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Inhaltsverzeichnis

WM5.0 UMTS-Smartphone HTC Universal / MDA Pro

Lieferumfang & Verpackung

Die Verpackung des neuen Windows Mobile-Vertreters von T-Mobile steht in der Tradition der bislang in den Handel gekommenen Digital Assistants, stand uns aber leider nicht als Testmuster für unser Foto zur Verfügung. Der Lieferumfang fällt in der Customer-Version wie immer entsprechend reichhaltig aus und entspricht dem des Anfang dieses Jahres auf den Markt gekommenen T-Mobile MDA Compact. Neben einem wuchtigen aber schmalen 1620mAh Lithium-Ionen Polymer Akku legt T-Mobile ein USB-Datenkabel und ein Schnellladegerät bei, die an den Mini-USB-Port des Gerätes angeschlossen werden. Des Weiteren finden sich in der Verpackung ein Ersatz-Stylus, eine Kunstfaser-Tasche, ein kabelgebundenes Stereo-Headset, zwei Software-CDs sowie ein Handbuch samt Kurzanleitung.

Auf die Beigabe einer SD-Speicherkarte verzichtet T-Mobile nicht nur im Press-Kit, sondern wohl auch in der Endkundenfassung – wohl auch deswegen, weil die Klientel des Geräts mit Sicherheit noch das nötige Kleingeld aufbringen kann, um sich eine entsprechende Erweiterungskarte zu leisten und zum anderen, weil der interne Speicherausbau für die gängigen Office-Aufgaben durchaus ausreicht. Auch eine Dockingstation wie man sie bei den früheren Versionen des Geräts – unter anderem auch bei O2s XDA und XDA II fand, wurde ausgespart; da man das Gerät ohnehin ähnlich wie ein Zweitnotebook auf seinem Schreibtisch aufstellen wird, bleibt dieser Mangel allerdings verschmerzbar. Angesichts des Formfaktors wäre ein Bluetooth-Headset eine denkbar praktische Beigabe gewesen. 

Foto: AMB | T-Mobile MDA Pro Lieferumfang (Presse-Kit)

 

Design & Verarbeitung

Wer vom T-Mobile MDA Pro spricht, redet eigentlich über das Modell "" des taiwanischen ODM-Herstellers HTC. Auch Vodafone ist mit dem baugleichen VPA IV auf dem deutschen Markt präsent, weitere identische Geräte, die sich nur durch verändertes Branding (sowohl für Hard- und Software) und in der mitgelieferten Software unterscheiden, sind zumindest von O2 bereits angekündigt (O2 XDA Exec). Zudem wird das Gerät im Ausland noch unter einer Vielzahl weiterer Markennamen vertrieben.

Foto: AMB | T-Mobile MDA Pro Vierseitenansicht

 

Als Handy bzw Smart-"Phone" lässt sich der MDA Pro nur schwerlich bezeichnen. Im Grunde handelt es sich um einen vollwertigen PocketPC, wie ihn auch Hewlett-Packard, FSC oder Dell anbieten, der um GSM-, WLAN- und UMTS-Connectivity erweitert wurde. Das schlägt sich auf die Dimensionen des Gerätes nieder, das mit 286g Gewicht und 128 x 81 x 25 mm Größe die Liste der größten und schwersten Mobilfunkgeräte seit über 5 Jahren anführt. Um auf die Mobile Computing-Funktionalität zuzugreifen, kann man den MDA Pro auf den Tisch legen, aufklappen und ihn wie ein Mini-Notebook mit QWERTZ-Tastatur verwenden. Bevorzugt man die Bedienung via Touchscreen, virtueller Tastatur oder Handschrifterkennung, lässt sich der Displayteil um 180° drehen und zurückklappen. In jedem Bedienzustand kann mit dem MDA Pro telefoniert werden: Wer kein Headset oder die Freisprecheinrichtung benutzt, wird bei längeren Telefonaten kaum Freude an den Telefoniefunktionen haben: im Grundzustand klebt der aluminiumverschalte Deckel des PDA-Phones auch nach kürzeren Telefonaten am Ohr, im PDA-Modus verschmiert entsprechend das Display. Im Notebook-Modus kann man die integrierte Freisprechfunktion nutzen.

Foto: AMB | T-Mobile MDA Pro im Notebook-Modus

 

Die Verarbeitung des MDA Pro wirkt trotz aller Vorurteile gegenüber seinem Herkunftsland Taiwan vergleichsweise solide verarbeitet, wenn auch die Spaltmaße an vielen Stellen deutliche Unregelmäßigkeiten erkennen lassen. Der Akkudeckel aus Plastik bedeckt die gesamte Rückseite des Geräts und hat angesichts eines winzigen Schließmechanismus minimales Spiel. Der Akku selbst arretiert mit einem eigenen Schnappmechanismus in seiner Fassung und wird von einem roten Sicherherheitsschieber ausfallsicher festgehalten. Als völlig unzureichend empfanden wir die Halterung des Stylus, der an der Kante des Geräts ins Gehäuse geschoben wird. Eine leichte Berührung genügt, um den Stift von seinem Platz zu entfernen – gerade bei der Fotografie dürften unbekümmerte Naturen schnell den Stift verlieren, ohne es überhaupt zu bemerken.

Der eigentliche Dreh- und Klappmechanismus ist trotz seiner Flexibilität vorbildlich verarbeitet, leichtgängig und verdrehsicher. Doch auch hier gibt’s Grund zum Meckern: bedient man das Gerät im Notebook-Modus, ist man geneigt, viele Buttons mit dem Finger direkt auf dem Touchscreen zu bedienen. Nach mehreren Versuchen klappt das Display in der Regel plötzlich komplett nach hinten ab und rastet erst bei etwa 170° wieder ein, sodass man vom eigentlichen Bildschirminhalt nicht mehr viel erkennen kann. Hier hätte eine straffere Federung dem Displayteil deutlich besser zu Gesicht gestanden. An der Unterseite sind vier Gummifüße zu finden, damit das Gerät im Notebook-Modus nicht verrutscht.

Foto: AMB | T-Mobile MDA Pro im PDA-Modus

 

Auch wenn es schwer ist, beim MDA Pro ein oben und unten, ein links und rechts zu definieren, den SDIO-Slot für Speicherkarten und sonstiges Zubehör findet man wie die Powertaste zur Aktivierung von System und Hintergrundbeleuchtung am Fuß des Gehäuses – etwas ungewohnt für ehemalige MDA I/II/III-Besitzer. Eine schützende Staubschutzklappe sucht man wie auch am 3,5“-Klinkenanschluss für handelsübliche Stereoheadsets oder am MiniUSB-Port vergeblich. Zwei kleine, blau, rot und gelb leuchtende LEDs am Scharnier informieren über Ladeaktivität oder eingeschaltete GSM/UMTS oder WLAN-Module.

Display & Tastatur

Die neue Referenz ist da: das TFT-Display des MDA Pro zeigt auf stattlichen 9,1cm Bildschirmdiagonale üppige 480x640 Pixel mit 65.536 Farben an und erreicht damit die VGA-Auflösung von älteren PC-Grafikkarten bzw. -Monitoren. Dank der immensen Auflösung und der dadurch bedingten geringen Abstände zwischen den einzelnen Pixeln wirkt die Brillianz noch besser als bei den Vorgängermodellen, reicht aber subjektiv nicht an die eines reinrassigen Multimediahandys wie das K750i heran. Die Ablesbarkeit leidet kaum unter Neigungen des Blickwinkels und negiert erst, wenn man fast seitlich aufs Display blickt. Die Helligkeit der Hintergrundbeleuchtung lässt sich individuell für Akku- und auch Netzbetrieb im Einstellungsmenü justieren. Probleme gibt es auch bei flach eintreffendem Sonnenlicht, das so stark reflektiert wird, dass auf dem Display kaum noch etwas zu erkennen ist.

Foto: AMB | MDA Pro Notebook-Modus

 

Beim Wechsel zwischen PDA- und Notebookmodus passt sich die Orientierung der Menüführung selbstständig dem neuen Modus an und wechselt zwischen Hochkant- oder Quermodus. Durch einen einfachen Klick aufs entsprechende Symbol auf dem Heute-Bildschirm lässt sich die Orientierung auch manuell verändern. In der Praxis ist es uns manchmal passiert, dass der MDA plötzlich selbst die Orientierung verliert und das Bild auf den Kopf stellt – dann hilft nur noch die Entnahme des Akkus, um die richtige Ordnung wieder herzustellen. Der Prozessor hat in einigen Bediensituationen stark zu kämpfen, um überhaupt ein vernünftiges Bild in die richtige Postion bringen zu können. Wir werden im zweiten Teil intensiver darauf zu sprechen kommen.

Bedienen lässt sich der MDA Pro auf vielfältige Art und Weise. Wie jeder gängige Windows-PDA setzt das System in erster Linie auf einen Touchscreen, mit Hilfe der QWERTZ-Tastatur lassen sich längere Texte verfassen. Die einzelnen Tasten sind leicht gewölbt, aber anders als bei gewöhnlichen Computertastaturen nicht gegeneinander versetzt und etwas kleiner als beim Nokia 9500, mit dem uns das Tippen deutlich mehr Spaß machte als beim MDA Pro. Die Druckpunkte der Tastatur sind knackig, der Tastenhub kurz und Texteingaben fallen deutlich leichter als mit einem einfachen Ziffernblock oder dem Stylus. Wirklich lange Texte will man aber mit dem Gerät – wie auch schon beim Vorgänger MDA III - nicht schreiben. Besonders vorteilhaft empfanden wir beim Nokia 9500 die Übernahme einer Steuerungstaste (Strg), mit der sich der elementare Windows-Workflow wie Einzelwortnavigation oder Kopieren-/Einfügenaktionen bewältigt werden konnten. Beim Windows Mobile 5.0-Smartphone fehlt eine solche Taste unerklärlicherweise. Mit Hilfe der an ihrer Stelle zu findenen FN-Taste lassen sich neben Zusatzfunktionen aber auch über einen Druck auf die Space-Taste Kontextmenüs öffnen, z.B. um markierte Textabschnitte in die Zwischenablage zu übertragen.

Ärgerlich: HTC hat keinen Platz für Umlauttasten gelassen, sodass man wie bei Blackberry-Endgeräten Äs und Ös nur mit Hilfe der Sym-Taste eingeben kann. Da alle Tasten mit Ausnahme der Eingabetaste gleich geformt sind, gehören Vertipper aber zum Alltag: schnell wird aus einem E eine 4 oder aus einer neuen Zeile ein gelöschtes Zeichen. Neben den QWERTZ-Tasten spendiert der Hersteller dem „Universal“ viele Funktionstasten, die Microsoft und T-Mobile mit Windows- und OK-Shortcuts, Schnellzugriff auf die T-Zones, Email-Funktionen, Videotelefonie und der Kontaktverwaltung vorbelegt hat. Über ein wenig intuitives Softwaremenü lässt sich die Belegung aber auch ändern.

Foto: AMB | MDA Pro Tastatur

 

Blindtipper werden sich also eine längere Zeit eingewöhnen müssen. Doch auch Zeitgenossen, die sich auf ihre optische Wahrnehmung verlassen, werden ihre Not haben, sobald sich die automatische Tastenbeleuchtung aktiviert: diese schimmert in fahlem, völlig ungleichmäßigem Rot durchs Tastenfeld und verwischt im Dunkeln jeglichen Kontrast der Tasten – da hilft auch das Display als Ersatzlichtquelle nicht viel weiter. Im PDA-Modus hilft ein 5-Wege-Navkey unter dem Display bei der Navigation durch lange Webseiten oder Emails. Die beiden mit Windows Mobile 5.0 eingeführten Softkeys, mit denen sich kontextabhängige Popup-Menüs aufrufen oder Aktionen absegnen lassen, findet man leider nur unscheinbar am oberen Rand der QWERTZ-Tastatur.

Foto: AMB | MDA Pro Tastaturbeleuchtung

 

Die Kanten des MDA Pro säumen Schnellzugriffstasten, von denen die meisten individuell belegbar sind. Davon ausgenommen sind die zwei äußerst kleinen und kaum erfühlbaren Tasten zur Annahme oder zum Abweisen von Telefonaten in geschlossenem Zustand des Handsets. Auf der scharnierabgewandten Kante findet man zwischen zwei Stereolautsprechern Direktzugriffstasten, die in der Standardbelegung Kamerafunktion, Sprachnotiz/Sprachwahl und Displaybeleuchtung aktivieren. Im Zentrum der Tasten wurde der Infrarotport integriert, direkt darüber ein leichtgängig gefederter Schieber zur Regulierung der Lautstärke. Der Mini-USB Port ist unterhalb des Klappmechanismus an der linken Seite integriert, sodass man bei aufgeklapptem Gerät mit angeschlossenem Datenkabel etwas aufpassen muss, dass es sich nicht im Scharnier verheddert. Weiterhin gibt’s auf dieser Seite zwei durch Gummistöpsel geschützte, getrennte externe Anschlüsse für GSM- und UMTS-Antennen, einen Reset-Taster, der sich mit dem Stylus auslösen lässt sowie den 3,5mm Klinken-Anschluss für Kopfhörer.

Foto: AMB | MDA Pro Rückseite

 
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