Motorolas Beweggründe, statt eines einzigen Slim-Barrens gleich drei vorzustellen, dürften unter anderem auch in der sich verändernden Tarifstruktur deutscher Mobilfunkprovider verwurzelt sein. Spricht man mit dem SLVR L7 noch Kunden an, die hohen Wert auf einigermaßen zeitgemäße Funktionen legen, schaltet Motorola beim L6 einen Gang herunter und begibt sich beim L2 auf Prepaid-Niveau. Das L6 ohne Speicherkartenslot ist nur unwesentlich günstiger sein als das SLVR L7 und geht für ca. €249,- über den Ladentisch, das L2 ist bei entsprechenden Abstrichen in der Ausstattung ab April 06 für ca. €159,- im Handel erhältlich.
Die beiden günstigen Varianten sehen sich auf den ersten Blick zum Verwechseln ähnlich: ihr Grundgehäuse besteht aus einem grauen, mit einem bläulichen Schimmer reflektierenden Kunststoff. Gegenüber dem L7 sind sie bei sonst gleichen Gehäusemaßen nochmal um einen Millimeter schlanker, verzichten dafür aber auf einen Speicherkartenslot und einige der beim L7 seitlich angebrachten Shortcut-Tasten.
Unterscheiden lassen sich L2 und L6 äußerlich in erster Linie mit einem Blick aufs Tastenfeld. Beim L6 setzt Motorola auf intelligent angeordnete Kunststoffstreifen, unter denen sich die mit harten und etwas ungleichmäßigen Druckpunkten ausgestatteten Folientaster verstecken. Der 5-Wege-Navkey entspricht nicht dem hochwertigen integriertem RAZR-Standard und wurde aus billigem Kunststoff gefertigt. Ausgezeichnet gelöst wurde die Hintergrundbeleuchtung, die etwas ungleichmäßig in sanftem Türkisblau durch die gummierte Schicht zwischen den Tasten hindurchschimmert und so die Ablesbarkeit der Tastenbeschriftung nicht beeinflusst.
Das L2 begibt sich dann gänzlich auf konventionelles Prepaid-Niveau: vom RAZR-typischen glatten Tastenfeld ist hier nichts mehr übrig geblieben. Es besteht aus einzelnen Kunststoffelementen, die sich leicht erfühlen lassen und hinreichend guten Tippkomfort bieten. Beim Navkey fällt Motorola aufs Niveau seiner sonstigen Prepaid-Modelle wie dem C390 oder V550 zurück. Vorteilhaft bei der Bedienung sind die zwei extragroßen Telefonietasten und die breite Menütaste direkt über dem Navkey.
Gespart hat Motorola nicht nur bei der Speicherlösung: die Displays von L2 und L6 wurden mit einer deutlich niedriger aufgelösten CSTN-Komponente mit 128x160 Pixeln und 65.536 Farben besetzt, die zunächst sehr leuchtstark und farbenfroh anmutet. Schon bei der Menünavigation treten aber deren Schwächen zutage: das Display neigt zur Schlierenbildung bei schnellen Bewegungen und ist weniger gleichmäßig ausgeleuchtetet ist als das L7-Display.
Als Kamera kommt beim L6 die selbe VGA-Komponente wie beim RAZR V3 oder SLVR L7 zum Einsatz, deren Qualität mit höchster Wahrscheinlichkeit ebenfalls auf deren aus heutiger Sicht ziemlich schwachen Niveau liegt. Das L2 verfügt nicht über über eine Kamera. Herausstechendstes Merkmal der Gehäuserückseiten beider Geräte ist ein großer Ausgang für die integrierten Freisprecheinrichtungen. Als Multimedia-Telefone lassen sich beide Geräte freilich nicht nutzen: ein Transflash-Kartenslot fehlt, der interne Speicherausbau ist auf 10MB begrenzt und ähnelt damit dem kugeligen Fashion-Modell PEBL. Dennoch kann man auf beide Geräte MP3-Files aufspielen, um sie z.B. als Klingelton zu nutzen.
Dateien können mit Hilfe eines USB-Datenkabels und dem in jedem Gerät kopfseitig integrierten Mini-USB-Port ausgetauscht werden. Für drahtlose Connectivity - und das ist alles andere als Mainstream in dieser Preisklasse - sorgt eine Bluetooth-Schnittstelle, über die sich natürlich auch drahtlose Headsets anschließen lassen. Die Softwareausstattung und Menüführung von L6 und L2 entspricht weitestgehend der des L7 und beinhaltet Video-Playback (das L6 kann auch Videos aufzeichnen) in den Formaten MPG4 und H.263 / 3GP, eine MIDP2.0-kompatible Java-Maschine sowie ein Adressbuch mit Platz für bis zu 1000 Kontakte.
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