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BenQ Mobile EF81, S68, S88

Inhaltsverzeichnis

Foto: AMB | S88 Dreiseitenansicht

Foto: AMB | S88 Design

Auch wenn es keiner der anwesenden BenQ Siemens-Mitarbeiter wahrhaben wollte: den meisten Journalisten kam das S88 sehr bekannt vor. Den Taiwanern ein Plagiat vorzuwerfen, würde mit Sicherheit zu weit führen, aber die Ähnlichkeiten des neuen Multimedia-Modells mit einem sehr bekannten und äußerst beliebten Konkurrenten aus japanisch-schwedischem Hause sind frappierend. Tatsache ist, dass zum S88 die deutsche Abteilung mit Sicherheit am wenigsten beigetragen hat, denn neben einem grundlegend abweichenden Menüdesign sind auch die Anschlüsse fürs Netzteil und Headset sowie die Menüführung gänzlich anders gestaltet als beim EF81 oder S68.

Das S88 soll als Multimedia-Phone die Massen beglücken und tritt damit gegen die aktuellen Konkurrenzmodelle ROKR E2, Nokia 6233 und Sony Ericsson W810i an. Der Formfaktor entspricht etwa dem schärfsten Konkurrenten W810i und das Design der Frontseite erinnert an Siemens Outdoormodell ME75. Haptisch ist das S88 im Gegensatz zu seinen beiden neuen Geschwistern nicht gerade umwerfend: das Gehäuse besteht aus einfachem glatten Kunststoff, die dem W800i äußerst ähnlich sehende Rückseite wirkt bei weitem billiger verarbeitet als beim Konkurrenten. Die Differenzen beginnen bei den deutlich fühlbaren Graten und Kanten der Bohrungen für Kamera und Lautsprecher und enden beim einfachen Kunststoff der Tastatur. Der Akkudeckel weist an seiner unteren Seite ein verräterisches Designelement auf und bedeckt im Gegensatz zur Konkurrenz aus Japan etwa zwei Drittel der Rückseite. Der Einschub für MicroSD-Karten befindet sich am Fuß des Geräts unter einer deutlich abgesetzten Klappe direkt neben dem ungeschützten Slot fürs Ladegerät; das wirkt zwar nicht professionell, dürfte sich in der Praxis aber als nicht weniger komfortabel erweisen als ein seitlicher Karteneinschub.

Was man an der Verarbeitung bemängeln kann, kann man beim Display getrost wieder vergessen. Auch beim S88 schafft es BenQ dank seiner langjährigen Erfahrung im Displaybau wieder zu überzeugen. Auch wenn die Auflösung von 176x220 Pixeln die Konkurrenz nicht übertrifft, wirkt das Display leuchtstärker und brillianter als bei manchem Konkurrenten und misst in der Fläche sogar etwas mehr als das des neuen W810i. Das Display basiert auf OLED-Technologie und stellt 262.144 Farben dar, das Pixelraster lässt sich nur bei sehr genauem Hinschauen erkennen.

Die Tastatur überzeugt weniger als beim S68: große Tasten ohne nennenswerte Designmerkmale oder Experimente bringen den Nutzer zumeist ans Ziel seiner Eingaben. Eher behelfsmäßig musste offensichtlich die 2 dem auf einem großzügigen Rechteck thronenden Joystick Platz machen und fällt daher nur halb so hoch aus wie die anderen 11 Zifferntasten. Die Druckpunkte wirken trotz des abgewinkelten Tastendesigns weniger komfortabel als beim S68, sind aber im wesentlichen gleichmäßig ausgefallen. An der rechten Gehäuseseite findet man eine breite Auslösetaste für die Kamera sowie einen Umschalter für Foto- und Videomodus. Ob man diesen wirklich in der Praxis gebrauchen kann, bleibt eine offene Frage, praktischer ist die auf der gegenüberliegenden Seite vorgesehene Tastenwippe zur Regulierung der Lautstärke.

Das S88 nimmt Fotos mit zwei Megapixeln Auflösung auf und entspricht damit gehobenen Ansprüchen. Ein Autofokus sorgt dafür, dass Bilder schärfer ausfallen als bei einfachen Kamerahandys und ein laut Datenblatt 16-fach wirkender Digitalzoom (man darf davon ausgehen, dass hiermit die Zahl der Stufen gemeint ist) holt entfernte Motive notdürftig etwas näher vor die Linse.


» weiter zu Teil V: Fazit und Ausblick

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