Werde Teil der Community - Registriere dich jetzt kostenlos! | Login
 
 

HTC Universal / MDA Pro: WM5.0 UMTS-Smartphone

Ausstattung

Im Inneren des T-Mobile MDA Pro werkelt ein Intel PXA270 Prozessor mit schnellen 520MHz Taktfrequenz. Die sind auch notwendig, um dem neuen Windows Mobile 5.0-Betriebssystem in seiner PocketPC-Ausprägung auf die Sprünge zu helfen. 128 MB Flash-ROM fürs Betriebssystem und 64 MB SDRAM für Anwendungen und die Laufzeitumgebung sind eine ganze Menge Speicher für ein mobiles Gerät, die Microsoft aber wie immer auszuschöpfen weiß. Nach dem Hochfahren stehen dem Nutzer noch ca. 38 MB für seine Daten zur Verfügung, davon können 28MB für die Installation zusätzlicher Programme genutzt werden.

Erweitern lässt sich der Speicher mit Multimedia- oder SD-Cards voller Bauhöhe, die der Fachhandel mit Kapazitäten von bis zu 4GB zur Verfügung stellt. Darüber hinaus ist der Speicherkartenslot SDIO-fähig und erlaubt damit die Aufnahme von weiterem Zubehör wie z.B. GPS-Empfängern für Navigationsanwendungen.

Foto: AMB | MDA Pro im Kameramodus

Im HTC Universal sind wie bei fast allen UMTS-fähigen Endgeräten zwei Kameras eingebaut. Die Hauptkamera verfügt über eine optische Auflösung von 1280x1024 Pixeln (1,3 Megapixel), liefert aber auch digital interpolierte Fotos mit bis zu 1600x1280 Pixeln (2MP) Auflösung. Die Einstellmöglichkeiten zur Verbesserung der Ergebnisqualität sind vielfältig und denen eines echten Foto-Phones wie Sharps 903 ebenbürtig. Neben einem flexiblen Weißlichtabgleich, Helligkeitsregler und einem (nur in niedrigen Auflösungsstufen wählbaren) Digitalzoom findet man auch fortgeschrittene Features wie einen Sport-, Multishot und Panoramamodus, die jeweils mehrere Aufnahmen nacheinander machen. Dem Panoramamodus gebührt das meiste Aufsehen: er nimmt ein Foto mit VGA-Auflösung auf und erlaubt das Zusammenfügen von bis zu 6 Aufnahmen, was fast einen Rundumblick auf 3840x480 Pixeln ermöglicht.

Foto: AMB | Panorama-Aufnahme des MDA Pro

Die Reihenfolge für Panoramaaufnahmen kann von rechts nach links oder von oben nach unten bzw. umgekehrt festgelegt werden – das ist derzeit die Referenz im Bereich der mobilen Handy-Fotografie für Landschafts- oder Wolkenkratzeraufnahmen und gerade für Architekten oder Bauherren interessant, die mit der Anschaffung eines MDA Pro liebäugeln. Aufnahmen im Dunkeln gelingen dank eines speziellen Nachtmodus und eines Blitzlichts neben der Linse, das etwa genauso hell strahlt wie beim legendären Sharp GX30, aber mit Abstand nicht ans Referenzmodell K750i oder Sharp 903 heranreicht. Die Bildqualität der entstandenen Aufnahmen liegt erstaunlicherweise im Mittelfeld und schlägt sich sehr gut gegen die Klassenbesten: sie lassen nicht das von Vorgängermodellen bekannte Bildkräuseln erkennen. lediglich Schärfe und Farbbrillianz sind die Mängel am HTC-Modell – Details bleiben auch bei starken Farbkanten erkennbar.

Foto: AMB | Originalaufnahme MDA Pro

Foto: AMB | MDA Pro Bildergalerie

Foto: AMB | MDA Pro Medienplayer

Foto: AMB | MDA Pro Medienbibliothek

Foto: AMB | MDA Pro Klingeltonauswahl

Videos lassen sich mit bis zu 320x240 Pixeln Auflösung (QVGA) aufnehmen und können so lang werden, bis der Speicher voll ist. Windows Mobile 5.0 unterscheidet dabei zwischen großformatigen Videos, die im MPEG4-Format aufgenommen werden und damit zum Abspielen und zur Nachbearbeitung auf gängigen PCs (dank Quicktime natürlich auch für Macs) bereitstehen und H.263, dem typischen Format für Videotelefonie- und MMS-Aufnahmen, das sich z.B. Von Nokias Multimedia-Suite und anderen Handys wiedergeben lässt. Während die Kamerasoftware vom Hersteller HTC stammt, wird die Galeriefunktion direkt von Microsoft bereitgestellt. Dank neuem System und VGA-Display gibt’s jetzt endlich eine komfortable Voransicht mit großen Tumbnails. Auch Bildschirmpräsentationen, bei denen alle Bilder eines Ordners mit Effekten versehen und nacheinander angezeigt werden, findet man in Windows Mobile 5.0.

Gut gelungen, wenn auch gewöhnungsbedürftig in der Bedienung ist die Musikfunktionalität des MDA Pro. Die Oberfläche des mobilen Windows Media Player 10 ähnelt der auf jedem aktuellen PC und lässt sich nach ähnlichem Paradigma mit Musik bestücken. Die findet das Betriebssystem selbständig auf dem Speicher und fügt sie automatisch in eine Medienbibliothek ein, die sich durch Wiedergabelisten ordnen lässt. Mit Videos verfährt Windows Mobile 5.0 in gleicher Weise. Medientitel können mit einem Sternesystem bewertet werden, synchronisierbar mit dem Desktop-Mediaplayer ist diese Information leider nicht. Gleich, in welchem Windows-nahen Format wir Musik auf den MDA kopierten, er gibt alles anstandslos wieder: angefangen von MP3s mit variablen Bitraten über AMR- oder MIDI- bis hin zu WAV- und WMA-Files. Schiffbruch erleidet man derzeit mit den populären AAC-Files, wie sie iTunes verwendet, Quicktime- oder RealPlayer-Formaten bzw. Exoten wie Ogg.Vorbis.

Darüber hinaus vermisst man jegliche Möglichkeit, digitalen Einfluss auf das Klangbild zu nehmen, andere Hersteller bieten hierfür Equalizer, Bassboosts oder Raumeffekte auf DSP-Basis an. Das wiegt insofern schwer, als dass die beiden frontseitig verbauten Stereolautsprecher eine ziemlich hohe Dynamik an den Tag legen und es nicht möglich ist, aufeinanderfolgende Tracks in ihrer Lautstärke gegeneinander zu normalisieren. Die Klangqualität ist beachtlich aber nicht überragend: Knackser und Übersteuerungen haben wir auch bei maximaler Lautstärke nicht wahrgenommen, der Klang wirkt generell etwas zu hell, obertönend und metallisch.

Besonders interessant ist auch die Möglichkeit, Musik und Videos mit ActiveSync auf den MDA zu übertragen: hierbei werden die Videodateien automatisch auf eine für den PDA sinnvolle Auflösung minimiert. Dummerweise fehlt dem Media Player ein echter Fullscreen-Modus, der Videos auf die gesamte zur Verfügung stehende Displayfläche maximieren würde. So legt der Player immer einen breiten schwarzen Rahmen um den Videoinhalt. Für die Wiedergabe von Streaming-Inhalten, beispielsweise T-Mobiles MobileTV-Angebot – auf das man derzeit mit dem MDA Pro übrigens nicht ohne weiteres zugreifen kann - steht zusätzlich zum Windows Meda Player ein entsprechendes Programm zur Verfügung, das vom Geräte-Hersteller HTC entwickelt wurde und SDP-Files im .mov bzw. MPG4-Format übers RTSP (Real Time Streaming Protocol) auf den MDA bringt.

Beeindruckend schnell im Gegensatz zum Rest des Systemverhaltens ist die Möglichkeit, die Medienwiedergabe in den Hintergrund zu schalten. So lässt sich die Arbeit mit dem Gerät leicht mit etwas Musik versüßen, ohne davon merklich eingeschränkt zu sein. Etwas komplizierter ist dagegen die Möglichkeit, die Klingeltöne mit eigenen Sounds zu personalisieren: hierfür ist es erforderlich, die entsprechenden Dateien in den Application/Sounds-Ordner zu verschieben. SMS oder Emails lassen sich nur mit etwa 10 vordefinierten, ziemlich langweiligen und teilweise auch ganz schön aufdringlichen Sounds signalisieren.

Foto: AMB | MDA Pro Videotelefonie (mit äußerst engagierten Testpersonen)

Foto: AMB | MDA Pro HTML-Browsing, Standardmodus

Foto: AMB | MDA Pro XHTML-Browsing, Ein-Spaltenmodus

Connectivity
Dank UMTS-Connectivity (2100MHz) und einer nach innen gerichteten Digitalkamera unterstützt der MDA Pro auch Videotelefonate. Sowohl eingehender wie ausgehender Videostream werden in der Übertragungsgröße (QCIF) angezeigt, was auf dem VGA-Display ziemlich verloren und je nach Betrachtungsweise geradezu lächerlich klein aussieht. Bei der Nutzung der Videotelefonie fällt auch sofort auf, dass die integrierte Freisprecheinrichtung zwar eine sehr beachtliche Lautstärke bietet, das Mikrofon aber mit Abstand zu unempfindlich ist, um die Stimme des Nutzers zur Übertragung einfangen zu können: sinnvoll videotelefonieren lässt es sich mit dem MDA Pro daher nicht. Zu den weiteren Mängeln zählt auch die Geschwindigkeit beim Umstellen der verschiedenen Optionen während eines Videocalls. Zwar kann man zwischen Innen- und Außenkamera wechseln, das eigene Bild abschalten oder den Ton deaktivieren, das alles läuft aber mehr als träge ab und wirkt sich auch deutlich auf die Qualität des laufenden Gesprächs aus. Zeitweise warteten wir und unser Gegenüber 20 Sekunden, bis sich das Videobild wieder normalisiert hatte.

Der integrierte Internet Explorer zeigt sowohl HTML 4.0-konforme als auch WAP 1.2-konforme WAP- oder XHTML-Seiten an. In der Praxis führen nicht 100% standardkonforme Webseiten aber häufig zu „interessanten“ Anzeigeergebnissen. Etwas enttäuschend ist auch die Darstellung von HTML-Seiten durch den Microsoft-Browser. Er kennt drei Ansichtsarten: „Eine Spalte“, „Standard“ und Desktop. Während zwei der Ansichtsarten die Inhalte aufsplitten und spaltenweise untereinander zeigen, nutzt der Standard-Modus einen ähnlichen Renderer wie ein Desktop-Browser und zeigt die Seite in ihrer vollen Größe, was in den meisten Fällen nicht unbedingt zur Übersichtlichkeit beiträgt. Selbst mancher S60-Browser wirkt auf deutlich geringeren Displayauflösungen besser bedienbar. Der Browser bietet einen Vollbild-Modus und unterstützt Favoriten, die auch mit Active Sync mit dem PC abgeglichen werden. Eine Surf-History (Verlauf) ist ebenfalls integriert.

Die Daten werden je nach Verfügbarkeit und Wunsch des Nutzers über WLAN, GPRS oder das UMTS-Netz bezogen. Die WLAN-Fähigkeit des MDA Pro ist in allen 802.11b kompatiblen Hotspots gegeben, die unverschlüsselt sind oder nur WEP-Verschlüsselung nutzen. Die Authentifizierung erfolgt wahlweise mit WPA oder WPA-PSK, mit einem WPA2 kann das Gerät nichts anfangen. Die Konfiguration der entsprechenden Netze ist im Prinzip recht einfach, auch wenn die unerklärliche Zweiteilung der Einstellungsmenüs für Netzwerkkarten und Wireless-Lan verwundert. Die Datenübertragung ist beim normalen Gebrauch vergleichsweise schnell, nutzt aber bei weitem nicht die komplette vorhandene Bandbreite aus. Fürs Surfen und VoIP-Telefonie über Skype reicht es aber allemal.

Foto: AMB | MDA Pro HTML-Browsing, Desktopmodus

Foto: AMB | Wireless Manager

Foto: AMB | MDA Pro Modememulation

Foto AMB | Active Sync Desktop

Als Highlight in der Praxis mit dem Gerät erweist sich der simple aber effiziente Wireless Manager, mit dem sich über eine intuitive Oberfläche mit großen Buttons GSM/UMTS, WLAN oder Bluetooth ein- oder ausschalten lassen. Über einen „Alles aus“-Knopf lässt sich jeglicher Funkverkehr des Geräts in wenigen Sekunden komplett abschalten. Auch die Bluetooth- und Infrarotoptionen sind simpel gehalten und funktional, lassen aber mit Abstand nicht mehr die Funktionalität erkennen, die wir auf einem MDA III unter Pocket PC OS 2003 fanden – vor allem den FTP/OBEX-Support und das PAN-Networking, das sich beim Vorgänger direkt im Netzassistenten aktivieren ließ, suchten wir vergeblich. Das A2DP-Profil zur Ansprache von kabellosen Stereo-Headsets wird nicht unterstützt (kommt aber mit der nächsten Upgrade-Version des Betriebssystems AKU-2). Dank integrierter Modem-Emulation lässt sich der MDA Pro auch dazu nutzen, einem Laptop einen Internetzugang über WLAN oder UMTS zu verschaffen.

Über eine Bluetooth-Verbindung lässt sich auch eine auf dem verbundenen Rechner gefundene ActiveSync-Installation ansprechen, sodass sich alle Daten auch drahtlos abgleichen lassen. Wie bei allen anderen Features wird auch der Kalender mit Hilfe der neuen Software ActiveSync 4.0 synchronisiert. Aus Sicherheitsgründen hat Microsoft bei der neuen Version leider die Synchronisationsmöglichkeit über WLAN weggelassen. Zudem hat die neue Version einige Probleme mit verschiedenen Firewalls, für die Microsoft auf seiner Webseite Workarounds anbietet und die sich mit einem Upgrade auf die aktuelle Version 4.1 teilweise beheben lassen. Eine Version mit grenzenlosem Wireless-Support von ActiveSync ist bislang nicht in Sicht und Windows Mobile 5.0 erfordert unbedingt die Version 4.0, sodass man nicht auf ältere Versionen zurückgreifen kann und sich mit der Synchroniation über Bluetooth oder USB zufriedenstellen muss.

Foto: AMB | MMS-Client

Foto: AMB | EMail-Nachricht

PIM-Funktionen
Das Erstellen von SMS, MMS und Emails ist dank QWERTZ-Tastatur deutlich einfacher als bei herkömmlichen Handys. Dennoch hat es Microsoft auch in dieser Systemversion versäumt, den Posteingang für verschiedenen Nachrichtentypen zu vereinheitlichen – Unified Messaging ist ein Fremdwort für Windows Mobile 5.0. Für die Einrichtung von Email-Konten ist auf dem MDA Pro das Programm EmailWiz vorinstalliert, dass in wenigen Schritten die automatische Konfiguration von Konten bei gängigen Email-Providern ermöglicht. Die Email-Software ist abgesehen von den geglätten Bildschirmschriftarten nicht an die Möglichkeiten angepasst worden, die das VGA-Display bietet und verschafft nur minimal mehr Komfort und Übersicht als in der Smartphone OS2003 bzw. QVGA-Variante. Das portable Outlook unterstützt dafür Attachments beliebiger Größe und zeigt sie in einer übersichtlichen Liste sowohl bei eingehenden als auch abgehenden Nachrichten an. Besonders praktisch an der neuen Systemversion ist die Möglichkeit, Microsoft Office-Dokumente direkt aus einer Email heraus öffnen zu können – in vorherigen Versionen war man stets auf die Umwandlung in Pocket Office-Derivate angewiesen.

Foto: AMB | EMail-Posteingang

Foto: AMB | Kontaktansicht

Komplett überarbeitet hat Microsoft die Kontaktverwaltung seines Betriebssystems, was Alternativlösungen wie das bei vielen Windows Mobile Smartphones zu findende Programm „CallerID“ überflüssig macht. Neu in Windows Mobile 5.0 ist in erster Linie die Unterstützung von Kontaktbildern und die Verwaltung von Daten auf der SIM-Karte über einen entsprechenden Menüpunkt, was vorher über ein SIM-Toolkit eines Drittherstellers bewerkstelligt werden musste. Die Einzelansicht eines Kontakts hat erheblich an Übersichtlichkeit gewonnen. Einträge werden jetzt mit kleinen Icons hervorgehoben und können durch einfaches Antippen ausgewählt werden. Die Vielfalt der hinzufügbaren Einträge ist gegenüber der Vorgängerversion erweitert worden und enthält nahezu alle Felder, die man auch bei Outlook findet, darunter auch exotischere wie ein Feld für die Instant-Messaging-Adresse eines Kontakts oder der Name der Sekretärin sowie mehrere Postadressen.

Foto: AMB | Kalender / Outlook

Foto: AMB | Kalender / Wochenansicht

 

Foto: AMB | Kalender / Monatsansicht

Foto: AMB | Aufgabenliste

Foto: AMB | Filedialog/Dateimanager

Foto: AMB | Taschenrechner

Erstaunlich ähnlich wirkt der Kalender des MDA Pro gegenüber der alten Pocket PC 2003-Version. Er kennt Tages-, Wochen-, Monats- und Jahresansichten und ermöglicht dank einer Tagesordnungsansicht die praktische Übersicht aller wichtigen anliegenden Termine. Die Timeslotansicht im Wochenmodus entspricht im wesentlichen der von Outlook und kann auch mit überlappenden Terminen umgehen.

Auch unterstützt wird nun der direkte Versand von Besprechungsanfragen an bestimmte Teilnehmer im Telefonbuch. Unser Testmuster ließ sich allerdings nicht dazu überreden, eine solche Anfrage automatisch per EMail zu versenden, obwohl diese Option sogar im Menü vorgesehen ist. Termine lassen sich in selbst erstellbare Kategorien einordnen und mit einem Status versehen, wiederholen und Erinnerungen vergeben. Leider vermissten wir wie in vielen Smartphones die Möglichkeit, automatisch den Geburtstag eines Kontakts im Kalender als sich jährlich wiederholenden Termin eintragen zu lassen.

Neben Kalenderdaten und Kontakten lassen sich auch Aufgaben und Notizen mit Outlook abgleichen. Die Aufgabenverwaltung hat allerdings keine nennenswerte Aufwertung erfahren: nach wie vor lässt sich eine Aufgabe lediglich in drei Stufen priorisieren oder als erledigt kennzeichnen. Ein automatischer Deadline-Eintrag in den Kalender ist nicht vorgesehen. Neben einfachen Textnotizen sind auch komplexe Zeichnungen, Sprachnotizen oder Mischungen aus allen Elementen möglich.

Zusätzlich befindet sich noch ein optisch vergleichsweise ansprechender Taschenrechner auf dem Gerät. Ein komfortabler aber gegenüber der Vorgängerversion funktional nicht merklich aufgewerteter Datei-Explorer hilft bei der Verwaltung von Daten auf dem Gerät, ein Download Agent steuert etwaige Remote-Upgrades, die von einer zentralen Administrationsstelle aufgespielt werden können. Im Test erwies sich die integrierte Suchfunktion als äußerst unzuverlässig und stürzte unvorhersehbar ab (ohne das System zu beeinträchtigen). Mit Hilfe eines Terminaldienst-Clients kann man von unterwegs auf den Desktop des Arbeits- oder Heim-PC zugreifen, sofern man über eine im Web sichtbare IP verfügt und den Remote-Desktop aktiviert hat. Vermisst haben wir die Beigabe der mobilen Version des Instant Messaging-Clients MSN Messenger, der sich derzeit für Windows Mobile 5.0 nur direkt bei Microsoft beziehen lässt. Offenbar hat der Redmonder Software-Riese mittlerweile das Potenzial des Instant Messagings erkannt und plant, zumindest die mobilen Clients für Echtzeit-Chats nur gegen Entgelt herauszugeben: die PocketMSN Software wird einmalig 14,99€ kosten.

Foto: AMB | ZIP-Software

Foto: AMB | JBenchmark-Test

Zu den weiteren kleinen Helferlein gehören ein ZIP-Programm mit äußerst ansprechender listenbasierter Ansicht fürs Entpacken von komprimierten Archiven und ein Midlet-Manager, der den MDA Pro mit einer voll funktionsfähigen Java-Plattform versorgt, die im wesentlichen dem MIDP2.0-Standard entspricht. Besonders beim ersten Start der Java-Engine merkt man, dass Suns Applikationsplattform sich nicht gerade heimisch auf Windows Mobile-Geräten fühlt. Nicht selten reichte die Ausführung auch kleinerer Midlets, um den MDA Pro zum Einfrieren zu bringen – ein unhaltbarer Zustand im Hinblick auf Zusatzapplikationen, aber ein deutliches Plus für Programmierer von mobilen .NET-Anwendungen: das neue .NET Compact Framework 2.0 lässt sich via ActiveSync auf den MDA Pro übertragen und dürfte mit Abstand stabiler und schneller laufen als jede Java-Plattform.

Office-Applikationen

Foto: AMB | Powerpoint-Viewer

Es soll sie tatsächlich geben: Nutzer, die hoffen, mit dem MDA Pro oder einem seiner Geschwistermodelle endlich ihr Notebook im Büro lassen zu können. Beschränkt sich die PC-Arbeit im wesentlichen auf die digitale Korrespondenz und das Absegnen von Dokumenten, die die Sekretärin verfasst hat, ist dieses Gerät auch deutlich näher an der Perfektion als jedes andere Modell vor ihm. Wer bislang darauf angewiesen war, seine Dokumente auch unterwegs bearbeiten zu können, wurde in Vorgängerversionen zu oft von der Inkompatibilität der mobilen Office-Variante PocketOffice im flexiblen Workflow gestört. Die neue Version mit dem verständigen Namen Office Mobile bietet nun ein überarbeitetes Featureset, das die Distanz zum Desktop-System ein weiteres Mal verschmälert.

Foto: AMB | Word Mobile

Neben Word und Excel-Mobile ist auch ein Powerpoint-Viewer mit am Start. Der erlaubt zwar nicht das Erstellen von neuen Präsentationen, kann aber via Email oder ActiveSync empfangene PPTs auch als Bildschirmpräsentation anzeigen. Qualitativ kann er durchaus mit dem Picsel-Viewer mithalten, der z.B. auf Samsungs SGH-D600 sein Werk verrichtet. Gliederungen, Handzettel oder Notizen lassen sich mit Powerpoint Mobile nicht ansprechen. Auch die Möglichkeit, die Präsentation einem großen Publikum zu unterbreiten, vermisst man beim MDA Pro. Andere Geräte können mittlerweile via Bluetooth oder TV-Kabel mit Beamern und Flachbildschirmen kommunizieren.

Foto: AMB | Excel Mobile

Dramatisch erhöht wurde der Funktionsumfang von Word und Excel Mobile. So kennt Word jetzt auch aufwändigere Schriftformatierungen und kann mit Tabellen umgehen, leider aber keine Tabellen erstellen. Eine integrierte Rechtschreibprüfung sorgt dafür, dass Vertipper schnell verschwinden und die Ansicht von Word-Dokumenten wirkt flüssig und schnell. Noch spannender – zumindest aus Sicht eines Statistikers – ist die Möglichkeit, in Excel auch Diagramme erstellen zu können. Dabei kennt Excel Mobile Balken-, Linien- und Tortendiagramme und verfügt über den gleichen Funktionsumfang für Zellenfunktionen wie das „richtige“ Excel. Zellbereiche lassen sich übers Kontextmenü automatisch mit Werten füllen und auch beliebig kopieren und einfügen.

Foto: AMB | ClearVue PDF

Der PDF-Viewer von ClearVue entspricht im Funktionsumfang den Vorgängerversionen, profitiert aber ungemein von der deutlich erhöhten Bildschirmauflösung. Die Ansicht von geradlinigen PDF-Dokumenten wie sie im Office-Alltag auftreten, funktioniert schnell, souverän und entspricht optisch in etwa dem Desktop-Äquivalent.

Menüführung & Bedienung

Foto: AMB | Home-Screen

Foto: AMB | Einstellungen

Foto: AMB | Termin-Benachrichtigung

Foto: AMB | virtuelle Tastatur

Foto: AMB | Transcriber

Vom ersten Gerücht über das neue System über die offizielle Vorstellung bis zum Erscheinen des MDA Pro ist über ein dreiviertel Jahr vergangen. Die anfänglichen Erwartungen, auch in der PocketPC-Version mit einer deutlichen optischen Aufwertung rechnen zu können, haben sich allerdings nicht erfüllt. Gegenüber manchem Multimedia-Handy wirkt die Darstellung von Menüs und Icons blaß, einfalls- und leblos. Das dürfte die wenigsten eingefleischten Windows-Fans stören, aber echte optische Neuerungen gibt es nicht.

Ein weiterer Kritikpunkt sind die unübersichtlich gestalteten Einstellungsmenüs. Viele systemnahe Features, mit denen man z.B. den aktuellen Internet-Zugang beeinflussen kann, suchten wir minutenlang in den Tiefen der Menüs. Ein durchdachtes und einfaches Zuordnungssystem will sich hier einfach nicht zeigen. Im Sinne der Bedienbarkeit bleibt die Menüführung aber intuitiv: viele Optionen verstecken sich in den Kontextmenüs von Applikationen genau dort, wo sie gebraucht werden. Auch die Anlehnung an das Standard Desktop-Betriebssystem Windows erleichtert den Einstieg erheblich, vor allem weil Microsoft in der Regel die gleichen Symbole verwendet wie auf dem PC-System. Kontextmenüs erreicht man über einen langen Druck mit dem Stift aufs Display, was ein Klicken mit der rechten Maustaste simuliert.

Der Startscreen ist nach wie vor das Aushängeschild des MDA Pro. Der sogenannte Heute-Bildschirm bietet einen Überblick über aktuelle Ereignisse, Termine oder eingegangene Mails und ist nicht nur im Stil anpassbar: man kann eine Vorauswahl von stets gezeigten Programm-Icons treffen und mit Hilfe von Zusatzsoftware auch kleine Applets starten, die den Heute-Bildschirm vollkommen umgestalten und neue Funktionalität hinzufügen. Wirklich neu sind die am unteren Rand jedes Dialogs zu findenen Schnellzugriffsfelder, die ihre Funktion ähnlich wie bei S60-basierten Geräten verändern und mit Hilfe von zwei (im Falle des MDA Pro ziemlich unüberlegt platzierten) Hardwarebuttons oder mit dem Stylus aktiviert werden.

Eine weitere wichtige Neuerung ist die Unterstützung von modalen Infofenstern, die zeitnah über anliegende Termine oder entgangene Mitteilungen und Anrufe informieren. Treffen mehrere Ereignisse gleichzeitig ein, lassen sie sich über ein kleines Pfeil-Steuerelement am oberen rechten Rand der Notification durchlaufen.

Wer die Hardwaretastatur des MDA Pro nicht nutzen möchte oder das Gerät vornehmlich im PDA-Modus betreibt, findet ein Vielzahl weiterer Eingabemöglichkeiten für Texte. Zusätzlich zur Bildschirmtastatur, die den Vorteil hat, dass sie auch Umlaute bietet, ist zusätzlich das Phone Pad (Eingabe á la T9), ein UIQ-ähnlicher Strichzugerkenner, ein Buchstabenerkenner und der Transcriber integriert, der ganze Worte souverän erkennt. Statt auf Schreibtraining setzt der Transcriber auf "Variationen" für einzelne Buchstaben, um die Erkennungsqualität zu erhöhen.

Das System selbst erweist sich in der Praxis als stärkerer Ressourcen-Fresser als selbst Microsoft bei der Entwicklung geplant hatte. Schon nach dem Hochfahren wirkt das Gerät etwas behäbig bei der Annahme von Eingaben. Laufen erst einmal ein paar Programme im Hintergrund, macht sich der Geschwindigkeitsverlust noch stärker bemerkbar. In erster Linie liegt das an der Speicherpolitik des Systems: schließt man eine Anwendung mit einem Tap auf das X in der Fensterecke, bleibt sie weiterhin im Speicher. Einen echten Taskmanager wie bei S60-Smartphones sucht man allerdings vergeblich bei Windows Mobile 5.0. Will man den Speicher aufräumen, muss man in einem gut versteckten Dialog unter den Speicher-Einstellungen die dort aufgeführten Programme manuell beenden. Bemerkbar macht sich das Geschwindigkeitsproblem insbesondere bei der Orientierungsänderung des Displays. Wer etwas mehr Performance für die Bildschirmdarstellung benötigt, sollte den Home-Screen aufs Windows-eigene Designprofil umschalten - die von T-Mobile gebrandete Startseite scheint etwas mehr Ressourcen zu verbrauchen.

Foto: AMB | eingehender Anruf

Foto: AMB | Sprachwahl-Konfiguration

Wer die Telefonfunktionen des Geräts sinnvollerweise mit Hilfe eines Bluetooth-Headsets oder Car-Kits ansprechen will, kann die vorinstallierte Sprachsteuerungssoftware nutzen. Diese arbeitet nach dem Matching Prinzip, sodass jeder einzelne Sprachbefehl vorher aufgesprochen werden muss. Wer die Mühe nicht scheut, kann so seine komplette Kontaktliste und alle relevanten Telefonfunktionen über seine Stimme anrufen bzw. aktivieren. Windows Mobile bietet eine Vielzahl an Optionen zur Personalisierung, die aber zumeist tief in den Einstellungen verborgen sind. So lassen sich für bestimmte Ereignisse Soundbenachrichtigungen, der Vibrationsalarm oder ein unaufdringliches Blinken der Status-LEDs einschalten. Da das System viele Personalisierungsoptionen auf bestimmte Klingeltöne beschränkt, dürften Fans von Jamba & Co. nur wenig Freude am MDA Pro haben.

Um seine Daten vor unauthorisiertem Zugriff zu schützen, lässt sich im Gerät unabhängig von der SIM-PIN ein Kennwort festlegen, das nach einer bestimmten Zeitspanne ohne Benutzereingaben eingegeben werden muss, um den MDA Pro wieder freizuschalten. Dies ist ein wichtiger Zusatz, da sich das Gerät auch ohne die Eingabe der SIM-PIN starten lässt, nur dass in diesem Fall der Zugang zum Handynetz gesperrt ist. Die Eingabe wird gleich beim ersten Start des Gerätes vom Assistenten angeboten und kann jederzeit im entsprechenden Einstellungsmenü verändert werden.

Senden
Artikel bewerten
Kommentar schreiben
  1. Du bist nicht dabei?
    Werde Teil der Community
    Registriere Dich jetzt kostenlos! | Login
    Sichere Dir Deinen Usernamen, damit Deine Beiträge und Bewertungen nicht verloren gehen.
    Benutzername:
    Hinweis: Da Du nicht angemeldet bist, kannst Du hier einen alternativen Namen angeben.
    Titel: (optional)
    Kommentar:
    Bitte gib hier die Buchstaben vom nebenstehenden Bild ein.
 
Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Aktuelle Handy Testberichte
weitere Handy Testberichte
 
Nachrichten zum HTC Qtek 9000 Universal
Datum Nachrichten
21.12. HTC Athena - darfs noch ein bisschen mehr sein?