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BenQ Mobile EF81, S68, S88

Inhaltsverzeichnis

Dass BenQ Mobile mit allerhöchster Anstrengung daran arbeitet, die seinerzeit äußerst erfolgreiche Mobiltelefonmarke "Siemens" wiederzubeleben, wurde mit der Neuvorstellung der Modelle S68, S88 und EF81 erstmals glaubwürdig nachgewiesen. Jedes der Modelle hat seine Zielgruppe und jedes seine potenziellen Kunden. Da auch die Netzbetreiber große Hoffnungen mit der Wiederbelebung der Marke verbinden, haben sie sich laut Clemens Joos dazu bereit erklärt, den "neuen" Hersteller ab dem ersten Erscheinungstermin auch in ihre Listen aufzunehmen.

Die drei Geräte sind in erster Linie Versuchskaninchen, die sich bei der Konkurrenz sicherlich nicht sehr beliebt machen werden. So wildert das EF81 im Revier von Motorolas RAZR V3x und Samsungs SGH-Z510 - und macht dabei eine ausgesprochen gute Figur. Das S68 als ausgewiesenes Business-Gerät überzeugt mit allerlei nützlicher Software, dem altehrwürdigen Siemens-Menü inklusive bewährter PIM-Funktionen und das S88 stellt sich trotzig den aktuellen Multimedia-Barren und Lifestyle-Phones mit 2-Megapixel-Kamera entgegen ohne zu verheimlichen, dass Formfaktor, Features und Anspruch schamlos von der Konkurrenz übernommen wurden. Das ist nicht verboten und wird sich spätestens dann bezahlt machen, wenn der Kunde den günstigen Stückpreis honoriert.

Nach eigenen Worten profitiert Siemens nämlich insbesondere in drei Punkten von der Kooperation mit BenQ: die Taiwaner sind im Displaybau, bei der Herstellung von Bluetooth-Komponenten und bei der Beschaffung von Rohstoffen wie sie in den neuen Geräten Verwendung finden ihren europäischen Kontrahenten weit voraus. Daher kann man getrost davon ausgehen, dass EF81 und S68 keineswegs schöne Eintagsfliegen sind, sondern viele hochwertig verarbeitete Mobiltelefone aus dem Hause BenQ Mobile folgen werden. Derzeit wurden für 2006 bis zu 35 Modelle in Aussicht gestellt. Wenn sich der mit der Fusion einhergehende Mentalitätsumschwung in München bemerkbar macht, dürfte diese Prognose schließlich Realität werden. Nach unserer ersten Einschätzung haben alle drei Geräte, allen voran aber der Slimfolder EF81 das Zeug zum Massengerät. Neben überzeugender Verarbeitung und Materialwahl stimmen hier auch die Features, das Menüsystem und der hochwertige haptische Gesamteindruck.

Die früher propagierte vielschichtige Klassifizierung von Siemens-Handys soll zukünftig gegen eine dreischichtige und durchschaubare Klassenhierarchie abgelöst werden. Demzufolge ordnen sich zukünftige Modelle lediglich in die Klassen Low-, Mid- und High-Range ein, was den Ansprüchen, die der heutige Markt mit mobilen Videos, mobiler Musik und mobilen Games ansetzt, nicht unbedingt gerecht wird.

Zur Zeit fehlt auch ein klares Commitment zur immer wichtiger werdenden Smartphone-Strategie des neuen Herstellers. Setzte BenQ bislang auf UIQ und Windows Mobile, verfügt Siemens nach wie vor über eine Lizenz zum Bau von Series60-Smartphones. Nach einvernehmlicher Aussage der beiden Manager wird die exklusive Plattform für BenQ-Smartphones Windows Mobile sein, mit anderen Systemen würde allenfalls experimentiert. Weiterhin bestätigte Jerry Wang im Interview, dass auch ein Nachfolger des in Asien erschienenen P50 nach Deutschland / Europa kommen werde - lediglich einen Starttermin ließ der CEO aus Taiwan offen.

Deutlicher wurde Clemens Joos hingegen gegenüber AreaMobile.de im Hinblick auf die neue Fernsehübertragungstechnologie DVB-H. Es sei lediglich eine Frage der Politik, ob DVB-H oder DMB zur Technologie für die Übertragung von mobilem Fernsehen in Deutschland Fuß fasst. BenQ Siemens sei an seine weit fortgeschrittene Entwicklung im Bereich DVB-H gebunden, könnte aber prinzipiell schnell mit ersten Seriengeräten starten, wenn es der Markt erfordert. Hier ist Joos deutlich weniger optimistisch als der ehemalige Erzfeind Nokia: während die Finnen ihr N92 bereits pünktlich zur Fußball-WM launchen wollen (ganz gleich, ob man in Deutschland dessen DVB-H-Empfänger überhaupt nutzen kann), schätzt er den ersten nennenswerten Einsatz von Nachfrage frühestens auf Ende 2006.

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