Besonders großzügig gibt sich Motorola / Hutchison 3 Austria nicht gerade, wenn man einen Blick in die Schachtel wirft. Der Lieferumfang des RAZR V3x rekrutiert sich aus den Minimalanforderungen, die man an ein Gerät dieser Preisklasse stellen kann: Neben dem Gerät findet man ein amerikanisches Ladegerät mit festlandeuropäischem Adapter in der Schachtel. Ein USB-Datenkabel und ein kabelgebundenes Stereo-Headset vervollständigen das Zubehör, das für ein multimediazentrisches Handy heute unabdingbar ist. Alle Kabel werden ausschließlich am Mini-USB-Slot des V3x angeschlossen. Die mitgelieferte Dokumentation erweist sich als ausreichend: Neben einer Schnellstart-Broschüre geht ein 100-seitiges deutschsprachiges Handbuch auf die wesentlichen Funktionen des Telefons ein. Netzbetreiber 3 Austria legt außerdem ein praktisches Ringbooklet für die vielfältigen Möglichkeiten der 3Zone mit in die Schachtel, das kurz den Mehrwert erläutert, der sich dem Nutzer dank 3G-Technologie erschließt. Last but not least findet man auf einer Software-CD für den heimischen Windows-PC die neueste Version (4.0) von Motorolas Mobile Phone Tools, mit denen sich viele Funktionen des Handys professionell erschließen lassen.
Von einem RAZR zu sprechen, gleicht beim V3x Blasphemie. Wirklich dünn ist Motorolas UMTS-V3 nicht mehr, allenfalls ein stumpfes Rasiermesser. Was bei der erstmaligen Vorstellung - die wie so oft zunächst inoffiziell vollzogen werden musste und auf der CeBIT 2005 dann zur Gewissheit wurde - noch für tosenden Beifall und ungläubiges Staunen sorgte, ist heute fast schon Mainstream. Dennoch kann uns Motorola mit dem Design, das stark ans "echte" RAZR erinnert, überzeugen. Die Linienführung entspricht dem Original, ein dickes Bodenteil schließt den Folder fußseitig ab. Das Klappendesign, insbesondere die langgezogenen Lautsprecher am oberen Rand der Folderinnenseite sind eine Hommage ans zweitbeliebteste Gerät 2005. Die Materialwahl ist von Edition zu Edition unterschiedlich: wird das V3x hierzulande in erster Linie vom Mobilfunknetzbetreiber Vodafone vermarktet, startet das Gerät in Österreich beim UMTS only-Provider 3 Austria, von dem wir unser Testmuster erhielten. Das Gehäuse ist mit einer matten schwarzen Softtouch-Oberfläche überzogen, die das Handy äußerst griffig macht. Die Vodafone-Variante wird mit dunkelgrauem glatten Kunststoff verschalt und erinnert stärker an den Vorgänger V3.
Seit dem RAZR-Bau lernte Motorola viel über die Verarbeitung eines Ultraslim-Geräts und die ist beim V3x praktisch perfekt: Grate zwischen Gehäusebauteilen gibt es keine zu entdecken, die Plastikverglasungen für Außendisplay und Kamera sind fast völlig nahtlos auf der Oberseite des Folders integriert. Das Grundgehäuse besteht aus stahlgrauem Kunststoff, der zu den Kanten des V3x leicht abgerundet wurde, sodass alle Formen fließend ineinander übergehen. Der Klappmechanismus wurde äußerst stramm gefedert, sodass das Handy beim Öffnen aufspringt ? lediglich die breite Öffnung fürs Scharnier oberhalb der Tastatur ist lohnenswerte Sammelstelle für Staub und Fusseln. Auf der Rückseite setzt sich der Eindruck fort: der drei Viertel des Rückens einnehmende Akkudeckel wird von einem dünnen, kaum als solcher auszumachender Öffnungsdrücker fest an seinem Platz gehalten und hat nur minimales Spiel in die Tiefenrichtung des Gehäuses. Darunter findet man ein fein perforiertes Gräting für den Stereolautsprecher.
Megapixel, Datenhighspeed und Luxusdesign bedingen auch mehr Pixel beim Display. Und so kommt beim V3x eine 262.144-Farb-Komponente mit 320x240 Pixeln Auflösung zum Einsatz, die gleichmäßig hell und klar wirkt und Farben mit äußerster Brillanz wiedergibt. Das kommt in erster Linie Videostreams und den Fotografie-Anwendungen zu Gute, macht aber auch beim simplen Texten von SMS Spaß, weil Schriften dank der höheren Auflösung kantengeglättet werden und optisch deutlicher in Erscheinung treten.
Die Tastatur wurde gegenüber dem V3 etwas anders aufgebaut und nutzt das erweiterte Raumangebot, das das breitere Folderdesign bietet. Sie besteht aus einem kühlen glatten Metallblech, in das hintergrundbeleuchtete Silikonlinien eingepasst wurden, die die Tasten voneinander abgrenzen. Sie treten gleichmäßig etwa einen halben Millimeter aus der Fläche hervor und lassen sich gut erfühlen. Im Hellen ist die Ablesbarkeit mangels schwacher Kontraste zwischen Begrenzungen und Grundfläche eingeschränkt, jeder Tastendruck bewirkt aber die Aktivierung der stahlblauen Hintergrundbeleuchtung, die das Tastenfeld völlig gleichmäßig illuminiert und gestochen scharf abgegrenzt ist. Die Taste 5, die Telefontasten und alle Richtungen des großen 5-Wege-Navkeys sind leicht erhaben und gut erfühlbar, sodass man sich auch blind leicht auf der Tastatur zurechtfindet. Die Tastenreihen sind leicht gebogen, was zur Ergonomie beiträgt, Softkeys und Funktionstasten wurden sternförmig um den Navkey angeordnet.
Erstmals weggefallen ist beim RAZR V3x die Motorola-typische Menütaste, mit der man seit vielen Handygenerationen ins Kontext- oder Hauptmenü wechselte. Stattdessen gibt?s eine Löschentaste unter dem Navkey sowie zwei Softkeys für Videotelefonate und das Betreiberportal. Die Druckpunkte aller Tasten sind gleichmäßig und weisen einen äußerst kurzen Tastenhub auf, was hin und wieder zu Vertippern führt.
An den Seiten des unteren Folderteils finden sich weitere Tasten, mit denen sich Kamerafunktionen oder Sprachkommandos aktivieren lassen. Mit Hilfe von zwei kleinen, dicht beieinanderliegeneden Tasten wird die Klingeltonlautstärke eingestellt.
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