SGH-E620 keine Ausnahme - im Gegenteil: es legt sogar noch einmal zu und bietet in dicht besiedelten Gebieten fast durchgängig volle Empfangsstärke. In abgeschirmten Räumen und außerhalb von geschlossenen Ortschaften muss man naturgemäß etwas zurückstecken, aber auch hier fährt man mit dem E620 noch um einiges besser, als mit vielen Konkurrenzgeräten.

Erwartungsgemäß lässt die ausgezeichnete Empfangsqualität auch Rückschlüsse auf die Sprachqualität zu, auch wenn letztere bei näherer Betrachtung nicht unbedingt Anlass zum Jubeln gibt. Der Gesprächspartner ist zwar in jeder Situation gut zu verstehen, klingt aber im Vergleich zum E720 etwas undeutlicher und die Stimme etwas verfälschter. Das mag daran liegen, dass zumindest laut Menü keine „Voice-Clarity“-Funktion im E620 werkelt und zum anderen an der Verwendung einer älteren Firmware. Der Rauschfilter arbeitet in Empfangsrichtung ebenfalls weniger souverän als beim E720, dimmt aber z.B. vorbeifahrende Fahrzeuge auf ein erträgliches Maß herunter. Die Maximallautstärke reicht aus, um auch in belebten Locations seinen Gesprächspartner noch verstehen zu können - die Freisprechfunktion lässt sich durch langes Drücken des OK-Buttons aktivieren. Zur Not kann man auch auf das mitgelieferte Mono-Headset zurückgreifen, das über ein sehr gutes Mikrofon und angenehm dynamischen Kopfhörer verfügt. Bei der Wiedergabe von Klingeltönen in einem „Real“-Format (AMR / MP3) stößt das E620 bisweilen schon bei mittlerer Lautstärke-Regelung an seine Grenzen. 

Standby- & Gesprächszeit

Der mitgelieferte Lithium-Ionen Akku (800 mAh) verspricht dem Nutzer eines E620 laut Herstellerangaben Gespräche mit einer Gesamtdauer von 5,5 Stunden, was leicht über den marktüblichen Durchschnittswerten liegt und Mittel- bis Vieltelefonierer sehr zu schätzen wissen dürften. Außerdem erreicht das SGH-E620 eine maximale Bereitschaftszeit von bis zu 200 Stunden (ca. 8 Tage), was nicht allzu überzeugend ist, sich aber im Praxistest als durchaus realistisch herausstellte.

Der Wert konnte zwar nicht vollständig erreicht werden, lag aber mit 168 Stunden bei geringem Nutzungsverhalten und durchschnittlich vierzigminütiger Telefonie auch nicht deutlich unter den Herstellerangaben. Möchte man Strom sparen, sollte man unter anderem nur mäßigen Gebrauch von Kamera und Bluetooth machen, obwohl letztgenannter Punkt subjektiv nur verhältnismäßig wenig an den Akkureserven zehrt. Samsung hätte aber gut daran getan, dem Lieferumfang noch einen zweiten Akku zu spendieren, wie man es beispielsweise noch beim SGH-P730 tat.

Foto: AMB | Samsung SGH-E620 Akku

 

Fazit

Samsungs SGH-E620 stellt eine angemessene Ergänzung des Produktsortiments an anspruchsvollen Handys im mittleren Preissegment dar. Mittlerweile läuft der koreanische Hersteller allerdings Gefahr, dass seine Mobiltelefone, aufgrund des zugegeben zwar hochwertigen, aber seit Jahren nahezu unverändert gebliebenen schlichten Designs kaum noch auseinander gehalten werden können. Fast scheint es, als ob die Phantasie der Entwickler mit silbernen Aufklapp-Handys schon an ihre Grenzen gestoßen sei – Hoffnungsschimmer sind da Geräte wie das E760 oder E530.

Interessant ist das E620 insbesondere für Mobilfunknutzer, die von Samsungs Qualitätsprodukten überzeugt sind und Gefallen an Design und Grundausstattung des E720 gefunden haben, aber auf einen MP3-Player und das leicht eckige Frontaldesign verzichten können. Letztendlich eignet es sich vor allem für Normal- und Vieltelefonierer, die zudem hin und wieder einen Schnappschuss in guter Qualität schießen wollen, den man mit Ach und Krach auch ausdrucken und ins Familienalbum kleben kann. Das E620 soll den anspruchsvollen Telefonierer im Alltag allerdings mit ganz anderen Werten überzeugen: die antibakterielle Beschichtung macht sich in der Praxis tatsächlich positiv bemerkbar und gerade bei der Zusammenarbeit mit einem Bluetooth-Headset erleichtert die sprecherunabhängige Sprachwahl das Wählen von Kontakten ungemein

 
 
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