Am RAZR V3 gab es drei entscheidende Schwachpunkte: Kamera, Speicherausbau und ein mehr oder minder in die Jahre gekommenes Menüsystem. Bis auf den letzten werden beim Nachfolger V3i alle diese Probleme schon schon gelöst, aber das RAZR V3x treibt es auf die Spitze: trotz der schmalen Abmessungen schafft es der Hersteller, außenseitig eine Kamera mit 2 Megapixeln Auflösung und hellem Kameralicht zu verbauen. Auf der Innenseite leistet eine VGA-Kamera gute Dienste bei Selbstportraits oder der Videotelefonie.
Die Bildqualität der entstehenden Aufnahmen kann sich sehen lassen, hält aber nicht ganz mit den Klassenbesten im Bereich der Kamerahandys mit. Generell bemerkten wir bei vielen Aufnahmen eine leichte Unschärfe, die vermutlich auch darauf zurückzuführen ist, dass es sich bei der V3x-Cam nicht um eine Fixfokus-Linse handelt. Mit Hilfe eines breiten Schiebereglers im Scharnier des Folders kann die Linsenöffnung für Makro-(Nah-)aufnahmen justiert werden. Der sichtbare Effekt auf entsprechende Fotos hält sich zwar in Grenzen, beseitigt aber die Unschärfe bei extremen Nahaufnahmen.
Bislang wurde während einer Fotoaufnahme ein Drittel des Displays vom eher überflüssigen Kameramenü beherrscht; beim V3x werden alle Steuerelemente transparent über die flüssige Bildvorschau geblendet, sodass das gesamte Display als Sucher dient (s.o.). Alle Echtzeiteinstellungen werden über den Navkey getätigt: hier lassen sich der gut funktionierende Weißlichtabgleich (Automatisch, Sonnig, Bewölkt, Innenraum, Neonlicht oder Dunkelheit), ein Digitalfilter (Schwarzweiß, Antik / Sepia oder Negativ) sowie die Belichtungsstärke (5-stufig in -2 bis 2) und der 8-fache Digitalzoom einstellen, der auch bei höchster Bildauflösung funktioniert.
Im Kontextmenü des Kameramodus kann man die Bildgröße in vier Schritten einstellen (von Klein = 240x320 bis Hoch = 1600x1200) und dreistufig Einfluss auf die Bildqualität nehmen, was in erster Linie das nachgeschaltete Kompressionsverfahren beeinflusst. Für Selbstportraits eignet sich der Spiegelverkehrt-Modus und ein Selbstauslöser, der nach 5 bzw. 10 Sekunden den Auslöser betätigt. 5 verschiedene Verschlusstöne lassen sich auswählen oder der aber der Auslöseton gänzlich deaktivieren. Neben dem Weißlichtabgleich-Modus "Dunkelheit" sorgt ein mittelmäßig helles LED-Licht unter der Kameralinse für brauchbare Aufnahmen bis zu etwa einem Meter Entfernung. Klappt man das Handy im laufenden Kameramodus zu, wird das Außendisplay mehr schlecht als recht zum Sucher – hier ist die Bildwiederholrate äußerst gering und das Endergebnis kaum abzuschätzen. Alternativ lässt sich der Außensucher und der Kameraauslöser über einen Druck auf die rechtsseitig am Gehäuse angebrachte Kamerataste aktivieren.
Videos lassen sich mit dem RAZR V3x nur in QCIF-Auflösung (176x144 Pixel) aufnehmen und unterliegen in ihrer Qualität dem auf Videotelefonate optimierten H.263-Codec, sodass sich bei schnellen Bewegungen leichte Klötzchenbildung zeigt und die Farben bei weitem nicht so brilliant erscheinen wie z.B. in den MPG4-Videos eines Nokia N90. Die Qualität lässt sich kaum spürbar in drei Stufen einstellen, die Länge auf "MMS kurz", "MMS lang" und "Maximal" einstellen. Unter "Maximal" versteht Motorola jedoch nicht unbegrenzt: höchstens 3 Minuten Video lassen sich am Stück aufzeichnen. Die beiden kürzeren Modi helfen indessen nur wenig, denn die maximale Größe einer MMS beschränkt sich – trotz anderslautender Einstellungen im Nachrichtensetup – auf 100kB; für Videos ist das definitiv zu wenig. Man ist letztlich auf USB-Kabel, den attachmentfähigen Email-Client oder Bluetooth angewiesen, um größeres Bildmaterial oder Videos vom Gerät herunterzubekommen.
In Speichernot sollte man allerdings nicht allzu schnell geraten. 61 Megabytes bietet das V3x an internem Speicher – sofern man sich auf Fotografie, Messaging und PIM-Funktionen beschränkt, ist das völlig ausreichend. Will man mit dem 3G-Telefon aber seinen MP3-Player überflüssig machen, sollte man sich auf die Suche nach Transflash-Karten machen, die sich auch im laufenden Betrieb ins Gerät einsetzen lassen (der Slot befindet sich unter dem Akkudeckel): sie gibt es derzeit mit bis zu 512MB Kapazität im Fachhandel.
Multimedia-Funktionen
Motorola setzt beim V3x zunächst auf seinen selbstentwickelten Mediaplayer, der ohne nennenswerte grafische Spielereien auskommt. Alle auf dem Gerät oder der Speicherkarte installierten Musikdateien werden automatisch erkannt und in einer langen Liste aufgestellt. Der Nutzer kann eigene Playlists erstellen bzw. Sounds zu Kategorien zuordnen, die man auf der Speicherkarte als Ordner wiederfindet. Das V3x kann sowohl MP3-Files aller Art als auch die iTunes-typischen AAC- und M4A / AAC+-Dateien wiedergeben (sofern die Datei die Endung M4A trägt). Ebenfalls keine Probleme machten Windows Media(WMA)-Files von Microsoft, die eine ähnlich hohe Kompressionsrate wie AAC aufweisen.
Wer mehr Komfort bei der Verwaltung seiner Musikdateien wünscht, bekommt zumindest als 3 Austria-Kunde von Hersteller und Netzbetreiber eine interessante Alternative mitgeliefert: im Tools-Menü fanden wir als einzige Applikation den von Motorola entwickelten Digital Audio Player in Version 0.5, dessen Funktionsumfang den Standard-Player, der ursprünglich nur zur Auswahl von Klingeltönen gedacht war, deutlich übertrifft. Er bietet ähnliche Funktionen wie ein iTunes-Client, verwaltet Playlists (die sich nicht mit den geräteeigenen Listen überschneiden) und stellt Songs nach Genre, Künstler oder Album gestaffelt dar.
Trotz des doppelten Lottchens schafft es Motorola aber nicht, ein wirklich überzeugendes Bild abzugeben. Der Standard-Player lässt sich per Multitasking in den Hintergrund schalten, um mit dem Handy weiterzuarbeiten (im geschlossenen Zustand wird der laufende Titel auf dem Außen- und Innendisplay angezeigt, und die Shortcuts des Hauptmenüs entsprechend angepasst). Er bietet auch Optionen zum Beeinflussen des Klangs wie Bassverstärkung oder Stereo-Ausweitung. Der bedienungsmäßig bessere, Java-basierte Player lässt sich dagegen nicht in den Hintergrund schalten, bleibt aber dennoch nach dem Zuklappen des Handys aktiv – zwischen den Musiktiteln lässt es sich dann aber nicht mehr navigieren. Etwas Trost spendet der rückseitig verbaute Aktivlautsprecher des V3x: er bietet gute Dynamik und hohe Lautstärke ohne sich dabei Knackser oder Verzerrungen zu leisten. Vom E1000 wurde der Support fürs Audio-Widening übernommen, das auch ohne Kopfhörer virtuellen Raumklang erzeugt; mangels entsprechender MIDI-Files konnten wir dieses Feature aber nicht in der Praxis testen.
Connectivity
Das V3x ist ein verbindungsfreudiges Telefon: bis auf Infrarot sind alle relevanten Übertragungsarten integriert. Die souveräne Bluetooth-Unterstützung dürfte vor allem Headset-Freunde begeistern. Problemlos koppelten wir drei verschiedene Bluetooth-Headsets von Motorola, Samsung und Jabra mit dem V3x und konnten dabei ggf. auch auf die Sprachwahl-Features des Geräts zurückgreifen. Das V3x schleift via Audio-Gateway jegliche Soundwiedergabe an entsprechend ausgestattete Headsets weiter, sodass sich auch mit Mono-Headsets Musik in zugegebenermaßen eher schwacher Qualität hören lässt. Besser klappt das unter Verwendung von neuartigen kabellosen Stereo-Headsets: dank A2DP-Profil lässt sich die laufende Musikwiedergabe des V3x auch in bestechender Stereo-Qualität auf die Kopfhörer streamen.
Multimedia-Dateien lassen sich via Bluetooth an andere Geräte versenden, indem man in der Galerieansicht Option->Verschieben wählt; das klappt im Falle von anderen Handys auch bei der Wahl von mehreren zu versendenen Dateien problemlos, mit Hilfe von nativen Windows-Bluetooth-Treibern lassen sich leider nur einzelne Dateien empfangen. Etwas entnervt kapitulierten wir beim Versand eines mit Sprachkommando und Anruferbild versehenen Kontakts zu einem Samsung X700, nachdem das Samsung-Handy hierbei zweimal abgestürzt war; der Versand von einfachen Kontakten im vCard-Format funktioniert hingegen einwandfrei.
Als UMTS-Handy ist das V3x fürs Internet prädestiniert; die Browsing-Software stammt aus der Feder von Motorola und wurde ganz offensichtlich für die Darstellung von Netzbetreiberportalen optimiert: während sich HTML-Seiten überhaupt nicht und nicht für den Browser optimierte XHTML-Seiten nur mit leidlicher Qualität darstellen lassen, trumpft zum Beispiel 3 Austrias Portal 3Zone mit überwältigender Integration und Bedienbarkeit auf. Der Seitenaufbau ist auch aus dem Roaming-Betrieb heraus dank UMTS rasend schnell, ein komplettes Musikvideo im 3GP-Format landet in weniger als 2,5 Minuten auf dem Handy. Ist die Netzabdeckung einmal schlecht, fällt das Gerät automatisch auf GPRS zurück – hier bietet es sich teilweise an, die Netzeinwahl im Einstellungsmenü auf GSM-Bänder zu beschränken, um ständige Netzwechsel zu vermeiden.
Immer gefragter: die Internet-Verbindung des Notebooks mit Hilfe eines UMTS-Handys. Auch hier überzeugt das V3x, zumindest unter zuhilfenahme von Motorolas mitgelieferten Phone Tools. Sie erkennen das Gerät automatisch als Modem und bieten nach Anschluss via Bluetooth oder USB-Kabel die sofortige Einwahl ins WWW an. Im Gerät selbst lässt sich auch festlegen, ob das Handy nach dem Anschluss an einen PC wahlweise als USB-Speichergerät erkannt werden soll; in diesem Fall verhält es sich wie ein USB-Stick.
Für den EMail-Empfang lassen sich beim V3x mehrere Accounts anlegen, einer davon fungiert als Standard. Die Ansicht von HTML-Mails ist nicht möglich, Attachments werden als kleine Icons am unteren Rand der Listenansicht gezeigt und können direkt aus dem Client heraus geöffnet werden. Über Viewer für Office-Dokumente verfügt das Gerät allerdings nicht. Besonders praktisch für GMail-Nutzer: das V3x authentifiziert sich bei Bedarf auch über SSL an POP- und SMTP-Servern (hierfür müssen entsprechend andere Ports angegeben werden). IMAP4-Konten lassen sich mit dem Handy natürlich auch verwalten. Um mehr Ordnung in seine Korrespondenz zu bringen, können eigene Ordner angelegt werden, die dann mit Mails unterschiedlicher Accounts befüllt werden können. Das Mischen von SMS/MMS und Mails in diesen Ordnern ist nicht möglich. Blackberry-Verliebte können ihre EMails in Intervallen abrufen lassen, sodass sie bei Bedarf alle 10 Minuten über neue Nachrichten informiert sind.
Synchronisation
Fürs Business besonders wichtig: der automatische Abgleich von Telefondaten mit dem lokalen PC. Motorola legt dem V3x die neueste Version seiner Mobile Phone Tools (4.0) bei, die bilderreich und hinreichend komfortabel den Abgleich mit dem Mobiltelefon ermöglicht. Nach dem Startup erscheint ein V3x-förmiges Fenster auf dem Desktop, über das sich die verschiedenen Funktionen aufrufen lassen. Bei der Kontaktsynchronisation stießen wir das eine oder andere Mal auf kleinere Probleme: zwar werden die meisten Standardfelder, die unsere lokale Outlook-Installation kennt, klaglos abgeglichen. Doch führen Spezialfelder – insbesondere die Geburtstage von PC-Kontakten - immer wieder zu Konflikten. Kalendereinträge werden anstandslos übertragen, mangels Kategorisierung im Telefon aber stets in der selben Farbe dargestellt, was schnell zu einer durchgängig blauen Wochenansicht führen kann.
Ihre Stärken spielen die Mobile Phone Tools insbesondere bei ihren vielfältigen Multimedia-Features aus. Mit ihnen lassen sich Videos, Bilder und Sounds sowie MMS-Vorlagen bearbeiten und aufs Telefon übertragen. Insbesondere bei der Erstellung von Klingeltönen erweisen sich die Phone Tools als äußerst praktisch: Bestehende MP3-Files werden automatisch auf eine niedrigere Bitrate heruntergerechnet (natürlich zu Lasten der Qualität) und können direkt in der Software geschnitten werden. Will man seine CD-basierte Musiksammlung in bester Qualität auf die Speicherkarte übertragen, muss man allerdings von einer externen Ripping-Applikation Gebrauch machen.
PIM-Funktionen
Die neue UMTS-Obefläche des TRIPLETS/SYNERGY-Systems von Motorola wartet mit einem erweiterten Funktionsumfang des Adressbuchs auf. Dieses nimmt zu jedem Kontakt Vor-, Spitz- und Nachname auf (wichtig für die Sync-Reihenfolge). Darüber hinaus können über 5 Rufnummern unterschiedlicher Kategorien (nicht verstellbar: Mobil, Heim, Büro, Fax, Pager, Sonstige) und Emails (Persönlich, Büro, Sonstiges) vergeben werden; jede Rufnummer kann darüber hinaus noch als Video-fähig eingestuft werden. Früher häufig vermisst, diesmal gleich zweimal dabei: die Postadresse eines Kontakts mit zwei Straßenfeldern, Stadt, Staat, Land und PLZ, die sich ebenfalls nach Heim, Büro oder Sonstiges kategorisieren lässt. Jedem Kontakt kann ein eigenes Anruferbild und ein individueller Klingelton sowie eine Notiz zugewiesen werden. Der Geburtstag lässt sich zwar eintragen, erscheint nach der Synchronisation aber nicht im Outlook-Adressbuch – dafür berechnet die Kontaktansicht sogar das Sternzeichen eines Kontakts; praktisch fürs Flirten, sofern der Gegenüber astrologisch veranlagt ist.
Die Anrufergruppen lassen sich leicht den eigenen Anforderungen anpassen, sofern man den entsprechenden Einstellungsdialog im Menü wiederfindet: er versteckt sich unter dem Punkt "Kontakte verwalten" und ermöglicht es, neue Gruppen (auch direkt auf der USIM-Karte) anzulegen, ihnen Mitglieder zuzuweisen und entsprechende Klingeltöne und Anruferbilder zu vergeben.
Die Ansicht des Adressbuchs ist komfortabel gelöst: standardmäßig bekommt man eine Liste seiner Kontakte angezeigt und kann wahlweise Anruferbilder hinzuschalten. Mit einem Druck auf die horizontalen Seiten des Navkeys blättert man durch die einzelnen Rufnummern eines Kontakts, drückt man * oder #, bekommt man nacheinander Telefon- und USIM-Kontakte sowie die einzelnen Gruppen präsentiert. Der Speicher fürs Telefonbuch wird dynamisch verwaltet: je nachdem, wie viele Einträge und Anruferbilder man speichert, lassen sich mehr als 1000 Kontakte im V3x verwalten.
Weniger professionell sind die Funktionen fürs Time-Management. Der Kalender präsentiert sich standardmäßig in der Monatsansicht, die Termine stets in auf die gleiche Weise darstellt. Gleiches gilt für die Wochenansicht, die bei gut gefüllten Kalendern schnell unübersichtlich wird und überlappende Termine nicht als solche markiert. Eine Aufgabenliste hat Motorola leider nicht ins V3x integriert.
Anwendungen
Im Tools-Menü findet man eine Stoppuhr, eine Alarmfunktion, die mehrere Alarme mit eigenen Namen verwalten kann (Alarmtöne können frei gewählt werden) sowie einen zweiten Link auf die Kalenderapplikation. Über den Menüpunkt Wähldienste lassen sich Schnellwahlen, Service-Rufnummern und feste Rufnummern definieren.
Der Funktionsumfang des RAZR V3x lässt sich mit Hilfe von MIDP2.0/CLDC1.1-kompatiblen Java-Applikationen erweitern. Die üblichen Jbenchmark-Tests bescheinigen dem V3x allerdings keine überdurchschnittlichen Qualitäten für Java-Games. Kann das Handy beim Parallax-Scrolling wie es z.B. für Jump'n'Runs, Scroll-Shooter oder 2D-Autorennen wichtig ist, noch mit ca. 24 Frames pro Sekunde überzeugen, schmilzt die Performance beim Springer-Modell auf 14 fps zusammen. Das ist immer noch deutlich mehr als bei manchem älteren Nokia-Modell, aber weniger als halb so schnell wie z.B. Sony Ericssons W550i. Im neuen High-Definition-Test zeigt sich, dass das Potenzial nach oben unbegrenzt geöffnet ist: lediglich 2-3 fps schafft das V3x bei aufwändigen 3D-Animationen – viel zu wenig, um ein Spiel-Erlebnis wie auf einem N-Gage oder N70 bieten zu können. Dafür tat Motorola sein bestes, um mit Hilfe der Implementierung verschiedener Java-APIs die Zukunftssicherheit zu gewährleisten: über eine Bluetooth-API lassen sich Daten mit anderen Geräten abgleichen, z.B. um Multiplayer-Games zu spielen. Die integrierte 3D-Engine ist kompatibel zur 1.0-Formulierung des JSR-184 und kann damit prinzipiell alle gängigen 3D-Games, die auf diesen Standard aufsetzen, ausführen.
Bei dem uns vorliegenden Testmuster handelte es sich um ein vom österreichischen UMTS-only Operator Hutchison 3G geliehenes Gerät, das mit entsprechend starkem Menü- und Designbranding versehen war. Im Vergleich zur Originalsoftware, die wir kurzzeitig an einem ungebrandeten Motorola V3x in Augenschein nehmen konnten, sind insbesondere die Menüsymbole stark von 3 beeinflusst worden.
Spalteten früher Grabenkriege die Nokia- und Siemens-Fans, schauen heute vor allem ehemalige Nokia-Nutzer erstmal ungläubig, wenn sie ein Motorola-Menü sehen. Der erste Eindruck: farblos, unintuitiv und verwirrend. Wir können nun ein weiteres Mal bestätigen, dass wir dieses Vorurteil nicht uneingeschränkt unterschreiben möchten! Beim V3x kommt erstmals Motorolas neues Menüsystem zum Einsatz, das auf QVGA-Bildschirme mit 320x240 Pixeln Auflösung und die erweiterten 3G-Funktionen optimiert wurde. Das Hauptmenü gliedet sich in 12 gitterartig angeordnete und durchgängig animierte Symbole. Beim 3-Branding sehen sie etwas weniger professionell aus als im Original. Dort setzt Motorola durchgängig auf eine glänzende Keramik-Optik – 3 hat es nicht besonders gut verstanden, die Funktionen mit eingängigen Icons zu versehen. In manchem Untermenü findet man dann wieder Motorolas Originalsymbole, die aussagekräftiger kaum sein können.
Rätselhaft bleibt, warum Kamera-Funktionen gleich zwei Menüpunkte zugestanden werden (Video- und Foto-Funktion). Sinnvoller fanden wir für den Fall 3 Austria die Mehrfachnennung von Webfunktionen im Hauptmenü, da sich der Betreiber in Österreich als wichtiger und professioneller Multimedia-Dienstleister mit fairer Tarifierung etabliert hat. Über frei definierbare Shortcuts kann man direkt aus der Startansicht zu häufig benötigten Funktionen wechseln, die Kontextmenüs sind im Allgemeinen selbsterklärend.
Insbesondere den Zugriff aufs Dateimanagement und Bluetooth-Funktionen sollte Motorola nochmal überdenken: nicht immer findet man die gesuchte Funktion auf Anhieb in den langen Kontextmenüs. Eine Statusleiste am oberen Rand jeder Menüebene informiert ständig über eingegangene Nachrichten, Netzabdeckung oder aktuelle Profilwahl. Mit Hilfe der seitlichen Tasten lässt sich eines der 5 Situationsprofile auswählen, die sich abgesehen vom Stumm-Modus frei konfigurieren lassen. Displaythemes ändern in erster Linie die Farbwahl und das Rahmendesign der Menüführung, an Schriftarten oder Icons ändern die Themen mangels Flash-Unterbau nichts. top
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