Wir haben das W550i in Österreich im T-Mobile Austria- und mobilkom austria-Netz getestet und konnten im urbanen Raum keinerlei nennenswerte Probleme mit dem Empfang verzeichnen. Die Anzeige für die Netzstärke zeigt im Durchschnitt 4 von 5 Balken, deckt man die Bügelantenne mit der Hand ab, geht der Anzeige meistens noch ein weiterer Balken verloren. Im deutschen O2-Netz stießen wir gelegentlich auf Verbindungsabbrüche beim Wechsel in die Homezone, was aber kein W550i-typisches Problem darstellt.
Im Vergleich zum W800i wirken Stimmen beim W550i etwas unverfälschter, sind aber nach wie vor blechern und klingen etwas hohl, was uns insbesondere Gesprächspartner aus dem Festnetz bescheinigten. Dafür hat Sony Ericsson deutlich beim Rauschfilter nachgebessert: der EFR–Sprachfilter unterdrückt Hintergrundgeräusche auf höchstem Niveau. Wir selbst empfanden die Gesprächsqualität als weitestgehend zufriedenstellend. Bei der Nutzung der integrierten Freisprecheinrichtung sollte man den Lautstärkeregler maximal auf zwei Drittel der Maximalaussteuerung aufdrehen, ansonsten machen sich Klangverzerrungen und leichte Knackser bemerkbar.
Die Lautstärke, die die Lautsprecher des W550i an den Tag legen, ist außerordentlich hoch und könnte freihändige Gespräche auch ohne Bluetooth- oder Kabelheadset ermöglichen, wenn die Empfindlichkeit des integrierten Mikrofons nicht zu schwach wäre, um die eigene Stimme in angemessener Lautstärke zum Empfänger zu übertragen. Alle Versuche, das W550i ernsthaft als "Tischtelefon ohne Hörer" zu betreiben, verkamen zumeist nach wenigen Sekunden zu Monologen unserer Gesprächspartner.
Laut Hersteller bringt es das W550i auf eine Standby-Zeit von ca. 380 Stunden (ca. 15,8 Tage) im D-Netz. Die Betriebszeit bei eingeschaltetem Display beläuft sich ebenfalls laut Aussagen von Sony Ericsson auf annehmbare 7 Stunden. Die maximale Gesprächszeit im GSM-Betrieb wird mit ca. 6-8 Stunden im D- bzw. E-Netz angegeben.
Soweit zur Theorie. Sony Ericsson hat es aber tatsächlich geschafft, ein Mobiltelefon zu bauen, das seinem 900 mAh starken Akku ein durchschnittliches Stehvermögen von 4 Tagen im Regelbetrieb verdankt. Mit ein paar Tricks (z.B. die Displayhelligkeit auf 80% oder weniger regulieren) kommen auch Vieltelefonierer auf ca. 3 Tage Ausdauer. Ein besonderer Vorteil erschließt sich durch die Nutzung des sogenannten "Flugzeugmodus" ("Nur Musik"), den man leider nur durchs Aus- und Wiedereinschalten des W550i aktivieren kann. Wählt man diesen Modus, wird die GSM-Aktivität komplett unterbunden und ausschließlich der Medienplayer des Handys ist nutzbar.
Ist der Akku vollständig geladen, bekommt man nun bei Betrieb des mitgelieferten Kabel-Headsets ca. 6 Stunden unterbrechungsfreie Musik geboten. Im Großen und Ganzen kann man als W550i-Besitzer stolz auf sein Handy sein: die Standby- und Gesprächszeit liegt deutlich über den Werten der direkten Kontrahenten.
Sony Ericsson druckt zu Recht Sonys "Walkman"-Marke auf seine Orange-weißen Alleskönner: kaum ein anderes Handy hat es bis dato geschafft, anständige Akkuwerte, hochwertige 3D-Gamingfunktionen und eine Vielzahl von unterstützten Medienformaten in einem so Lifestyle-orientierten Formfaktor unterzubringen. Dazu bekommt man die gewohnt umfangreichen Kontaktmanagement- und Synchronisationsfunktionen, die nur bei der professionellen Terminverwaltung keine Smartphone-Qualitäten erreichen. Wer sein Handy ernsthaft als Alternative zu einem MP3-Player nutzen möchte, ist mit dem W550i aber allenfalls im Einsteigerbereich gut beraten: 256MB interner Speicherausbau übertreffen zwar jedes andere Handy am Markt - mangels Erweiterungsslot hinkt das W550i aber seinen Konkurrenten mit MemorySticks oder Festplatten deutlich hinterher. Entschädigt wird man mit spektakulärer Soundqualität der mitgelieferten In-Ear-Kopfhörer und extrem lauten Stereolautsprechern, mit denen man seinen Sitznachbarn gewaltig auf die Nerven gehen kann. Eine rundum gelungene, komplett anpassbare Bedienoberfläche, ausgereifte Verarbeitung und vielfältige Connectivity sowie ein schneller Prozessor sind weitere Highlights des W550i.
Sebastian Scherl und Stefan Adolf
Es wurden noch keine Kommentare abgegeben.